Die Rucksackreisenden

DORLE UND DIRK UNTERWEGS IN DER WELT

Thailand (2000)

Wer denkt bei diesem Land nicht auch an weiße Sandstrände, Kokospalmen, türkisblaues Meer und undurchdringlichen Dschungel?

Dieses Land ist allein schon von seiner Lage her interessant für viele Asien-Fans. Es ist mittlerweile sehr leicht und einfach zu bereisen, und es lassen sich von Bangkok aus viele Reisen in andere asiatische Länder organisieren. Eigentlich das optimale Sprungbrett nach Asien.

Für uns war es im November 2000 aber nicht das erste Mal, das wir die feucht-heiße Luft Asiens zu spüren bekamen. Wir wollten einfach mal relaxen, und problemlos durch die Gegend reisen können. Also packten wir unsere Rucksäcke und hockten  uns in einen Flieger von Thai-Airways. Wir wurden auch nicht enttäuscht als wir etwas erschöpft vom langen Flug in Bangkok aus dem Flieger stiegen. Es war feucht-heiß, sonnig und typisch asiatisch-hektisch.

Bangkok ist eine Stadt der absoluten Gegensätze. Auf der einen Seite gigantische Hochhäuser und Reichtum, auf der anderen Seite Wellblechhütten und aussichtslose Armut. Idyllische Plätze und wunderschöne Tempel, aber eben auch stinkende Kanäle und Verkehrschaos zum Umfallen. Und eben dieses Verkehrschaos macht Bangkok eher zu einem stinkenden Betonmoloch als zu einer schönen Stadt. Von morgens bis abends Lärm, Stau und Smog, aber trotzdem eine Reise wert.

Wir stiegen natürlich wie alle Rucksackreisenden in der Kao San Road im Viertel Banglampoo ab. Diese Straße ist die absolute Schau. Hier trifft man sogar noch Althippies, die immer noch nicht mitbekommen haben dass die Flower-Power Zeit schon ein paar Tage her ist. Hier gibt es Unterkünfte in Massen, natürlich keine Luxusherbergen, aber für Leute mit schmalem Geldbeutel genau das Richtige. Außerdem kann man hier alles organisieren: Egal ob Emails checken, Flüge oder Busreisen buchen, Visa beantragen........Hier gilt wie in der Werbung das Motto: Geht nicht gibt´s nicht. Für Leute mit hohem Ruhebedürfnis ist diese Straße die Hölle. Denn ruhig wird´s hier nie. Vor allem abends und nachts geht hier die Post ab. Überall tauchen kleine Garküchen auf, an denen man sich für kleines Geld wunderbar den Bauch voll stopfen kann. Ansonsten versuchen allerlei Straßenhändler ihren Ramsch überteuert unter die Leute zu bringen. Zum Party´s feiern braucht man sich einfach nur auf die Straße stellen, denn laute Musik beschallt einen von überall her. Aber auch verkehrstechnisch liegt die Straße recht gut. Zur Bootsanlegestelle Phra Athit Pier sind es nur wenige Gehminuten, und hier auf den Klongs kommt man mit Booten sehr günstig und schnell an viele verschiedene Plätze der Stadt.

Unter anderem hat man von hier eine direkte Boostverbindung zu den großen Tempeln und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Was uns sehr gut gefallen hat, war der Tempel Wat Arun, der schräg gegenüber des Königspalastes liegt. Besonders in der Abenddämmerung ist es hier sehr schön, und auch nicht mehr so voller Touristen.

Was man natürlich absolut nicht versäumen sollte, ist ein Besuch des Königspalastes Wat Pra Keo.

Ein Palast der Superlative, mehr kann man eigentlich nicht dazu sagen. Soviel Prunk und Gold, dass es einen fast schon erdrückt. Der ganze Palast ist so stark verziert und mit Malereien versehen, dass man wirklich Stunden braucht um auch nur einen Bruchteil davon richtig anschauen zu können. Überall stehen riesige Tempelwächter, egal ob aus Stein oder vergoldet. Uns war das hier schon fast zu viel Kultur, und so verließen wir diesen Prunk und all die herumwuselnden Touristenmassen schon nach wenigen Stunden wieder. Eins muss hierzu aber noch gesagt werden: Auf die Kleidung beim Besuch achten! Denn zu kurze Sommerkleidung wird hier nicht gern gesehen, und zu kurze Hosen kommen gar nicht erst rein. Denn trotz der vielen Touristen sieht man auch viele Mönche, denen unser westlicher Sommerlook gar nicht so recht gefällt.

