Sri Lanka (1997)

 

 

 

Allgemeine Landesinfo

Sri Lanka ist 65.610 qkm groß, liegt süd-östlich von Indien und hat ein äquatorial-feuchtheißes Klima. Die Landeshauptstadt ist Colombo, die Amtssprachen sind Singhalesisch und Tamil und die Verkehrssprache ist Englisch. Die ca. 19 Millionen Einwohner der Insel bestehen ca. zu 69 % aus Budhisten, ca. 15 % Hindus, ca. 7 % Muslime und ca. 7 % Christen.

Einreisebestimmungen und Sicherheit

Aktuelle Informationen zu diesen wichtigen Themen entnehmen Sie bitte direkt der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) oder klicken auf einen der folgenden Links:

Informationen zu den Einreisebestimmungen

Informationen zur Sicherheit und politischen Lage

                    

Reisewetter

Wenn man den Angaben der großen und im allgemeinen sehr zuverlässigen Reisehandbücher glaubt, so ergeben sich in Sri Lanka folgende Reisezeiten:

Von Mai bis August herrscht der Süd-West-Monsun, der dicke Regenwolken von Südwesten heranträgt, und diese über der West-, Südwest- und Südküste als auch den angrenzenden Bergregionen abregnen lässt.

Von Oktober bis Januar weht der Nordost-Monsun, der sich über die Nordost- und Ostküste ergießt. Beide Monsunströme können derartig heftige Regengüsse hervorrufen, dass als Folge mehr oder minder verheerende Überschwemmungen auftreten. Auch können sich die Monsunzeiten jeweils um einige Wochen verschieben, so dass man auch dieses in seine Reiseplanung mit einbeziehen sollte. (Meine Quelle war hier das Handbuch vom Reise Know-How)

Reisebericht

Sri Lanka war das erste Land das wir auf eigene Faust mit unseren Rucksäcken für 6 Wochen bereisten, wir wollten mal etwas völlig anderes erleben, was uns auch gelungen ist. 

Angefangen hat alles schon bei der Zwischenlandung in Dubai, als wir dort nachts um 1 Uhr bei 33 Grad aus dem Flugzeug stiegen und es uns vorkam als ob wir gegen eine Wand gelaufen wären. Auch die erhoffte Abkühlung in der Toilette des Flughafengebäudes blieb aus, denn aus dem Wasserhahn kam nur warmes Wasser und aus den Toiletten dampfte es. Dafür wurden wir von Emirates unserer Fluggesellschaft überrascht, denn ohne unser Wissen wurden wir aufgrund der überbuchten Economy Class einfach als Langzeitflieger in die Business Class gebucht. Und so wurden wir den Rest des Fluges sehr verwöhnt.

Übersichtskarte der Insel  

Naiv wie wir waren, wussten wir bei Ankunft am Flughafen in Colombo noch nicht einmal wo wir die erste Nacht verbringen wollten. Aber als wir aus der Ankunftshalle kamen stürmte schon alles auf uns ein, und jeder wollte uns irgend etwas aufschwatzen, einige boten uns ganze Touren an und andere ihre Taxis, wobei natürlich jeder der günstigste war. Wir haben uns dann den Glaubwürdigsten rausgesucht und haben uns von ihm ins nahegelegene Fischerdorf Negombo bringen lassen. Hier bekamen wir einen tiefen Einblick in das Leben der armen Bevölkerung. Viele haben hier nicht mehr als eine schäbige Bretterbude, der Strand ist verdreckt und wird von den Ärmsten als Toilette benutzt. Kühe und andere Haustiere laufen frei herum und ernähren sich vom Müll, der neben der Straße liegt.

in den Strassen von Negombo

Den Ort hatten wir an einem Tag gesehen, wir waren auf dem Markt, der für Touristen nichts zu bieten hat und natürlich auch im übel stinkenden Fischereihafen. Der Grund für den üblen Gestank ist die Art und Weise wie dort der Fisch getrocknet wird, der Haifisch wird einfach wie eine Flunder aufgeschnitten und dann in die pralle Sonne gelegt.

Da es hier nicht viel mehr Interessantes zu sehen gab konnte es nach einer gewissen Aklimationszeit auch bald weitergehen. Mit dem Bus und Zug ging es ins Bergland. Die Zugfahrten sollte man sich nicht entgehen lassen, denn sie sind immer ein Erlebnis und nach unserer Meinung auf der Insel die schönste Art der Fortbewegung. 

