Slowenien (2003)

Allgemeine Landesinfo
Slowenien ist 20.273 qkm groß, und grenzt an die Länder Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. Vom Klima her kann man im Nordwesten des Landes mit alpinem Klima, im Nordosten mit kontinentalen und weiter unten im Süden mit mediterranen Klima rechnen. Die Hauptstadt des Landes ist Ljubljana und die Landessprache Slowenisch. Jedoch kann man sich je nach Aufenthaltsort auch gut in Deutsch oder Italienisch verständlich machen.
Einreisebestimmungen und Sicherheit
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Reisebericht Wie
kommt man auf Slowenien? Ganz einfach, denn was man an Bildern sieht und an
Berichten liest muss man in diesem Land noch so richtig ungezwungen
Motorradfahren können. Und das wollten wir mit unseren Enduros einfach mal
ausprobieren. Um nach
Slowenien reinzukommen wählten wir den Seebergsattel, der ja genau auf der
Grenze zwischen Österreich und Slowenien liegt. Die Kurven und Kehren waren
nach der langweiligen Autobahnfahrt eine willkommene Abwechslung, und weckten
schon langsam die Vorfreude auf das was uns in Slowenien erwarten soll. Die
Einreisekontrolle fand eigentlich nicht statt, denn irgendwie hatten die
Grenzbeamten da oben keine Lust auf Arbeit. War auch gut so, denn wir hatten die
vorgeschriebenen Ersatzglühbirnen natürlich auch nicht dabei. Schon nach
wenigen Kehren bergab ergaben sich dann auch die ersten schönen
Aussichten (Bild) auf das Massiv der Kamnisko-Savinjske Alpen. Übernachtet
haben wir in Slowenien immer in unserer tragbaren Villa (andere sagen da
abschätzig Zelt zu ) auf irgendwelchen Campingplätzen. Die sind zwar nicht
alle im besten Zustand, dafür aber recht günstig. Geld
getauscht haben wir am Ljubljana International Airport, an dem wir zufällig auf
dem Weg zu unserem ersten Campingplatz vorbeikamen. Ansonsten kann man aber auch
problemlos Geld in der Landeswährung mit der normalen EC-Karte an den meisten
Bankautomaten abheben. Unsere erste
Station war in der Nähe der Stadt Skofja
Loka (Bild). Diese mittelalterliche Stadt mit der fast autofreien Altstadt und
den schmalen und engen Gassen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Von hier aus
fuhren wir unsere erste Tagestour: Wir
fuhren von Skofja Loka Richtung Zelezniki und dann weiter nach Bled. Herrliche
kleine Landstraßen in gutem Zustand, die sich teilweise mit recht engen Kehren
die Berge hochwinden. Hier sollte man nicht zu schnell durchdüsen, denn immer
wieder sorgen Heutransporte (die noch vom Bauern selbst per Hand gezogen werden)
und Rollsplitt für kurze Adrenalinstöße. Auch die Landschaft mit den vielen
bunten Wiesen und sanften dicht bewaldeten Hügeln
(Bild) sollte man sich nicht entgehen lassen. In Bled selbst ist ein Besuch des
berühmten Schlosses
(Bild), das auf einem kleinen Felsen mehr als hundert Meter über
dem Ort und dem See thront, Pflicht. Denn
von hier oben hat man eine hervorragende Aussicht auf den See mit seiner kleinen
Insel und den umliegenden Bergen. Der Ort selbst ist einer der wenigen die wir
in Slowenien fanden, der fest in Touristenhand ist. Viele Reisebusse und
überteuerte Preise - also nix wie weg da. Nur
wenige Kilometer westlich kann man dem Bike schon wieder eine Pause gönnen.
Denn hier lädt die traumhafte Vintgar-Klamm
(Bild) zu einem Spaßziergang durch eine Bilderbuchschlucht ein. Entlang des glasklaren
Flusses Radovna spaziert man auf Holzstegen und Brücken durch eine enge und
tiefe Klamm, die zu unserer Zeit auch kaum besucht war. Von der Klamm aus
trieben wir unsere Bikes über kleine Nebenstraßen mit schlechtem Asphalt und
meist unübersichtlichen Kurven immer gen Westen bis zum See Bohinjsko jezero.