Als Fortbewegungsmittel benutzten wir in der Stadt hauptsächlich die Linien-Boote auf dem Klong, und geschlossene Taxis. Das Tuk Tuk fahren wird in der Hauptstadt zur Qual, denn die Luft, der Smog und der Fahrstil der Fahrer bringen einen an den Rand des Wahnsinns.

Unseren Aufenthalt in Bangkok beschränkten wir auf´s Nötigste, denn uns zog es weiter in den Süden. Um dorthin zu kommen, besorgten wir uns in der Kao San Road Bustickets, um über Nacht via Surat Thani nach Krabi zu kommen. Es wurde ein teuflischer Trip. Das genau diese Bustouren nicht ganz ungefährlich sind, wussten wir bereits vorher. Doch wie akut diese Gefahr anscheinend immer noch ist, bekamen wir kurz vor dem Losfahren mit. Denn da stürzte ein junger europäischer Backpaper in den Bus, und erzählte ziemlich lautstark und sehr aufgeregt, dass er vor kurzer Zeit eben genau solch eine Tour mitgemacht hatte, und dabei all seine Wertsachen losgeworden ist. Denn zu fortgeschrittener Stunde wurde der gesamte Bus für längere Zeit mittels eines Schlafmittels (wahrscheinlich Chloroform) außer Gefecht gesetzt. Als die Reisenden mit brummendem Schädel wieder erwachten, waren alle wertvollen Habseligkeiten verschwunden.  Wie weit man dieses nun glauben kann ist eher wurscht, jedoch hört man ähnliches immer wieder von diesen Bussen. Also kümmert euch rechtzeitig um einen Weiterflug gen Süden, oder nehmt die ebenfalls günstige Bahn. Wir konnten unsere Fahrt jedenfalls gar nicht genießen. Es herrschte eine sehr gereizte Stimmung im Bus, und wir zwei wachten abwechselnd ca. 14 Stunden lang über uns. Als wir endlich Krabi erreichten, waren wir tot müde und überaus gereizt.

Wir fuhren mit einem Sammeltaxi nach Ao Nang weiter, suchten uns ein Zimmer und schliefen erst Mal richtig aus. Erst am nächsten Tag konnten wir die Gegend so richtig genießen. Nicht umsonst sagt man, dass die Strände hier rund um Krabi zu den Schönsten überhaupt gehören.

Ewig lange, palmengesäumte Sandstrände, türkisblaues und klares Wasser, Korallengärten voll mit allerlei bunten Fischen, bizarre Felstürme und im Hinterland teilweise dichter Dschungel. Hier kann man es wirklich lange Zeit aushalten. Leider wird auch diese Gegend hier langsam aber sicher vom Pauschaltourismus versaut und zerstört. Immer mehr Hotelanlagen mit allerlei Schnickschnack schießen hier aus dem Boden, und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese herrlichen Strände fest in der Hand von Neckermännern sind. Zu unserer Zeit gab es aber auch noch preiswerte Zimmer, die ganz in Strandnähe lagen. Die Menschen hier waren sehr

freundlich und zuvorkommend, und sprachen fast alle gutes Englisch.

Wir mieteten uns zum Erkunden der Gegend ein Moped und fuhren einfach mal los. Etwas versteckt im Hinterland entdeckten wir in einer Gummibaumplantage einige Strohhütten und ein paar Elefanten. Von hier aus werden kleinere Elefanten-Safaris angeboten. Da der Preis durchaus OK war, stiegen wir jeder auf einen eigenen Elefanten, und schon ging es los. Ein kurzes Stück ging es zur Eingewöhnung durch die Gummibaumplantage, um dann die volle "Geländetauglichkeit" eines Elefanten im Dschungel auszutesten.

