Namibia (2004)

Allgemeine Landesinfo
Namibia erstreckt sich auf die unglaubliche Fläche von 824292 qkm, und hat damit Dimensionen die wir in Europa kaum kennen. Es grenzt im Süden an Südafrika, im Osten an die Staaten Botswana und Zimbabwe, und im Norden an Angola und Zambia. Es herrscht durchweg ein arides Klima, mit einer ungefähren Regenzeit von Januar bis April. Die Landeshauptstadt ist Windhoek und die Landessprachen sind Englisch, Afrikaans und auch Deutsch. Somit ist eine Verständigung meist problemlos möglich.
Einreisebestimmungen und Sicherheit
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Informationen zu den Einreisebestimmungen
Informationen zur Sicherheit und politischen Lage
Reisebericht
Wieder einmal war es bei uns soweit, das Reisefieber gewann die Oberhand und wir mussten weg. Doch in Namibia ist es nicht ganz so einfach wie sonst bei uns im Urlaub, denn da können wir uns nicht einfach in Busse oder Züge setzen und mit unseren Rucksäcken kreuz und quer durch´s Land fahren. Denn Namibia ist Autofahrer-Land, und bei der Wahl des Mietwagens sollte man sich im Vorfeld schon sehr gründlich überlegen wohin man will, und vor allem wann.
Wir entschieden uns entgegen der Meinung unserer nicht allzu prall gefüllten Reisebörse für einen 4x4 Geländewagen, und haben diese doch recht teure Investition kein einziges Mal bereut. Denn als Reisezeit wählten wir den März und April, waren also voll in der Regenzeit unterwegs. Das hat nicht nur den Vorteil dass man Namibia teilweise herrlich grün erlebt, nein man kann bei Campingurlaub auch gänzlich auf das sonst übliche Vorbuchen von Plätzen und Unterkünften verzichten, und kommt aufgrund schlechter Straßen (wie schon bei Reisewetter beschrieben) auch immer mal wieder in den Genuss von kleineren Geländefahrten.
Nun aber von Anfang an:
Von daheim aus hatten wir uns über das kleine Reiseunternehmen Nature Trekking (näheres dazu unten bei Internet-Infos) einen Geländewagen mit kompletter Campingausrüstung vorgemietet. Somit hätten wir bei eventuellen Problemen einen Ansprechpartner in Deutschland, wurden aber auch gleich nach Ankunft am Flughafen abgeholt, und mussten kaum etwas von unserer eigenen Outdoorausrüstung mitschleppen.
Es funktionierte wirklich reibungslos, kurz noch Geld am Flughafen getauscht und schon ging es los Richtung Windhoek. Hier bekamen wir nun nach einer kurzen Einweisung ins Auto unseren Toyota Hilux Geländewagen mit Dachzelt und Campingausstattung, und unser Abenteuer Namibia konnte endlich losgehen.
Hochkonzentriert versuchten wir uns durch die Hauptstadt zu kämpfen, was durch unsere ersten Fahrversuche mit dem Lenkrad auf der falschen Seite doch immer wieder zu witzigen Situationen führte. Denn nach dem Anfahren an der Ampel griffen wir immer wieder beherzt mit der rechten Hand in die Seitenverkleidung der Tür, nur um festzustellen dass der Schalthebel links von einem liegt. Auch das Abbiegen signalisierten wir anfangs gern mit dem Einschalten des Scheibenwischers, statt zu Blinken, da auch die Funktion der Bedienungshebel umgekehrt wie in deutschen Autos ist. Aber so wurde uns wenigstens nicht langweilig auf der Suche nach dem ersten großen Supermarkt.
Das Nötigste wie Gewürze, Nudeln und ein paar Fertiggerichte hatten wir uns schon von daheim mitgebracht, aber es wurde auch so ein Rieseneinkauf, wobei wir die große Auswahl hier in Windhoek noch richtig genossen. Denn aus anderen Reiseberichten wussten wir ja dass sich das mit der Auswahl noch deutlich ändern soll. Anschließend ging es noch kurz an die nächste Tankstelle wo uns bald der Schlag traf. Denn in den unendlichen Weiten unseres Fahrzeugtanks verschwanden doch tatsächlich 116 Liter, was bei dem günstigen Spritpreis aber noch gut zu bezahlen ist.
Nun ging´s doch schon recht müde wieder raus aus der Stadt, und zu unserem ersten und bereits vorgebuchten (es war das Einzigste was wir in den ganzen 5 Wochen vorgebucht hatten) Campingplatz auf halber Strecke zwischen Windhoek und dem internationalen Flughafen. Hier sortierten und packten wir erst mal alles um, räumten alles Pistentauglich in unseren Toyota (Bild) und versuchten dann zwischen einzelnen Regenschauern irgendwie den Grill in Gang zu bekommen. Als auch das endlich vollbracht war, fielen wir wie zwei Steine todmüde in unser Dachzelt.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich los, voller Vorfreude packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg. Wir fuhren auf der geteerten B1 geradewegs gen Süden über Rehoboth zum Hardap Staudam. War die Gegend um uns herum anfangs noch bergig und mit dichtem grün bewachsen, so wurde es auf den Weg in den Süden langsam aber sicher immer flacher, der Bewuchs wurde spärlicher und auch das Grün wurde immer weniger.
Der Hardap Dam ist mit 24qkm Oberfläche der größte Stausee Namibias und bietet neben wunderschöner aber schon recht karger Landschaft (Bild) auch schon die ersten und von uns sehnlichst erwarteten Einblicke in die Tierwelt des Landes.