Nach einer kurzen Cappucchino-Pause wollten wir nun unsere erste richtige
Schotterstrecke unter die Reifen nehmen. Dazu bogen wir auf dem Rückweg in
Bohinjska Bistrica rechts ab, und folgten einfach der Beschilderung nach Skofja
Loka. Wir wurden nicht enttäuscht,
denn schon nach wenigen Kilometern endete die Asphaltpiste und ging nahtlos in
Schotter über. Mit fast leerem Tank und einem Berggewitter im Nacken brausten
wir nun also immer Richtung Zeltplatz. Doch irgendwo haben wir hier den Bogen
nicht ganz bekommen, und wir bekamen neben normalen Schotterpisten noch richtig
üble Feldwege zu fahren, da wir in diesem Labyrinth aus kleinsten Wegen und
Pisten nicht richtig aufgepasst hatten. Für Leute mit Enduros macht das hier
richtig Spaß und sollte unbedingt unter die Stollen genommen werden. Nach einer
schweißtreibenden "Abkürzung" von etwa einer Stunde waren wir dann
aber wieder auf dem rechten Pfad, und erreichten gerade noch rechtzeitig vor dem
Gewitter unser Zelt. Einfach Geil, denn so was dürfte man bei uns in
Deutschland gerade mal mit dem Mountainbike befahren. Das
Gewitter war eine willkommene Abwechslung, denn so wurden die
Dampfkesseltemperaturen des Tages etwas heruntergekühlt, und der Regen
entstaubte unsere Maschinen wieder etwas. Am
nächsten Morgen wurde der Popo noch mal mit Penatencreme für die nächste Tour
geschmiert und schon konnte es losgehen. Wir wollten den Triglav, den höchsten
Berg der Julischen Alpen umrunden. Auf der autobahnähnlichen Bundesstraße 202
rissen wir die ersten Kilometer ab, um etwas zügiger vorwärts zu kommen. Aber
schon kurz hinter Bled konnte man den felsigen Kalkriesen mit seinen 2863 Metern
das erste Mal sehen. Zum Warmwerden
düsten wir im Ort Mojstrana von der Bundesstraße herunter, und fuhren die
Stichstraße ins Vrata-Tal hinein. Die ist ein wahrgewordener Traum eines jeden
Motorradfahrers (mit anständiger Maschine). Sage und schreibe 25%
Steigung (Bild) bietet sie einem bei kleiner und oft enger Straße mit
unübersichtlichen Kurven und immer wieder schönste Schotterpassagen
(Bild).
Eigentlich müsste man die Straße zwei Mal fahren, einmal zum heizen und dann
zum Gegend anschauen. Denn sie ist mit einem schönen Wasserfall, dichten Wald
und felsigen Aussichten auf den Triglav wirklich sehenswert. Oben kam uns sogar
eine Gruppe wildgewordener Chopperfahrer entgegen, die aber den
Gesichtsausdrücken nach nicht so viel Gaudi beim Hinauffahren hatten wie wir
mit unseren Maschinen. Die Straße ist etwa 10 km lang, und endet auf einem
Parkplatz in einem Kessel an der steilaufragenden Nordwand des Triglav. Weiter ging
es dann über Kranjska Gora zum Vrsic-Paß. Ja nun, was soll man zu dem sagen?