Ein wahnsinnig gutes Gefühl, auf solch einem sanften Riesen durch den Dschungel zu schaukeln. Wir mussten uns an einigen Stellen ordentlich festklammern, um nicht herunter zu purzeln. Unsere beiden Führer waren sehr nett, und versuchten uns allerhand im Dschungel zu zeigen. Jedoch sieht man in diesem grünen Dickicht fast nichts. Es zeigte sich wohl mal ein Waran, und einmal sahen wir noch eine Schlange verschwinden, aber beides war viel zu schnell vorbei. Lediglich die Spinnen hier ließen sich in aller Ruhe betrachten. Zum Abschluss der Tour wurde den beiden Elefanten sämtlicher Ballast abgenommen, und sie konnten völlig frei in einem nahen Fluss herumtollen. Sie genossen es sichtlich, von ihren Besitzern den Rücken geschrubbt zu bekommen. Nach mehrmaliger Aufforderung unserer Führer sprangen auch wir mit in den Fluss, und genossen die Abkühlung. Obwohl es schon ein wenig komisch war, mit solchen Riesen zusammen im Fluss herumzutoben.

Auch hier in Ao Nang spielte sich erst abends das meiste Leben auf der Straße ab. Dann kamen all die kleinen Garküchen, und brutzelten einem allerlei "Leckereien". Wir stopften uns meist mit Bananen-Pfannkuchen voll, denn dieser getrocknete Tintenfisch war irgendwie nichts für uns. Von hier aus kann man eine Menge schöner und interessanter Ausflüge machen. So fuhren wir einmal mit einem Engländer, der zu einer Tauchschule in Krabi gehörte, mit einem Longtailboot zum Schnorcheln auf das Meer. Diese Boote sind hier das übliche Verkehrsmittel der Einheimischen auf dem Wasser. Sie sind tierisch laut und stinken fürchterlich, aber man kommt damit schnell überall hin. Unser Engländer kannte sich hier gut aus, und so bekamen wir einiges an Unterwasserwelt zu sehen. Jedoch förderte Dorles Begegnung mit einem Hai nicht unbedingt unsere Abenteuerlust in offenen Gewässern. Was hier noch zu Empfehlen ist, sind die sogenannten Island-Hopping-Touren. Die dauern den ganzen Tag, und man fährt einige abgelegene Traumbuchten zum Schwimmen und Schnorcheln an.

Nach einigen Tagen machten wir uns mit einer Fähre auf den Weg auf die Trauminsel Ko Phi Phi. Eine sonnige Tropeninsel mitten in der Andamanensee, deren Anblick Südseeträume weckt. Die Insel besteht aus zwei Kalksteinmassiven, wild zerklüftet, mit Dschungel auf der einen und Kokospalmen auf der anderen Seite bewachsen. Verbunden ist das ganze mit einer schmalen und flachen Landbrücke, die auf beiden Seiten von schneeweißen Sandstränden gesäumt wird. Das Wasser hat fast Badewannentemperatur, und zum Fische beobachten braucht man hier nicht einmal eine Taucherbrille. Wenn man sich bis zu den Knien ins Wasser stellt, wimmelt es schon förmlich an Fischen um einen herum. Der kleine Ort Tonsai Village ist ein reiner Touristenort mit vielen Reisebüros und Restaurants. Es macht aber Spaß einfach mal hindurch zu bummeln und sich all die Souvenirs und großen und kleinen Fische an den Restaurants anzuschauen. Leider bekamen wir außer stinkende Löcher nichts bezahlbares mehr als Unterkunft hier auf Ko Phi Phi, so dass wir die Insel schon am nächsten Tag wieder verlassen mussten.

Unsere nächste Station war die Insel Phuket. Hier verschlug es uns nach Kata-Karon, im Süd-Westen der Insel gelegen. Wir fanden etwas abseits gelegen ein Guesthouse, wo wir ein schön großes Zimmer und ein Moped für einige Tage mieteten.

Bei einer unsere Rundfahrten kamen wir am Aussichtspunkt Laem Phrom Thep vorbei. Dieser liegt ebenfalls im Süd-Westen, und ist ein herrlicher Platz zum Sonnenuntergänge genießen. In der kleinen Bucht unterhalb des Aussichtspunktes kann man hervorragend schnorcheln. Es gibt zwar keine schönen Korallen, dafür aber jede Menge verschiedene Fische. Sogar Muränen kann man hier sehr gut beobachten. Auch der kleine Sandstrand hier ist eine Idylle, denn er ist viel zu klein um touristisch richtig genutzt zu werden.