Hier
gibt es einige tolle Pisten, die man aber nur mit einem
Geländefahrzeug befahren sollte. Eine kleine Übersichtskarte dazu
erhält man im Office direkt an der Staumauer. Während unserer
Rundfahrt bekamen wir dann auch einige Springböcke und Strauße, sowie
ein großes männliches Kudu und einen Schakal zu sehen. Schon toll,
denn all die Tiere sieht man entlang der Straße oder ein paar Meter
weiter im flachen Buschland. Uns hat dieser Abstecher sehr gut gefallen,
vor allem weil wir hier auch mal das Fahren im Gelände ein wenig
ausprobieren konnten.
Wir fuhren dann noch weiter bis kurz vor Keetmanshoop, denn hier gibt es etwa 20 km nördlich und rechts der Straße einen "neuen" und bisher nicht so bekannten Köcherbaumwald, an dessen Rand wir auf einem netten und sehr einfachen Campingplatz (Garas Quivertree Park Campsite) übernachteten.

Da wir hier mit nur einem anderen Pärchen allein waren, konnten wir die herrliche Stimmung während des Sonnenuntergangs voll und ganz genießen, und es war ein wunderschöner Anblick wie aus dem Farbenspiel der untergehenden Sonne langsam aber stetig der überwältigende Sternenhimmel mit seiner deutlich sichtbaren Milchstraße herauskam.
Am Abend wie auch am nächsten Morgen liefen wir hier zwischen all den Köcherbäumen (Bild) herum, und bewunderten die manchmal seltsamen Wuchsformen und das in dieser kargen Landschaft überhaupt solche Bäume wachsen können. Da der milchigen Saft der Pflanze hochgiftig ist, sollte man da lieber mit den Augen und weniger mit den Fingern schauen.
| Köcherbaum: Hierbei handelt es sich nicht um einen richtigen Baum, sondern um eine Baum-Aloe, dessen weichfaserige Äste von den Buschmännern ausgehöhlt wurden, um sie als Köcher für ihre Pfeile zu benutzen. Diese Pflanze kann in ihrem Stamm aufgenommenes Wasser hervorragend speichern, und zwischen jeder Gabelung der Äste liegen etwa 30 Jahre. |
Weiter ging es dann zum angeblich richtigen Köcherbaumwald, an dem wir uns aber nur kurz das Permit für den Giant´s Playground holten, der auch ganz in der Nähe ist. Als wir beim Holen des Permits sahen was hier an diesem Wald los ist waren wir wirklich froh das wir den "unseren" in Einsamkeit und Ruhe genießen konnten. Denn hier war doch einiges mehr los, und irgendwie typisch touristisch aufbereitet.
Etwa 5 km nordöstlich wanderten wir dann durch den Giant´s Playground, der auch wirklich so aussieht als hätten hier einmal Riesen mit Steinen und Felsen gespielt (Bild). Überall liegen wild übereinander getürmte Felsen oder kleine "Festungsmauern" herum, und das Ganze wirkt wie ein riesiger Irrgarten, da man selbst so klein in dem ganzen Chaos ist. Auch hier wachsen immer mal wieder ein paar Köcherbäume, und wenn man etwas Glück hat, entdeckt man auch eine der vielen Stabheuschrecken (Bild) die hier leben. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie ein Ast, können sich aber blitzschnell bewegen, wenn Beute in der Nähe ist.
Weiter gen Süden ging es über die C12 und die C37, wobei die Landschaft immer trockener und rauer wird. In dieser Einöde sahen wir sehr viele Springböcke und auch mal ein Zebra. Am Hobas Camp bezogen wir dann wieder unser Zelt, denn hier gibt es recht gute Campingplätze, die schön schattig unter hohen Bäumen liegen, und man kann sich etwas im sauberen Pool gleich gegenüber abkühlen.
Gleich am nächsten Morgen ging es dann aber los, schließlich waren wir nur noch einen Steinwurf vom zweitgrößten Canyon der Welt, dem Fish River Canyon, entfernt. Ein bisschen auf und ab und noch ein paar Schotterkurven, und schon steht man am Hauptaussichtspunkt des Canyons.
Grandios und überwältigend,
atemberaubende Blicke in die tief zerfurchte Schattenwelt des Canyons
und dazu ein herrliches Panorama über die umliegenden Berge und
Felsmassive.
Ein wirklich tolles Gefühl an der Abbruchkante zu stehen, der heiße Wind umweht einen und man blickt gedankenverloren in die Tiefe. Unten am Grund sieht man überall ein paar kleine Naturpools, in dem sich Grundwasser und die Reste vom letzten Regen sammeln, von dem dann auch die Wanderer und das in der Schlucht lebende Wild leben müssen. Auch als Nicht-Geologe kann man sehr gut die einzelnen Gesteinsschichten dieses 27 km langen und 549m tiefen Canyons erkennen.
Wenn man wie wir hier mit einem Geländewagen unterwegs ist, dann sollte man sich auf keinen Fall den 4x4 Trail über Palm Springs zum Eagles Rock Aussichtspunkt (Bild) entgehen lassen. Eine felsige und sehr einsame Piste führt meist in der Nähe der Abbruchkante entlang des Canyons, und man hat immer wieder tolle Aussichten in den Canyon und eine faszinierend-schroffe Landschaft um sich herum. Neben verschiedenen wasserspeichernden Pflanzen wie roten Aloen und hohen Wolfsmilchgewächsen sieht man auch hier immer mal wieder ein paar Köcherbäume, die oft verloren in der Weite der Landschaft stehen (Bild), oder aber durch Webervögelnester immens vergrößert wurden (Bild). Die Piste macht nicht nur vom Fahren her richtig Spaß, auch der Blick hinaus bietet einem immer wieder etwas anderes. Wir verbrachten hier am Canyon einen ganzen Tag nur mit herumfahren und laufen, rumsitzen und Aussicht genießen.........