Einfach Geil: man schlängelt sich auf unzähligen aber herrlichsten Kehren über den
1611 m hohen Pass. Eine Kehre ist schöner wie die andere, und das
Kopfsteinpflaster in den Kehren und der Rollsplitt auf der Straße sorgen immer
wieder für zusätzlichen Spaß. Nicht nur deshalb sollte man hier aber mit dem
Gasgriff vorsichtig hantieren, sondern auch wegen der gigantischen Aussichten
die man hier immer wieder hat. Nach
einer der vielen Kurven kommt ein kleiner Parkplatz, von dem aus man die russische
Kapelle (Bild) zu Fuß in 1-2 Minuten besuchen kann. Sie ist eine von vielen
traurigen Überbleibseln des sinnlosen Krieges, der hier einmal geführt wurde. Sie ist
aber wirklich hübsch anzuschauen, und auf jeden Fall eine Pause wert in der
Kurvenhatz. Nach der Passhöhe fällt der Blick in das dicht bewaldete Trentatal ,
mit der wild ins Tal donnernden Soca. Man fährt auf bester Asphaltdecke in den
dichten Wald des urigen Soca-Tals hinein, wo man sich wie in einer anderen Welt
vorkommt. Kaum Siedlungen, und wenn
dann meist alte und urige Bauernhöfe und immer wieder atemberaubende Ausblicke
auf die wilde Soca mit ihrem kristallklaren Wasser. Dieses schimmert oft
farbenprächtig und wechselt ihre Farbe von türkis über aquamarin bis hin zu
kristallklar in ihrem felsigen
Flussbett (Bild). Hier im Soca-Tal kann man auch immer wieder die unzähligen
Hängebrücken
(Bild) sehen, über die die Bauern auf ihre teilweise recht abgelegenen Gehöfte
gelangen. Auch an Campingplätzen in bester Lage mangelt es hier nicht, so dass
man ohne Probleme ein Plätzchen für sich und sein Zelt findet. Wir fuhren noch
bis Kobarid, wo wir dann auf einem sehr schönen und kleinen Campingplatz unsere
Villa aufbauten. Natürlich bekamen wir auch hier wieder unsere allabendliche
Dusche durch ein aufziehendes Berggewitter. Am nächsten Morgen bekamen wir dann
noch einen schönen
Rückblick (Bild) auf die Soca, bevor wir im Ort Kanal von der Bundesstraße
abbogen, um in das Weinanbaugebiet an der italienischen Grenze zu gelangen. Dieses
war zwar schön anzusehen mit all den kleinen Ortschaften inmitten der mit
Weinreben übersäten Hügel, aber es war hier in etwa so kühl wie in einer gut
geheizten Sauna. So machten wir uns auch fix wieder auf den Weg, der uns weiter
nach Süden führte. Unser Ziel war
hier die Region um die Stadt Postojna mit ihren spektakulären Höhlen und
Burgen. Hier gönnten wir unseren Bikes mal wieder eine Pause, und fuhren mit
der Bergbahn in die riesige Höhlenwelt der größten Tropfsteinhöhle Europas,
der Postojnska jama. Trotz der happigen 13 Euro Eintritt pro Person eine
absolute Show. Auf der etwa 1,5 Stunden langen Tour, die wir sogar mit nur zwei
anderen Deutschen zusammen in unserer Sprache bekamen, sollte man sich wegen der
8 Grad im Inneren der Höhle schön warm anziehen. Endlich waren wir mal froh um
unsere Motorradbekleidung....... Ein
weiterer Pflichtbesuch war hier natürlich das wirklich toll anzusehende
Höhlenschloss Predjamski grad, das etwa 9 Kilometer von der Tropfsteinhöhle
entfernt liegt. Auch unter dieser Burg gibt es eine Höhle zu besuchen, die zu
dem weitläufigen und 20km langen Netzwerk von Tropfsteinhöhlen gehört. Da
es uns hier unten im Süden deutlich zu heiß war, und auch unser Urlaub dem
langsamen Ende zu ging, verzichteten wir auf eine Weiterfahrt an die
Adriaküste, und verschwanden wieder in Richtung kühleres Bergland. Hierzu
wählten wir ab der Stadt Ajdovscina die kleinen Nebenstraßen über Lokavec und
Lokve bis nach Tolmin im Soca-Tal. Auch hier wurden unsere Erwartungen nicht
enttäuscht. In kleinen und engen Kurven schraubten wir uns die Bergkette empor,
und die Temperaturen sanken schnell wieder auf ein erträgliches Maß. Die
Strecke führte abwechselnd durch saftige und bunt blühende Wiesen und dichte
Wälder, und endete schon bald in einer herrlichen weichen Schotterstraße. Da
hier so gut wie kein Verkehr herrscht kann man ruhig mal ein bisschen mit seinem
Moped herumexperimentieren, was auch richtig Spaß macht auf dem Untergrund. Wie
auf den meisten Nebenstraßen die wir in Slowenien gefahren sind, ist eine
Enduro durchaus sinnvoll. Denn so kann man all die Schotterstraßen und Feldwege
so richtig genießen, die hier vollkommen legal befahrbar sind. Denn die Biker