Wenn man mit einem Moped längere Strecken zurücklegt, muss man immer die Augen offen halten. Denn Tankstellen wie wir sie eigentlich kennen gibt´s hier kaum. Man muss auf große Fässer mit einem Hebel zum Pumpen achten, denn das sind meistens Zapfstationen für´s Moped. Das Moped ist auch das genialste Fortbewegungsmittel hier auf Phuket. Man kommt schnell und günstig überall hin, und man entdeckt mit ein bisschen Glück immer mal wieder einsame und fast unberührte Plätze. Und an den englischen Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, denn das ist auch schon

die einzigste Verkehrsregel, an die man sich halten muss. Denn die Thais fahren wie die Irren, ohne Rücksicht auf Verluste.

Da die Insel touristisch sehr erschlossen ist, gibt´s hier natürlich auch jede Menge anzuschauen und zu tun. Zum Beispiel abends um 22:00 Uhr im Dino-Park zwischen Urzeit-Riesen eine Runde Mini-Golf spielen, oder eine Abend im Phuket Simon Cabbaret verbringen. Diese wirklich tolle Travestieshow ist absolut einen Besuch wert. In den Antiquitätenläden die es hier auch überall gibt, kann man herrliche Schnäppchen machen. Man muss nur hartnäckig feilschen, und wissen was das alles wirklich wert ist. Auch so kann man den Tag rumkriegen.

Einmal machten wir von hier sogar eine geführte Tour mit. Sie führte uns u.a. zu einem hübschen Felsenkloster und dann zur Hauptattraktion überhaupt: dem James Bond - Felsen. Die Fahrt zu diesem Felsen führt durch eine wunderschöne Mangrovenlandschaft mit einigen kleinen Fischerdörfern und ist absolut sehenswert.

Das Gedränge und Gewühle an dem Felsen jedoch kann man sich getrost schenken. Es ist einfach ein Felsen wie viele Andere auch, nur das er von wahren Massen angepilgert wird. Wir waren trotz der tollen Landschaft froh, als diese Tour vorbei war.

Die Märkte der Einheimischen sollte man nur nach einem guten und ausgiebigen Frühstück besuchen. Denn hier gibt es fast alles zu kaufen. Neben Schildkröten und allerlei Fischen gibt´s in der "Fleischabteilung" gleich neben dem Huhn auch kleine Singvögel und gehäutete Kröten und Frösche. Unter den Früchten sorgt hier ganz klar die Durian für Aufsehen und Ekel unter europäischen Nasen. Diese grüne, stachelige Frucht ist absolut nicht zu verwechseln. Denn sie stinkt ganz fürchterlich, und der Transport dieser Frucht ist in vielen öffentlichen Verkehrsmitteln verboten.

Obwohl wir eigentlich eher menschenscheu sind, gefiel uns Phuket sehr gut. Denn es verfügt über eine sehr gute Infrastruktur, und man kann hier einfach alles finden. Neben einsamen und auch spirituellen Plätzen gibt´s auch wilden Dschungel und Strandleben. Eben von allem etwas, und das auf kleinstem Raum.

Für Dschungel-Neulinge bietet sich hier auf der Insel der Khao Phra Taeo Wildlife Park an. Dieser liegt süd-östlich des Flughafens, und man kann lange und auch anstrengende Wanderungen darin machen.

Dieser letzte Rest tropischen Regenwaldes lässt sich auch gut ohne Führung erkunden. Am Parkeingang befindet sich ein kleines Headquarter, in dem es auch eine Übersichtkarte mit eingezeichneten Wegen gibt. Im Park kann man auf 2228 ha u.a.  zahlreiche Affen, Vögel und Wildschweine entdecken. Die Vegetation ist einfach traumhaft, und für uns war es ein guter Einstieg um wieder fit für den Dschungel zu werden.

Denn nachdem wir nun Phuket abgegrast hatten, machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden. Nach all dem Trubel zog es uns nun wieder in die Natur, dieses Mal in den Regenwald des Kao Sok Nationalparks. Er liegt etwa in gleicher Höhe wie Surat Thani, nur an der Westküste Thailands. Dieser 646 Quadratkilometer große Park ist jedoch schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, und so buchten wir uns bei einer Reisegruppe mit ein, traten jedoch die Rückfahrt nicht mit an. Dieser Park war ein kleines Paradies für uns. Am Eingang des Parks gibt es einige zum Teil romantische Gästehäuser mit sehr lieben Besitzern. Wir blieben hier im Bamboo House, hatten einen netten kleinen Bungalow und wurden gut verpflegt.