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg, wir wollten uns die heißen Quellen von Ai-Ais anschauen. Die Strecke dorthin ist wirklich sehenswert, vor allem die letzten Kilometer, die durch wildzerfurchte Schluchten führen, und man denkt man wäre auf dem Mond unterwegs. Kurz vor dem Eingangstor von Ai-Ais tummelte sich eine große Horde von Pavianen, die hier die Gegend unsicher machen. Das war dann aber auch schon das Aufregenste an Ai-Ais. Zum Glück konnten wir den Torposten überreden, dass er uns mit dem noch gültigen Permit vom Camp Hobas und dem Fish River Canyon hereinlässt, denn sonst hätten wir nur für´s Anschauen der Quellen auch noch Eintritt zahlen müssen.
Ai-Ais liegt in einer brütend heißen Felsschlucht, und ist eigentlich ein großes Resort ohne Charm und Stil, wo man Bustouristen billig (sieht wenigstens so aus) unterbringen kann. Die Campingplätze sind einfache große Flächen ohne Schatten oder sonst was, und das Restaurant hat feste Essenszeiten, so das wir auch hier mit knurrenden Bäuchen wieder abzogen, weil wir die festgelegte Zeit verpasst hatten. So schnell wie wir drinnen waren, waren wir auch schon wieder weg, und fuhren auf der D316 über ein endlos erscheinendes wüstenartiges Plateau weiter an die Grenze zu Südafrika, nach Noordoewer.
Hier
gibt es eigentlich nichts, außer einigen Campingplätzen und einer
Tankstelle mit Bottleshop. Dafür ist die Fahrt am Oranje entlang
wirklich schön und abwechslungsreich. Meist führt sie in
stetigem Auf und Ab am Fluss entlang, und man hat schöne Ausblicke auf
den sanft dahinfließenden Fluss mit seinem auffallenden Grünstreifen
in einem sonst trostlos trockenen Land, das hier fast nur aus Fels und
Schutt zu bestehen scheint. Zu unserer Zeit war die Straße in gutem
Zustand, und man wäre bei vorsichtiger Fahrweise hier auch gut mit
einem normalen Pkw durchgekommen.
In Rosh Pinah, einer Minenstadt inmitten der Weiten des namibischen Outback kann man dann eine kleine Pause machen. Der Ort überraschte uns mit guten Einkaufsmöglichkeiten, Tankstelle und auch ein paar netten kleinen Läden mit Snacks und Kaffee. So konnten wir frisch gestärkt die letzte Endlosetappe bis Aus in Angriff nehmen. Die Strecke hier ist so monoton und langweilig, dass man dass Gefühl hat überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Einzig ein paar Strauße entlang der Straße sorgen mal für Abwechslung.
Aus selbst ist ein verschlafenes Nest mit kleiner Einkaufsmöglichkeit und teurer Tankstelle, aber 2 km westlich liegt die sehr schöne Gästefarm Klein Aus Vista (mehr dazu unter Internet-Infos), auf der man es auch länger aushalten kann. Der Campingplatz liegt inmitten sehr schöner Landschaft (Bild), und ist sehr schön und großzügig angelegt. Von hier machten wir dann auch einen Tagesausflug in die verlassene Minenstadt Kolmannskuppe und nach Lüderitz. Dort war der Wind leider so heftig, dass wir mit unserem Dachzelt kein Glück beim Übernachten gehabt hätten, und so doch lieber wieder bei Aus geschlafen haben.
Da Aus auf etwa 1600 Meter liegt, baut man innerhalb der nächsten 20 km etwa 1500 Meter Höhenunterschied auf dem Weg zum Meer ab. Das Panorama hier ist wirklich toll, denn nur wenige Inselberge versperren den Blick in die Weiten der Namib-Wüste. Rechts von einem erstrecken sich die unbewohnten Weiten der Namib-Wüste, und links von einem ist das Diamanten-Sperrgebiet, das man auf keinen Fall betreten darf. Entlang der Straße sahen wir auch hier immer wieder mal ein paar Strauße und ab und an auch mal eine Oryx-Antilope. Die Straße führt schnurrgerade gen Westen, mitten durch die Sandwüste, die so nach und nach langsam die Oberhand gewinnt. Irgendwann kommen dann die ersten Warnschilder "Sand", die man durchaus ernst nehmen sollte. Denn der Südwester Seewind fegt hier immer wieder Sandfahnen über die Straße oder häuft kleinere Dünen auf die Straße, die beim Befahren mit höherer Geschwindigkeit steinhart sind.
Irgendwann passiert man den alten
Bahnhof "Grasplatz", und man sieht links neben sich immer mal
wieder die alten Bahngleise in der Wüste liegen. Hier bekommt man schon
einen ersten Vorgeschmack auf die Geisterstadt Kolmannskuppe, und wie
sich die Wüste alles wiederholt. Denn die noch sehr gut erhaltenen
Gleise enden hier oft inmitten hoher Sandberge - von der Wüste
verschluckt.
Einige Kilometer weiter erreichten wir dann die alte deutsche Minenstadt Kolmannskuppe, für deren Besichtigung man ein Permit braucht, was man angeblich nur in Lüderitz kaufen kann. Da wir allein waren versuchten wir es einfach direkt an der Schranke, und der nette Mann dort verkaufte uns auch prompt zwei der Besuchertickets für die Geisterstadt. Hier bekamen wir eine sehr interessante Führung in Deutsch, wobei uns viel über die Vergangenheit und Geschichte dieser ehemals deutschen Siedlung erzählt wurde. Irgendwie schon faszinierend was unsere Vorfahren vor gut 100 Jahren schon so alles auf die Beine gestellt haben, und vor allem dass die Gebäude auch heute noch stehen.