Unsere Unterkunft in Kandy war wundervoll, sie lag oberhalb der Stadt mit einem fantastischen Ausblick, auch den Samadhi-Buddha konnten wir von dort sehen, und gleich hinter dem Haus begann der Urwald, der abends für ein Konzert sorgte. Die nette Familie bei der wir wohnten gab sich sehr viel Mühe und gegessen wurde bei Ihnen im Wohnzimmer. Familienanschluss war also mit inbegriffen.

Aussicht auf Kandy

Hier gab es nun einiges zu erkunden. Bei einem Spaziergang um den Kandy Lake, der mitten in der Stadt liegt, bekamen wir den ersten Waran zu Gesicht und beobachteten auf dem Dach eines Schuppen eine kleine Horde wilder Affen.              

 Noch mehr Affen bekamen wir im Uduwattakele Naturschutzpark zu sehen, dort konnte man den Trubel der Stadt vergessen und durch dichte Vegetation wandern.

Hier im Bergland ist das Wetter ganz anders als an der Küste. Morgens liegt noch der Frühnebel über der Stadt, und wenn der sich aufgelöst hat kommt die Sonne heraus. Jeden Tag so gegen 13.00 Uhr wird der Himmel dunkel und es gibt einen richtigen Tropenschauer (heftig und kurz), aber eine halbe Stunde nach dem Regenguss ist nichts mehr davon zu sehen und die Sonne scheint erneut. Gegen Abend gibt es meistens noch ein Gewitter, was den Abend angenehm kühl werden lässt.

Sieben Kilometer außerhalb der Stadt liegt der 60 Hektar große Botanische Garten. Wir haben uns von einem Three-Wheeler dorthin bringen lassen. Ein Three-Wheeler ist ein kleines dreirädriges Vehikel - in Thailand nennt man sie Tuk-Tuk. Für diesen Garten muss man nicht unbedingt ein Blumenfreund sein, denn bei ca. 4000 verschiedenen tropischen Pflanzen ist garantiert für jeden etwas dabei. Bei einer so großen Auswahl an verschiedenen satten Grüntönen ist man einfach überwältigt. In den Bäumen hängen viele indische Flughunde, eine große früchtefressende Fledermausart. Leider sind sie nur Nachts aktiv und tagsüber hängen sie wie Fledermäuse zum Schlafen kopfüber im Baum.

Für abends hatten wir uns den berühmten "Tempel des Zahns" aufgehoben. Einer Legende nach wird hier der rechte Backenzahn Buddhas aufbewahrt. Hinter vielen Türen und sehr gut verschlossen ist der Zahn gut aufgehoben. Um in den Tempel zu gelangen mussten wir uns einer Militärsicherheitskontrolle unterziehen und vor Betreten des Tempels unsere Socken und Schuhe ausziehen. Wir nehmen an, die starken Kontrollen und allgemein das viele Militär, das man im ganzen Land sieht ist wegen des Bürgerkriegs. Nun im Tempel konnten wir die allabendliche Zeremonie  beobachten. Bei Tanz und Musik wird dann die Vorkammer des Zahns geöffnet. Im Anschluss schauten wir uns noch eine Aufführung der traditionellen Kandy-Tänze an. Hierbei werden sämtliche Tanzstile der Insel in farbenprächtigen Kostümen aufgeführt. Besonders beeindruckte uns der Feuertanz, in dem sie sich in Trance versetzen, um dann über glühende Kohlen zu laufen. Für den nächsten Tag hatten wir uns ein Auto mit Fahrer gemietet, denn wir planten einen Ausflug zum Sigiriya-Felsen. Wie ausgemacht wurden wir nach dem Frühstück abgeholt und die Fahrt in Richtung Norden konnte beginnen. Kurz vor dem Ort Matale kamen wir in die sogenannte Trockenzone, hier wich nun das satte grün immer mehr dem braun und schon von weitem konnten wir den Stein-Monolith sehen.