Hier gibt es einige markierte Wanderwege entlang von Flüssen und auch mitten hinein in den tropischen Regenwald. Spätestens jetzt sollte man sich mit der Materie Regenwald und dessen Bewohnern ein wenig näher beschäftigen. Denn die Wahrscheinlichkeit hier auf Schlangen und ähnliches Getier zu stoßen, ist doch recht groß. Die größere "Gefahr" kommt jedoch sehr viel kleiner daher, und zwar in Form von Moskitos und Blutegeln. Diese kleinen, blutgierigen Würmer hatten es hier öfter auf uns abgesehen. Jedoch kennen wir diese Plagegeister schon aus Sri Lanka zu genüge, und sie brachten uns keineswegs mehr aus der Ruhe. Wir machten von unserer Unterkunft aus einige schöne Wanderungen durch den immer nassen Dschungel, und bekamen abends sogar nette Unterhaltung. Denn es trafen noch drei weitere junge Deutsche ein, mit denen wir uns spontan zusammenschlossen, und im Bamboo House eine Tour mit Übernachtung im Dschungel buchten. Zusätzlich hatten wir auch mit dem Haustier hier eine Menge Spaß, denn es kam jeden Abend eine dicke, fette Kröte um nach dem Rechten zu schauen.

Unsere Tour führte uns per Auto zum Chiew Lan Stausee. Hier stiegen wir am Rajjaprabha-Damm in eines der typischen Longtailboote um, und es ging weiter in den östlichen Teil des Parks, der eben nur mit dem Boot zu erreichen ist. Die Gegend hier erinnert einen eher an Bilder von China: Ein riesiger See umgeben von bizarren mit Urwald überwachsenen Felsformationen. Und das ganze etwas in Nebel und Dunst verschleiert, und ein düsterer Himmel dazu.

Nach einer langen und durch das schlechte Wetter auch kalten Fahrt legten wir in einer Lagune an, und machten uns zu Fuß auf in den Dschungel.

Schon nach wenigen Metern war die Kälte auf dem See vergessen. Wir wurden von dieser grünen Hölle förmlich verschluckt. Mühsam arbeiteten wir uns auf einem schmalen, rutschigen Pfad voran, wir waren auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt, der weit oben auf einem der bizarren Felsen liegen sollte. Der Weg wurde immer steiler, und der Schweiß rann in kleinen Bächen am Körper herab. Teilweise mussten wir an messerscharfen Granitfelsen hochklettern, aber zum Glück hatten wir alle Bergschuhe an. Völlig außer Atem traten wir dann auf einem winzigen Felsplateau aus dem Dschungel. Der Ausblick und die Stimmung waren gigantisch, und hätten uns eh die Sprache verschlagen. Ein weit verzweigtes Netz aus See und Lagunen, dazwischen immer wieder diese wilden, zerklüfteten Felsen und überall Dschungel. Wäre es wegen der spitzen Felsnadeln auf dem Plateau nicht so unbequem, wir wären hier wohl Stunden geblieben.

Als Unterkunft hatten wir Bambushütten, die in Ufernähe auf schwimmenden Flößen erbaut waren. Eine absolute Schau: solch winzige und windige Hütten auf diesem riesigen See und umgeben von dieser grandiosen Landschaft.

Vorn waren die Hütten über eine wackelige Planke miteinander verbunden, und hinten raus hatte man eine Tür die direkt in den See führte. Da wir hier abends müde und verschwitzt ankamen, zögerte niemand lange. Ruck zuck sprangen wir allesamt in den See, und nahmen ein erfrischendes Bad. Somit waren dann die Themen Müdigkeit und Hygiene auch erledigt.

Am nächsten Morgen machten wir uns sehr früh schon wieder auf den Weg. Denn wir waren auf der Suche nach größeren Tieren. Unsere Pirsch hatte sogar Erfolg, denn wir sahen neben einigen Affen auch Nashornvögel, einen Hirsch und ein Wildschwein. Im Anschluss daran zogen wir los, um eine große Höhle irgendwo im Dschungel zu erreichen. Auf dem Weg dorthin mussten wir unzählige Bäche und Flüsse durchqueren, und jeder von uns war froh über das viele Wasser. Denn mitten im Fluss (sie waren nie tief) konnte man einmal ungestört stehen bleiben, ohne dass einen diese lästigen Blutegel angreifen konnten.