Nach der Tour kann man dann noch allein durch die einzelnen Gebäude wandern, und alles noch einmal in Ruhe betrachten und bewundern. In einigen Gebäuden ist es richtig unheimlich, alles leer und ausgestorben, und teilweise sind die Gebäude auch schon wieder von der Wüste zurückerobert und halbwegs im Sand verschwunden (Bild). Ein Besuch der unserer Meinung nach bei keiner Namibia-Reise fehlen darf.
Weiter ging es dann am nächsten Tag von Aus ein kurzes Stück auf der C13 und dann auf die wunderschöne D707, die einen flankiert von der Namib Wüste und den wilden Tirasbergen gen Norden bringt. Ein Leckerbissen für Wüstenfans, denn die Straße führt einen abwechselnd über weite Ebenen mit kaum Bewuchs, manchmal ganz nah an die schroffe Felsweld der Tirasberge heran, und dann auch wieder recht nah an die steinige und sandige rotschimmernde Weite der Namib Wüste.
| Oryx Antilope, oder auch Gemsbock genannt. Sie kann ihre Körpertemperatur über einen längeren Zeitraum der Außentemperatur anpassen, um Wasserverlust durch Transpiration zu verhindern. Eine Körpertemperatur von 42 Grad, für andere Tiere tödlich, übersteht sie durch ein dicht verzweigtes Netz aus Blutadern im Gehirn mehrere Stunden lang. Ihre Spieße, bis zu 1,2m lang, werden im Kampf gegen Raubtiere zu tödlichen Waffen. |
Dazu ist diese Straße (Bild) kaum befahren aber dennoch in gutem Zustand, so dass man die Natur und all die Strauße und vielen Oryx Antilopen (Bild) um sich herum auch richtig genießen kann. Wir übernachteten hier auf der Straußenfarm (Bild) Koiimasis, die 4 traumhaft gelegene Campingplätze inmitten einer einsamen Felsschlucht haben. Der Platz ist zwar nicht ganz billig aber mit seiner Luxus-Ausstattung inmitten der herrlichen Landschaft auf jeden Fall eine Übernachtung wert. Die Besitzer sind deutschsprachig und verkaufen auf Nachfrage absolut leckeres Straußen- und auch Oryxfleisch. Beides gehört zu den besten Fleischsorten die in Namibia aufzutreiben sind.
Unser weiterer Weg führte uns dann über die C27 nach Sesriem. Das von uns befahrene Stück verdient aber kein C als Bezeichnung, denn die Straße war oft sehr sandig und von Spuren zerfurcht, so dass es oft eher ein Surfen als kontrolliertes Fahren war. Fährt man zu langsam kommt man in den Genuss von wirklich jeder Bodenwelle und man dreht irgendwann durch vom ganzen Geholper, fährt man etwas über 80 km/h ist es deutlich angenehmer, aber man bewegt eine fast unkontrollierbare Fuhre über das Sand-Schotter-Gemisch, und hat einen ewig langen Brems- und Reaktionsweg. Auf solchen Straßen waren wir froh um die Robustheit unseres 4x4 Fahrzeugs, und hätten nie und nimmer mit einem normalen Pkw unterwegs sein wollen. Auch hier ist die Landschaft sehr abwechslungsreich, und wechselt immer wieder zwischen Busch- und Baumsavanne, offene Grassteppe und Berglandschaft. Einfach toll.
In Sesriem angekommen hatten wir auch ohne Vorreservierung keinerlei Probleme einen Campingplatz innerhalb der Parkgrenzen zu bekommen. Denn das hat den Vorteil dass man schon eine Stunde vor Sonnenaufgang Richtung Sossusvlei aufbrechen darf, während alle Tagesbesucher erst bei Sonnenaufgang in den Park gelassen werden. Die Plätze sind nicht wirklich schön, viel Rummel und sehr touristisch, aber für eine Nacht hat´s gut gelangt.
Unser
ersten Ziel hier war der schroffe und faszinierende Sesriem Canyon, der
etwas abseits der Hauptattraktionen gleich am Anfang des Natur Parks
liegt. Wir waren auch hier wie so oft ganz alleine, und konnten alles in
Ruhe erkunden.
Der Canyon ist etwa 30 m tief, und vom Wasser und Wind über Jahrmillionen wild zerklüftet und ausgehöhlt. Unten im Canyon (Bild) stößt man immer wieder auf Wassertümpel, einige Tok-Tok Käfer und überall schwirren Tauben um einen herum. Das schöne an der Wanderung im Canyon ist, dass man überall dank der hochaufragenden Wände kühlen Schatten hat, und sich somit alles viel entspannter anschauen kann, ohne zum Brathähnchen zu werden.
Am nächsten Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn wir wollten wie alle anderen auch den Sonnenaufgang inmitten der hohen Dünen im Sossusvlei genießen. Doch sollte man vorsichtig fahren, denn in der Dunkelheit sind die oft riesigen Schlaglöcher kaum zu erkennen, und das Stück bis in den Vlei zieht sich ganz gut. Bis zum 2x4 Parklplatz kann noch jeder mit dem eigenen Fahrzeug fahren, erst dort kann man dann für umgerechnet ca. 10 Euro! (die spinnen doch) in ein Buschtaxi umsteigen, dass einen dann die letzten 5 km bis ins Vlei fährt. Wir haben uns das gespart, denn schließlich wollten wir ja auch mal den Allrad und nicht immer nur die Bodenfreiheit unseres Autos ausnutzen. Also klemmten wir uns an das erste Buschtaxi das sich aufmachte, und mühten uns durch das tiefsandige Spurenlabyrinth bis hinter ins Sossusvlei.