Sigiriya Felsen

Dieser 185m hohe Felsen war früher eine Königsfestung gewesen. In einem Strom aus Einheimischen, die dieses Wochenende ebenfalls für diesen Ausflug nutzten und in der Mittagshitze quälten wir uns die über 1000 Stufen empor. Kurz bevor man die Plattform erreicht hat passiert man die Löwenpforte. Auf der Plattform sind nur noch die Grundrisse einiger Gebäude zu erkennen, und der Rundblick von hier oben ist einfach super. Beim Abstieg erreicht man über eine eiserne Wendeltreppe die 1500 Jahre alten Fresken der Wolkenmädchen, die unter einem Felsvorsprung geschützt verborgen liegen. 

Unser nächster Stop war in Dambulla, hier besuchten wir ein Felsenkloster. Da wir kurze Hosen trugen, und für den Besuch der Höhlen die Beine bedeckt sein mussten, konnte man sich einen Sarong ausleihen. Der Sarong wird in Sri Lanka nur von den Männern getragen, es ist einfach nur eine Stoffbahn, die mit einer besonderen Wickeltechnik um den Bauch gebunden wird. In den verschiedenen Höhlen waren schöne Buddhastatuen zu sehen.

Sehr interessant war unser letzter Stop an einem Gewürz- und Kräutergarten in Matale. Hier wurden uns die einzelnen Gewürze und Kräuter erklärt, nebenbei bekamen wir auch einiges zum probieren, wie z.B. einen Gewürztee. Bei der Stirnmassage mit dem selbsthergestellten Tigerbalsam wurden die Anstrengungen des Tages fast vergessen. Auch Obst wird dort angebaut und so sahen wir die größte Frucht der Welt "Jackfruit". Diese Früchte können bis zu 20 Kilo schwer werden.

Nach 5 Tagen setzten wir unsere Reise mit dem Zug fort. Immer weiter hinein ins Bergland nach Nuwara Eliya, auch kurz Nurelia genannt. Die Stadt liegt 1890 m hoch und wurde sehr von den britischen Eroberern geprägt. So gibt es viele Gebäude im englischen Landhausstil, einen Golfplatz mit englischem Rasen und auch das Wetter spielt hier mit. Bei abendlichen kühlen 15° Grad und Nieselregen fängt man wieder an zu frieren. Hier befindet sich auch die einzigste Brauerei, die das leckere Lion Lager braut. Bekannt ist die Stadt aber in erster Linie wegen dem Ceylon Tee. Die Stadt liegt zwischen endlos vielen Teeplantagen, die mit ihren grünen Sträuchern die hügelige Landschaft überziehen. Ein Besuch der Labookellie Teefabrik gehört einfach dazu. Sie liegt etwas außerhalb der Stadt und auf einer wundervollen Fahrt durch die Teeplantagen kann man den Teepflückerinnen bei der Arbeit zuschauen. Ein wahrhaftig harter Job, denn jeden Tag müssen sie 80 kg für umgerechnet 3 DM pflücken, wobei nur die obersten drei Blätter abgepflückt werden. Dort angekommen wurden wir durch die Fabrik geführt und eine Frau erklärte uns dabei in gebrochenem Deutsch die einzelnen Arbeitsschritte. Anschließend bekamen wir noch eine Tasse Tee und konnten im Laden verschiedene Teesorten kaufen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns wieder ein Auto mit Fahrer organisiert, der uns pünktlich morgens um fünf Uhr am Hotel abholte. Es war noch dunkel als wir losfuhren und nach einiger Zeit Fahrt überquerten wir die höchstgelegenste Bahnstation Pattipola und begannen die einsame, steile Serpentinenstraße zum Naturschutzgebiet Horton Plains hochzufahren. Diese Hochebene (ca. 2100 m) ist mit steppenartiger, gräserreicher Vegetation bedeckt und eines der letzten Gebiete mit tropischem Bergnebelwald. Unser Auto war in Nebelschwaden gehüllt, abgestorbene Baumriesen ragten aus dem Nebel, am Horizont riss langsam die dunkle Wolkendecke auf und tauchte alles in ein fahles Licht. Und dann plötzlich, vor uns auf dem Weg, ein Hirsch mit mächtigem Geweih. Seine Silhouette verschwand sofort wieder im Nebel. Wir waren sehr  beeindruckt und hatten das Glück einen der sehr seltenen und scheuen Sambar-Hirsche gesehen zu haben.