Unser Ziel hier ist nichts für Leute mit schwachen Nerven oder Platzangst. Denn wir machten uns daran, die riesige Höhle einmal komplett zu durchqueren. Unser Führer meinte, man müsse sich immer nur an dem Bach halten, der mitten durch die Höhle führt. In Badehose und Sandalen, und jeder mit einer wasserdichten Taschenlampe bewaffnet ging es dann auch los. Schon nach wenigen Schritten wurde es so dunkel, dass man ohne die Lampen die Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnte. Im Licht unsere Taschenlampen gab es einiges zu entdecken: neben verrückt schimmernden Felsgebilden sahen wir hier Laubfrösche, dicke und fette Kröten, Fledermäuse und jede Menge Grillen und Spinnen. Waren die Spinnen anfangs noch normal groß, wurden sie im Inneren der Höhle teilweise so groß wie Teller. Überall huschte und wuselt es um einen herum. Tief im Inneren mussten wir dann sogar schwimmen. Mit der Taschenlampe zwischen den Zähne ging es immer der Strömung nach. Um einen herum kamen dann die Katzenfische mit ihren hässlichen Mäulern immer näher. Nach ca. 1,5 Stunden war dann der ganze Spuck wieder vorbei, und vor uns erschien Tageslicht. Etwas durchgefroren wärmten wir uns erst einmal auf, und machten uns dann auf den mühsamen Rückweg. Dieser Ausflug in den Kao Sok Nationalpark war wohl mit das schönste Naturerlebnis in diesem Urlaub, und wir können nur jedem einen Abstecher in diesen Park empfehlen.

Aufgrund langanhaltender und kräftiger Regenfälle machten wir uns dann nach einigen Tagen mit dem Bus auf den Weg nach Surat Thani, um von dort aus mit dem Zug wieder Richtung Norden zu fahren. Unterwegs sahen wir immer wieder Fahrzeuge, die hoffnungslos im Schlamm neben der Straße versanken. Erst in Surat Thani bekamen wir im Fernsehen mit, was überhaupt los war. Denn wir befanden uns mitten einem Überschwemmungsgebiet, ohne das wir es wirklich mitbekommen hatten. Denn in den Tagen im Nationalpark haben wir von der Außenwelt nichts mitbekommen. Schleunigst besorgten wir uns Zugtickets, und kamen mit einem der letzten Züge aus diesem Hochwassergebiet heraus. Die Zugfahrt in den Norden war auch um einiges entspannter und ruhiger, als mit diesen Seelenfänger-Bussen aus Bangkok.

Einen letzten Zwischenstopp legten wir noch in Ratchaburi ein. Hier schauten wir uns u.a. den Fledermaustempel an, aus dem am Abend hundertdausende von Fledermäusen in die Umgebung ausfliegen.

Eigentlich wollten wir von hier aus noch einiges in der Umgebung unternehmen, doch holte uns der kräftige Regen aus dem Süden des Landes wieder ein. Also flüchteten wir zurück nach Bangkok, wo wir die letzten drei Tage mit hemmungslosem Shopping verbrachten. Dann waren unsere drei Wochen in Thailand auch schon wieder um, und wir traten schweren Herzens den Rückweg ins kalte Deutschland an.

Uns hat Thailand mit seinen vielfältigen Erscheinungsformen und den freundlichen und netten Menschen sehr gut gefallen. Das Land ist aufgrund seiner sehr guten Infrastruktur einfach und bequem zu bereisen, und für Anfänger der ideale Einstieg ins Rucksackreisen durch Asien.

Reisedauer: 04.11.2000 - 30.11.2000

Buchtipp

Wir hatten auf dieser Reise das Handbuch aus dem Loose-Verlag dabei, und waren recht zufrieden damit. Es war aktuell, übersichtlich und voll mit praktischen Tipps und guten Adressen.

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Infos im Internet

 

Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Thailand gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de

 

Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.

 

Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Thailand gibt´s auf www.willgoto.com.

 

Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Thailand zu finden.

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