Zum
Glück blieben die meisten Leute schon unterwegs irgendwo stehen, so
dass wir den Sonnenaufgang im Sossusvlei nicht im Rummel vieler Menschen
genießen mussten. Es war noch recht kalt, dämmerig und totenstill, als
wir inmitten der hohen Dünen mit ihrem spärlichen Bewuchs ankamen.
Mit jeder Minute veränderten sich die Farben um einen herum, war anfangs noch alles eher fahl und grau, so wurde es nach und nach von orange über ockerfarben bis hin zu goldgelb. Ein wirklich schönes Farbspiel inmitten grandioser Natur.
Nachdem die Sonne aufgegangen war konnten wir auch erst so richtig sehen, in was für einer schönen Landschaft (Bild) wir hier standen. Denn auf dem Hinweg war ja alles noch dunkel und nur in Umrissen zu sehen gewesen. Wir wanderten hier im Sossusvlei eine ganze Zeit lang herum, bestiegen eine der hohen Dünen, bestaunten die Unmengen an Spuren im Sand (Bild) und all die verschiedenartigen Pflanzen die hier wuchsen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Dead Vlei, natürlich die Hauptattraktion hier hinten im Sossusvlei.

Das Dead Vlei ist eine große und helle Tonpfanne umgeben von rotleuchtenden und hohen Sanddünen, in der eine Menge abgestorbene Kameldornbäume stehen. Kommt man von oben die Düne herunter sieht es anfangs noch recht unscheinbar aus, aber steht man erst Mal mittendrin weiß man gar nicht welche Ecke die Schönste ist.
Von der Trockenheit aufgerissener Boden, dazu bizarre tote Bäume umgeben von einer roten Mauer aus Sand. Früh am morgen, wenn all die Touristenströme noch nicht da sind kann man sich hier kaputt fotografieren. Wirklich ein faszinierendes Fleckchen Erde, wo man schnell mal ein paar Stunden nur mit Rumschauen verbringt.
Weil wir nicht wieder auf dem überlaufenen und teuren Touristenzeltplatz übernachten wollten, fuhren wir noch ein Stückchen weiter, bis wir an der D854 zum Tsauchab River Camping gelangten. Die Besitzer hier sind unheimlich nett, und haben alles mit viel Liebe und Mühe hergerichtet. Auf ihrem riesigen Farmgelände haben sie eine Vielzahl an Campingplätzen, einen kleinen Shop, einen Pool und einige Wanderwege sowie einen großen und heftigen 4x4 Trail.
Da wir beim Offroadfahren im Sossusvlei so richtig auf den Geschmack gekommen sind, haben wir uns einen kleinen Abstecher hier auch nicht verkneifen können. Der Trail führt durch wild zerklüftete Berglandschaft am Rande des Naukluft-Gebirges, und hat´s ganz schön inne. Während unserer Fahrt durch´s dichte Unterholz trafen wir auch endlich unsere ersten Warzenschweine, die einen Steinwurf vom Auto entfernt auf Nahrungssuche waren (Bild).
Auch ein Besuch des Namib Naukluft National Parks lohnt sich. Hier gibt eine Vielzahl von Wanderwegen, auf denen man von einem Spaziergang bis hin zu Mehrtagestouren alles laufen kann. Wir liefen hier den vorderen Teil des "Waterkloof-Trails", der einen schon nach wenigen Metern in ein wild-romantisches Tal mit dichten Bewuchs führt (Bild). Folgt man dem Weg eine Zeit lang, so kommt man an ein paar herrliche Naturpools mit glasklarem und erfrischend kaltem Wasser (Bild), etwas was man in dieser sonst so trockenen Umgebung wohl kaum erwarten würde. Eine lange Pause mit Bad war natürlich Pflicht. Neben einer Vielzahl von verschiedenen Pflanzen bekamen wir hier auch unsere ersten Bergzebras richtig zu sehen, und während der Wanderung sahen wir ein paar Paviane oberhalb von uns in den Berghängen.
Hier im Nationalpark besorgten wir uns auch gleich im Ranger-Büro ein Permit für das Gebiet östlich von Swakopmund, denn dort darf man sich abseits der Hauptstraßen nur mit einer gültigen Erlaubnis aufhalten.
Weiter ging es in einem wilden Zick-Zack, denn wir wollten einen der schönsten Pässe Namibias unter die Räder bekommen. Nach einigen Kilometern auf der C14 bogen wir auf die C24 um dann später wieder auf der D1275 gen Westen zu fahren. Diese Strecke ist eine ewige Kurverei durch kaum besiedeltes Bergland, mit etwas Glück kann man wie wir neben unzähligen Toko-Vögeln auch Kudus und Dikdiks entlang der Straße sehen. Unterwegs warnen Straßenschilder, dass ein Weiterfahren mit Caravans verboten ist, aber auch PKW´s in nicht einwandfreiem Zustand sollten diese Straße nicht unbedingt wählen.
Doch irgendwann haben auch hier die Kurven ein Ende, und man kommt an der Passhöhe des Spreetshoogte-Passes aus dem dichtbewachsenen Bergland heraus, und steht vor einer atemberaubenden Aussicht. Man steht genau an der Abbruchkante, wo das Bergland auf einen Schlag aufhört, und in die Ebenen der Namib-Wüste übergeht. Nur noch ein paar Inselberge schauen aus den Weiten der Wüste heraus, und man hat das Gefühl unendlich weit schauen zu können (Bild). Da wir uns hier oben natürlich den wunderschönen Sonnenuntergang anschauen mussten, und im Dunkeln den knackigen Abstieg mit etwa 22% Gefälle nicht mehr wagen wollten, übernachteten wir an der Rest Area, wo uns anfangs der Wind noch ganz gut um die Ohren brauste.