Kurz darauf erreichten wir den  Ausgangspunkt für unsere Wanderung. Es war morgens sechs Uhr und wir waren ganz allein, selbst das Kassenhäuschen war noch verschlossen. Auf einem knorrigen Baum saß eine Krähe, die Stimmung war unheimlich und gespenstisch, fast wie in einem Horrorfilm. Zunächst ging es durch offenes Grasland nur vereinzelt mit Baumrhododendron bewachsen. Als sich der Pfad teilte verschwanden wir im dichten Bergnebelwald. Hier war unser Weg ein ausgetrocknetes Flussbett. Als wir nach einer Stunde Fußmarsch aus dem dichten Wald traten wurde es schlagartig heller und eine Windböe erfasste uns. Von hier aus hatte man schon einen gigantischen Ausblick, aber wir waren noch nicht an unserem Ziel.

World´s End

Ein kleiner Pfad durch dichtes Dornengestrüpp führte die letzten 300 Höhenmeter steil bergauf. Wir waren am Naturwunder World´s End angekommen. Hier standen wir am Abgrund und vor unseren Füßen ging es 1650m fast senkrecht bergab. Kein Schild mit Warnungen oder eine Absperrung zerstörten hier die überwältigende Atmosphäre. Was wir sahen war einfach gigantisch, ein sonnendurchflutetes Tal mit grünen Hügeln und am Horizont den Indischen Ozean. Beim Frühstück genossen wir die Ruhe und die geile Aussicht. Frisch gestärkt traten wir den Rückweg an, mittlerweile war die Sonne herausgekommen und von der gespenstischen Morgenstimmung war nichts mehr zu sehen. 

Wieder an der Wegkreuzung entdeckten wir ein Schild, auf dem stand zum Bakers Fall. In unseren Reiseführern wurde dieser Wasserfall nicht erwähnt, und da wir noch nicht sofort wieder zum Auto laufen wollten,  machten wir uns auf den Weg. Wir marschierten 1 1/2 Stunden durch offenes Grasland und die Sonne brannte uns aufs Hirn. Es war eintönig und wir wurden müde. Hinter jeder Biegung und hinter jedem Hügel hoffen wir auf den Wasserfall. Wir waren schon kurz davor wieder umzudrehen, als man den Weg im Bergnebelwald verschwinden sah. Nun waren wir überzeugt davon, das es nicht mehr weit sein kann. Im Wald konnte man schon das Tosen des Wasserfalls hören. Und auf einem rutschigen Lehmpfad ging es steil bergab. Der große Baker Wasserfall lag inmitten dichter tropischer Vegetation. Hier machten wir ein zweites mal Pause, bevor wir zurückgingen. Beim Kassenhäuschen hielt uns ein Mitarbeiter der Parkverwaltung an, er wollte unsere Eintrittskarten sehen. Als er mitbekam, das wir noch keine hatten zog er uns beiseite und verlangte von uns 1000 Rupien, die er dann sofort in seiner eigenen Tasche verschwinden ließ. Somit hatten wir alle ein gutes Geschäft gemacht, denn wir hatten uns 500 Rupien gespart.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise mit dem Zug fort. Während der Zugfahrt konnten wir uns die landschaftlichen Höhepunkte wie den Rawana Wasserfall und die Ella Schlucht anschauen. 

 Im Dorf Ella fanden wir eine Unterkunft, die von zahlreichen Obstbäumen umgeben war. Bei einem Streifzug durch den Garten sahen wir einen Kanonenkugelbaum, dessen Früchte bis zu 8 kg schwer werden können. In diesem Ort mussten wir ein Zwangspause einlegen, denn Dirk hat es arg erwischt. Mit Bauchkrämpfen im Bett liegend konnte er sich keine 5 Meter von der Toilette entfernen, auf der er Dauergast war. 

Nachdem die Sache überstanden war konnte es mit dem Bus nach Wellawaya gehen, einem unbedeutenden Ort am Fuße der Berge. Für uns der Ausgangspunkt zum Besuch der Felsenfresken von Buduruvagala. Laut unserem Reiseführer ist die Landschaft ein Paradies zum Tiere beobachten. Es soll hier nur so von Schlangen wimmeln und in einigen Tümpeln könnte man Krokodile sehen. Wir hielten Augen und Ohren offen, aber konnten leider beide Tierarten nicht entdecken. Dafür zeigten sich allerhand kleine Tiere wie z.B. Frösche, Leguane, eine Menge interessanter Insekten, viele verschiedene Vogelarten und sogar einige Affen.