auf ihren Choppern und Sportlern die uns manchmal entgegenkamen, machten meist
keinen besonders glücklichen oder gar entspannten Eindruck. Erst
bei Tolmin bekommt man wieder festen Asphalt unter die Räder, und es geht an
kleinen Seen und schönen Aussichten wieder zügig gen Norden. Wir fuhren bis
zum Ort Soca zurück, da wir dort auf dem Hinweg einen schönen Campingplatz in
bester Lage entdeckt hatten. Hier wurden wir unzulässiger Weise auch auf´s
allerübelste von einem kleinen Weltuntergang in Form eines sehr heftigen
Gewitters bedrängt. Für die Bikes entladen und Zeltaufstellen haben wir mit
Sicherheit keine 5 Minuten gebraucht, denn dann brach das Unwetter mit aller
Heftigkeit los. Wir hatten schon Angst um unsere Bikes und vor allem das Zelt,
was sich wegen der starken Sturmböen in allerübelste Schräglage legte. Zum
Glück hatten wir uns ins nahe gelegene Duschhäuschen gerettet, so dass wir dem
Treiben aus sicherer Entfernung zuschauen konnten. Aber nach etwa 2 Stunden war
der ganze Spuk wieder vorüber, und wir machten uns bei gespenstischer
Stimmung (Bild) auf den Weg nach Bovec, um etwas zum Beißen zu organisieren. Am
nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von Slowenien, da wir uns wieder
Richtung Grenze und somit der Heimat näherten. Doch einen Superknaller
hatten wir
uns noch aufbewahrt. Wir düsten den recht netten Predil-Pass Richtung
italienische Grenze hinauf, schlugen aber kurz vorher noch einen Haken zur
Mangart-Straße, die der absolute Höhepunkt all der grandiosen Straßen dieses
schönen Landes sein sollte: Beim
Abbiegen von der Hauptstraße signalisierte uns die geöffnete Schranke und ein
Hinweisschild, dass die Straße offen ist. Doch kaum kamen wir um die erste
Kurve trauten wir unseren Augen kaum, denn vor uns sah es aus als wäre erst vor
kurzer Zeit eine Lawine heruntergerauscht. Die knapp 12km
lange Straße windet sich wirklich tollkühn den 2677m hohen Berg hinauf, und
erreicht auf der Lahnscharte mit 2055m den höchsten anfahrbaren Punkt der
Julischen Alpen. Bei der Straßenführung
(Bild) mit bis zu 18% Steigung und den immer besser werdenden Ausblicken
(Bild) bleibt einem echt die Spucke weg, denn direkt neben der engen Fahrbahn
geht´s oft direkt einige hundert Meter die Bergflanke hinab, oder man
verschwindet wieder einmal in einem der unbeleuchteten und teils recht langen
Tunnel. Oben angekommen sollte man
sich auf jeden Fall eine Pause gönnen, um dieses fahrerische Spektakel zu
verdauen und damit man die eindrucksvolle
Aussicht (Bild) auf die Weißenfelser Seen in Ruhe genießen kann. Für uns war
diese Straße der absolute Höhepunkt all der schönen und manchmal
abenteuerlichen Straßen, und es machte so richtig Spaß hier mit der Enduro
durchzufahren. Nach der Abfahrt
passierten wir dann wenige Kilometer weiter die Grenze zwischen Slowenien und
Italien, die genauso wie die Einreise ohne Kontrolle und Zwischenfälle über
die Bühne ging. Diese Reise fand
im Juni 2003 statt. Zum
Thema Motorradtouren können wir hier aus dem Bruckmann-Verlag "Die
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Wichtige und gute Informationen für eine
Reise nach Slowenien gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes.
Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und
Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de Zum
Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de
empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da
allerhand zu finden. Und zum Schluss noch ein Tipp für
weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de
, www.pervan.de, www.reiseträume.de
, www.derreisetipp.de und
www.reiseberichte.com
gibt es noch mehr zum Thema Slowenien zu finden.


Schotter
und kleine Felsbrocken, gepaart mit Furchen und tiefen Löchern in der Straße -
na dann mal los. Der ganze Spaß dauerte aber nicht wirklich lange, dann ging
diese üble Piste wieder in gepflegten Asphalt über, der nur noch ein Mal von
groben Schotter abgelöst wurde. Das die Anfangspassage aber wirklich
abschreckend ist, merkten wir auf dem Weg nach oben sehr deutlich am komplett
fehlenden Verkehr, wir hatten diese herrlich enge Bergstraße ganz für uns
allein. Na ja, fast jedenfalls, denn ab und an mussten wir sie mit einer
Ziegenherde teilen.