Erst am nächsten Morgen düsten wir die 4km mit 22% Gefälle hinunter, und gönnten uns in Solitaire an der Tankstelle (Bild) erst einmal einen ofenfrischen Apfelkuchen mit gutem Filterkaffee. Auch der Shop hier war recht gut sortiert, so dass man neben dem Tanken auch noch gleich einen kleinen Einkauf erledigen kann. Ein netter Treffpunkt mitten im Nirgendwo, an den Wänden hängen überall Bilder von Reisenden die hier irgendwie besonders positiv aufgefallen sind. Wir fanden sogar ein paar Bilder vom sehr bekannten Fotografen und Motorradreisenden Michael Martin, der hier mit seiner 1150er BMW GS hängen geblieben war (er war für seinen Bildband und Dia-Vortrag "die Wüsten Afrikas" hier, der im übrigen sehr empfehlenswert ist).
Nach unserer Rast ging es auf der C14 wieder gen Norden, und besuchten natürlich auch den Kuiseb Canyon, wo man eine schöne Aussicht auf die fast pflanzenlose und sehr aufgewühlte Felslandschaft hat (Bild). Wir stiegen auch zu der alten Wohnstätte von Henno Martin und seinem Freund ab, dessen sehr interessantes Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" wir auch im Gepäck hatten. Wenn man die lebensfeindliche Natur selbst gesehen hat, kann man sich die Beschreibungen im Buch erst so richtig vorstellen, und das Buch ist eine prima Reiselektüre für Namibia.
Weiter ging es über die Pisten D1998 und D1985 über ein karges und von der Hitze flimmerndes Plateau, um einen herum nichts als Stein, und ganz selten einmal eine kleine Pflanze. Doch genau in dieser Einöde sahen wir unzählige Bergzebras, Oryx, Strauße und natürlich auch immer wieder Springböcke. Wenn es auch manchmal wirklich gar nichts mehr zu sehen gibt, mit Springböcken (Bild) kann und muss man immer rechnen. Und die dummen Viecher warten natürlich bis man nahe genug ist, um dann in wildem Zick Zack und oft hohen Bocksprüngen mehrmals die Straße queren zu müssen, um dann wieder ein paar Meter neben der Straßen stehen zu bleiben. Wir haben uns immer wieder über ihren Anblick und die oft witzigen Verhaltensweisen gefreut, waren sie doch manchmal die einzige Abwechslung in trostlosen Gegenden.
Auf der C28 angekommen entdeckten wir schon nach kurzer Zeit ein Schild das auf einen 4x4 Trail Richtung Blutkuppe hinwies. Genau da wollten wir hin, und abseits der Straße ist es immer schöner als auf der normalen Straße. Also holperten wir über große Schotterebenen mit heftigem Wellblech und über große Sandflächen, wo das Fahren wieder mehr Surfen glich, denn unsere schwere Kiste wollte in dem tiefen Sand überall hin, nur nicht dorthin wohin auch wir wollten. Die Strecke war schon sehr einsam, und aufgrund der Strecke sollte man doch vorher noch mal nachschauen ob die Reservereifen noch OK sind, denn mit Hilfe wäre hier wohl nicht so schnell zu rechnen.
Für das Herumkurven hier wie auch schon der Besuch des Kuiseb Canyons vorher benötigt man unbedingt ein Permit, dass wir uns ja bereits im Naukluft N.P. besorgt hatten. Ansonsten müsste man erst nach Swakopmund fahren, um sich dort eines zu besorgen. Man muss dieses zwar nirgendwo an einem Tor oder so vorzeigen, doch fahren hier wohl immer mal wieder Ranger herum um nach dem Rechten zu sehen, und eben die Zugangsberechtigungen zu kontrollieren. In der Zeitung lasen wir immer wieder von Leuten die ohne Permit erwischt wurden, und hohe Strafen zahlen mussten.
An
der Blutkuppe angekommen suchten wir uns erst Mal einen wunderschönen
Zeltplatz unter einer herabhängenden Felskugel (Bild),
zu der man aber nur mit einem 4x4 gelangt, denn der Weg dorthin ist
tiefsandig und arg ausgefahren, so dass man sehr viel Bodenfreiheit
benötigt. Aber im vorderen Bereich gibt es auch so genügend Plätze wo
man mit einem normalen Pkw hinkommen könnte.
Für uns einer der schönste Campingplätze des Landes, denn alles ist herrlich schroff und verwinkelt, inmitten einer traumhaft schönen Landschaft. Wir waren wie so oft auch hier ganz allein, und konnten abends den grandiosen Sternenhimmel samt Milchstraße ganz in Ruhe genießen. Wenn die Sonne untergeht sollte man unbedingt an der Westseite der Blutkuppe sein, und sich diesen mal genauer anschauen. Denn der Fels verfärbt sich dann tatsächlich in ein Blutrot, und man weiß woher er seinen Namen bekommen hat. Wenn man hier so wie wir übernachten möchte sollte man aber alles dabei haben (vor allem ausreichend Wasser und Feuerholz). Denn hier gibt es nichts außer Natur, die gibt´s dafür aber reichlich. Die Blutkuppe lässt sich im Norden auch relativ leicht erklettern, und man hat eine wunderschöne Aussicht in die Umgebung.
Von der Blutkuppe kämpften wir uns auch Offroad (auf der 4x4 Piste) weiter bis kurz vor Swakopmund. Hier bestaunten wir auf dem Welwitschia Drive auch noch die wirklich faszinierende Pflanze Welwitschia mirabilis (Bild), die sehr urig aussieht, und etwas weiter genossen wir noch den Blick in die Mondlandschaft (Bild) im Swakop-Revier. Wirklich, ungefähr so muss es auf dem Mond auch aussehen.