Abends in unserem Hotelzimmer machten wir dann noch die Bekanntschaft mit riesigen Kakerlaken, die dort aus dem Abfluss der Dusche krochen. 

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus weiter. Nach 3 Wochen im Landesinneren freuten wir uns auf das Meer. Ein kleines moslemisches Fischerdorf namens Hamantota war unser Ziel. Die Enttäuschung war groß, als wir bei einem Spaziergang am Strand feststellen mussten, das der Ozean zum Schwimmen nicht geeignet war. Das Meer war aufgewühlt und die Brandung lebensgefährlich hoch. Da der Ort sonst nichts zu bieten hatte ging es am nächsten Tag weiter nach Unawatuna. Dieser Ort liegt in einer Bucht und ist durch vorgelagerte Riffe relativ gut geschützt. Wir fanden eine traumhafte Unterkunft direkt am Meer und so konnte die Erholung beginnen. 

herrlicher Strand in Unawatuna

Wir genossen die Zeit und unsere Tage füllten sich mit ausgedehnten Strandspaziergängen, Einkaufsbummel, schwimmen und ein bisschen schnorcheln. Zudem verwöhnten wir uns mit exotischen Früchten und abends mit leckerem Fisch. Einmal haben wir uns auch Hummer gegönnt, aber dafür musste uns die Restaurantbesitzerin erst zeigen in welchen Teilen sich das leckere Hummerfleisch versteckt. 

Als Abwechslung zum Strandleben machten wir verschiedene Ausflüge. Einen Tag fuhren wir nach Galle. Hier sind wir durch das alte holländische Fortviertel  gebummelt, besuchten das Historical Mansion Museum und erledigten wichtige Dinge wie Geld wechseln und Briefmarken kaufen.

In einem kleinen Reisebüro hatten wir eine 2-Tages-Tour in den Singharaja Regenwald gebucht. Es klang verlockend eine Nacht in Pfahlbauten mitten im Dschungel zu schlafen. Wir fuhren mit dem Auto ca. 80 km ins Landesinnere, bis es nur noch zu Fuß weiterging. Auf einem Trampelpfad ging es durch Teeplantagen und Reisfelder. Irgendwann wurde der Pfad immer schmäler und wir wurden vom Regenwald  verschluckt. Es war sehr schwül, die Luftfeuchtigkeit von etwa 90% schlauchte, der Schweiß rinn einem über die Stirn und wir hatten ein ständiges Durstgefühl. Noch dazu legte unser Führer in seinen Badelatschen ein ganz schönes Tempo vor. Nach gut  2 Stunden Fußmarsch waren wir fast am Ziel, es ging auf Lehmstufen hinunter zu einem breiten Fluss. Über den Fluss war ein Drahtseil gespannt, an dem ein Floß gebunden war. Nach einigen Rufen kam einer mit dem Floß auf unsere Seite. Und so wurde jeder einzeln hinüber gebracht. Kaum auf der anderen Seite angekommen fing es auch schon wie aus Eimern zu regnen an. Wir konnten uns auf die Veranda der Pfahlhütte retten.

voellig verschwitzt im Regenwald

Nach dem Essen waren wir gestärkt und voller Tatendrang. Also machten wir uns noch mal auf den Weg.

Hierbei ging alles erdenkliche schief. Auf dem Rückweg konnten wir nicht mehr über den Fluss, da der Regen ihn stark ansteigen ließ und die Strömung viel zu reißend war. Dazu kamen wir in die Dunkelheit und wurden von Blutegeln attackiert. Alles kam uns vor wie in einem schlechten Abenteuerfilm, bloß das wir die Hauptrolle spielen mussten. Unser Führer war sichtlich verzweifelt und der einzige Ausweg der noch blieb war zurück zum Auto zu laufen. Eigentlich wären wir schon viel zu erschöpft gewesen um noch weiter zu laufen, aber in solchen Extremsituationen merkt man erst wie weit man gehen kann. Erschwerend kamen noch die ekligen Blutegel dazu, die uns nun langsam die Beine hoch krochen. Nach einer Ewigkeit kamen wir an ein Haus. Hier wohnte eine sehr hilfsbereite und nette Familie, die uns für die Nacht aufnahm. Draußen zogen wir die Schuhe und die Hosen aus, und entfernten uns von den Blutegelmassen. Es war das reinste Blutbad, denn Blutegel sondern ein Sekret in die Bisswunde, damit das Blut nicht so schnell gerinnt und sie sich vollsaugen können. Die Familie kochte uns noch einen Tee und ließen uns als ihre Gäste in ihrem Bett! schlafen. So viel Gastfreundschaft ist einfach unvorstellbar.