Als wir uns vom Welwitschia Drive auf den Weg nach Swakopmund machten, sahen wir am Horizont eine langgezogene Wolkenbank, und es wurde mit jedem Kilometer den wir Richtung Westen zurücklegten ein kleines bisschen kühler. Kurz bevor wir die ersten Häuser der Stadt erreichten wussten wir auch schon was die Wolkenbank zu bedeuten hatte - es war nebelig und kühl in Swakopmund, ein herrlicher Empfang.
Swakopmund ist eine sehr nette Stadt mit einem ganz eigenen Flair und Charakter. Wir blieben hier gleich für 6 Tage, wobei wir aber nach den ersten zwei Nächten auf dem "Alte Brücke-Resort" Campingplatz nach nebenan in die Bungalows des "Swakopmund Rest Camps" umzogen. Das war nicht nur etwas billiger, sondern auch deutlich angenehmer. Denn morgens und abends war es dank des ständigen Nebels meist recht kühl und feucht, und somit war der Bungalow die angenehmere Wahl.
In Swakopmund bekommt man einfach alles: Es gibt einen Haufen an Souvenirshops in denen man stöbern kann, es gibt ein paar nette Cafes und Restaurants und eine Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten. Besonders gefiel uns hier der große Obst- und Gemüsemarkt mit nebenstehendem Supermarkt am Ende der Welwitschia Street. Hier deckten wir uns vor der Weiterfahrt noch mal richtig mit Obst und Gemüse ein, denn das kann man unterwegs nur sehr schwer auftreiben. Unseren Campingkocher ließen wir während unseres Aufenthalts in der Stadt auch aus, denn es gibt hier so viele nette Restaurants mit eigenwilligen Kreationen, dass man wirklich die Qual der Wahl hat. So gibt es neben vielerlei Wildarten auch Springbock-Cordon Bleue und Krokodil-Steak, was wir natürlich auch alles mal probieren mussten.
Nirgendwo anders waren die Spuren deutscher Vergangenheit deutlicher als in dieser Stadt, viele Häuser waren nach deutschem Stil gebaut und beschriftet (Bild), viele Menschen sprechen deutsch, und auch eine deutsche Konditorei, Bäckerei sowie ein Metzger dürfen hier nicht fehlen. Recht eigenartig, da nur wenige Meter außerhalb der Stadt die Wüste mit ihren hohen Sanddünen beginnt.
Auch an Aktivitäten hat die Stadt samt Umgebung einiges zu bieten. So machten wir einen Vormittag einen Bootsausflug von Walvis Bay mit Levo Tours (siehe Internet-Infos). Die Tour geht etwa von 08:30 Uhr bis 13:00 Uhr, und man bekommt einen kleinen Einblick in die maritime Welt am Rande der Wüste. Neben vielen Ohrenrobben, wovon auch einige an Bord des Schiffes kommen (Bild), gibt es auch noch ein paar sehenswerte Vogelfütterungen zu sehen (Bild), und je nach Glück surfen ab und an auch ein paar große Delphine in der Bugwelle neben dem Boot, und es lassen sich noch einige andere Meeresbewohner blicken. Wir jedenfalls waren begeistert und können diesen Ausflug weiterempfehlen.
Auf dem Rückweg nach Swakopmund versuchten wir uns dann auch noch im Quadbikefahren. Nur leider hat es absolut nichts mit Motorradfahren oder dem Beherrschen eines Autos zu tun, so dass wir anfangs rechts armselig und unbeholfen unserem Tourguide in die Dünenwelt gefolgt sind. Doch dann macht es richtig Laune mit diesen Mini-Geländefahrzeugen durch die Dünenwelt am Rande des Ozean zu düsen. Ab und an hatten wir ein paar schöne Aussichten und unterwegs fanden wir auch einen alten Pferdefriedhof, der ein stummer Zeuge der bewegten Vergangenheit des Landes ist.
Aber
der Höhepunkt unseres Aufenthalts in der Stadt war der Rundflug mit
Bush Birds (siehe Internet-Infos) über die südliche
Skelettküste mit seinen Sanddünen, der Mondlandschaft vor den Toren
der Stadt und natürlich einem der bekanntesten Schiffwracks, die diesem
Küstenabschnitt erst ihren Namen verpasst haben.
Es ist die Eduard Bohlen, ein alter Dampfer der bei dichtem Nebel (was auch sonst?) 1909 auf eine Sandbank aufgelaufen war, und heute stolze 200m vom Strand entfernt aus dem Sand der Wüste ragt (Bild). Daran kann man gut sehen, wie der Wind und die starke Benguela-Strömung aus der Antarktis die Küste unentwegt formt und verändert. Der Pilot und Besitzer Andy spricht deutsch, ist selbst mit viel Begeisterung dabei und zeigt und erklärt einem unterwegs eine ganze Menge. Erst aus der Luft bekommt man eine leise Ahnung von den Dimensionen der Wüste und dem krassen Wechsel vom Sand aus Meer zum richtigen Meer hin. Denn die teilweise steil aufragenden Sandberge enden erst am Strand, wo sich die Wellen des Atlantischen Ozeans daran brechen.
Unser weiterer Weg führte uns erst geradewegs nach Norden, wo wir uns die Robbenkolonie am Cape Cross anschauten. Der Weg dorthin führt über eine monotone Kiesebene, die meist nur spärlich mit Überlebenskünstlern bewachsen ist (Bild). Am Cape Cross selbst sollte man nur stoßweise und vorsichtig Luft holen, denn steht der Wind gerade ungünstig stinkt es hier übelst. Dafür aber kann man in aller Ruhe und aus nächster Nähe Pelzrobben beobachten, die hier zu zigtausenden am Strand herumliegen, oder in den kalten Wogen des Meeres herumspringen (Bild). Nur ein kleiner Steinabsatz hält Robben und Besucher auseinander, und die wirklich niedlichen Tiere lassen einen bis auf Armlänge heran.