Am nächsten Tag sah die Welt schon gar nicht mehr so schlimm aus, und als wir nachmittags am Strand saßen packte es uns wieder und wir gingen noch in ein Reisebüro um uns für den nächsten Tag eine Safari zu buchen.

In einem Jeep durchquerten wir auf Sandpisten das Vogelschutzgebiet Bundala. Unser Fahrer gab sich große Mühe, er wollte uns alle Tiere zeigen die es im Park gibt. Hier sahen wir nicht nur viele kleinere Vogelarten sondern auch eine Menge Affen, Warane, Pelikane, Flamingos und beim genaueren hinschauen waren die vermeintlichen Baumstämme im See Krokodile.

Das Beste war, als wir zwischen den hohen Dornengebüschen einen Elefant  sahen. Gerade mal einen Meter weit weg von uns konnten wir ihn von der Ladefläche unseres Geländewagens beim Fressen beobachten. Erst als er an uns vorbeistapfte wurde uns klar wie hilflos wir gegenüber ihm wären. Zum Abschluss ließ uns unser Fahrer noch die Kaktusfrüchte probieren. Das rötliche Fruchtfleisch schmeckt süß und ist sehr erfrischend.

Nach 9 Tagen im netten Unawatuna mussten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt machen, denn wir benötigten noch ein Visum. Als Unterkunftsplatz haben wir uns Mount Lavinia, einen noblen Vorort der Hauptstadt ausgesucht. Hier fanden wir ein nettes Hotel und abends trieb es uns in den "Frankfurt Lavinia Beer Garden". Dort konnten wir uns mal wieder die Bäuche mit Deutschem Essen voll stopfen.

Den nächsten Vormittag in Colombo verbrachten wir damit uns unser Visum zu besorgen. Hierbei wurden wir von einer Stelle zur anderen geschickt und mussten einige Formulare ausfüllen. Aber für ceylonesische Verhältnisse ging es echt schnell.

Den Nachmittag nutzten wir dann noch zur Stadtbesichtigung und für einen Bummel durch die Marktstraßen. Eines der schönsten Gebäude ist die Town Hall - das Rathaus. Mehr lohnt sich nicht über die Hauptstadt zu schreiben, denn sie ist  dreckig und hat, wie wir denken, nicht viel zu bieten.

Als wir die Großstadt hinter uns ließen ging es in den Küstenort Beruwala. Hier mussten wir unbedingt einmal auf den Fischmarkt. Dafür muss man hier früh aufstehen, denn morgens um 6.00 Uhr wenn die Fischer vom Fang auf hoher See zurückkehren wird der Fisch am Strand verkauft. Hier gibt es keine Verkaufsstände, denn der Fisch wird in den Sand geworfen und von dort aus mit viel Handeln verkauft. Von außen sieht es aus wie ein großer, geschäftiger Menschenauflauf. Einen guten Magen sollte man mitbringen, denn am Rand ist ein Haufen Fischabfall, der übelst stinkt. Trotzdem aber auf jeden Fall einen Besuch wert, man kann viele verschiedene Fischarten sehen und auch mal einem Hammerhai tief in die Augen schauen.

Unser nächster Stop zum Souvenierkauf war in Ambalangoda, dem Zentrum der Maskenherstellung.

Die letzten Tage vor dem Rückflug waren wir in Hikkaduwa. Ein hübscher Küstenort, an dem wir das Strandleben ein letztes Mal genossen. Bei einem Ausflug mit dem Fahrrad entdeckten wir einen schönen  Tempel. Hier im Ort schlemmten wir  als krönenden Abschluss noch 1 kg Hummer, bevor wir von dieser wunderschönen kleinen Insel Abschied nehmen mussten. 

Reisedauer: 08.09.1997 - 17.10.1997

 

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Infos per Internet

Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Sri Lanka gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de

Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.

Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Sri Lanka gibt´s auf www.willgoto.com.

Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Sri Lanka zu finden.