Nun hatten wir aber auch langsam genug vom kühlen und nebligen Wetter an der Küste, und wir zogen wieder in das warme und sonnige Hinterland, nur weg von der Küste. Und wirklich, mit jedem Kilometer wurde es wärmer, und schon bald tauschten wir die langen Hosen gegen kurze, und fühlten uns langsam wieder wie in Afrika.

Es ging schnurstracks ins Erongo-Gebirge, und hier als erstes zum Spitzkoppe-Massiv. Dieses ragt mit seinen 1728m Höhe schon von weitem aus der Ebene heraus, und ist umgeben von herrlicher Landschaft, meist Busch- und Baumsavanne.
An der Spitzkuppe selbst gibt es ein von der Damara-Gemeinde selbst geführtes Rest Camp mit schönen Campingplätzen (Bild) in einer oft wunderschönen Felslandschaft. Aber auch hier sind die Plätze nur was für Selbstversorger, denn vom Wasser bis zum Brennholz muss man alles selbst mitbringen. Dafür hat man dann aber auch wunderschöne Natur und Ruhe um sich herum, und man sollte unbedingt über Nacht hier bleiben. Am späten Nachmittag wird es dann auch so richtig lebendig, denn die Gegend scheint ein Paradies für allerlei Tiere und eine Vielzahl an bunten Echsen (Bild) zu sein. In den Bäumen entdeckten wir ab und an ein paar Rotschnabel-Tokos, um uns herum hüpften immer wieder Buschhörnchen, und oberhalb in den Felsen beobachteten uns die Klippschliefer (Bild), die ähnlich wie die Murmeltiere in den Alpen aussehen.
Unser nächster Stop war nicht wirklich weit entfernt auf der Ameib Ranch an der D1937 gelegen. Die Campingplätze sind da sehr klein und nichts besonderes, dafür aber ist das Farmgelände durchaus einen Besuch wert. So machten wir hier z.B. eine sehr schöne Wanderung zur Phillip´s Höhle, wo einen der Trampelpfad durch dichte Buschlandschaft zu einer Höhle mit alten Buschmannszeichnungen führt. Und etwas weiter hinten auf dem Gelände findet man dann die bizarren Felsformationen und Felskugeln von Bulls Party (Bild). Aber ab dem Parkplatz der Höhle sollte man nur noch mit ausreichend Bodenfreiheit weiterfahren, da der Weg sehr ausgefahren und tiefsandig ist. Auf dem Farmgelände, das wie so oft in Namibia nicht gerade klein ist, leben natürlich auch einige wilde Tiere, und so sahen wir hier neben unseren ersten Giraffen auch ein paar Kudus am Wegesrand (Bild), die sich von uns in aller Ruhe beobachten ließen.
Unser nächster Stop war das Ugab Wilderness Camp, am Fuße des Brandberg. Die Piste hierhin ist eine üble und sandige Wellblechpiste, die mit einem normalen PKW bestimmt absolut nervtötend ist. Hier wollten wir eigentlich im Revier des Ugab herumfahren um nach Wüstenelefanten die hier leben sollten, Ausschau zu halten. Aber daraus sollte dank eines kleinen Sandsturms und eines heftiges Gewitters nichts werden. Im Camp bot man uns zwar eine geführte Tour für nicht wenig Geld an, aber dabei hätten wir selbst in unserem eigenen Auto fahren sollen, und hätten lediglich so ´nen selbsternannten Führer durch die Gegend gefahren. Nein danke, wir düsten hier mit 4x4 Antrieb selbst ein bisschen herum und schauten uns die schöne Landschaft an, und verließen die Gegend am nächsten Morgen Richtung Norden.
Auf dem Weg nach Palmwag, unserem nächsten Ziel schauten wir uns natürlich auch noch die Sehenswürdigkeiten rund um Twyfelfontein an. Die Felsmalereien selbst haben wir ausgelassen, da wir im Erongo-Gebirge ja eh schon so was gesehen haben, und keine allzu großen Fans davon sind. Zu unserer Zeit wäre ein Besuch der Gegend aber nur mit einem 4x4 oder ähnlichem möglich gewesen, da das trockene Revier kurz vorher doch einiges an Bodenfreiheit vom Fahrzeug verlangt hat. Kurz vor dem verbrannten Berg, der aussieht wie ein normaler Schutthaufen (wir fanden´s einen Witz), gibt es ein kleines Tal mit Orgelpfeiffen aus Stein (Bild). Das war unserer Meinung nach das einzig Erwähnenswerte an diesem Abstecher. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden.
Etwas weiter im Osten an der C39 gelegen gibt es zwei versteinerte Wälder, die schon von der Pad aus gut beschildert sind. Wir haben uns gleich den ersten (von Twyfelfontein kommend) und etwas unbekannteren angeschaut und fanden es sehr interessant. Die Besitzer haben einen kleinen Rundweg angelegt, den man zusammen mit einem "Führer" entlang geht, und neben den versteinerten Stämmen und Ästen auch einige Pflanzen erklärt und gezeigt bekommt.
Die Fahrt nach Palmwag führt durch sehr abwechslungsreiche und schöne Landschaft (Bild), mit vielen Tokos in den Revieren und immer wieder Springböcken auf und neben der Pad. Auch Elefantenmist sahen wir immer wieder, doch von den Tieren selbst war leider weit und breit nichts zu sehen.
Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz der Palmwag-Lodge, der zwar nichts besonderes ist, aber hier oben gibt es nicht mehr viel Auswahl und Alternativen. Auch hier gibt es ein paar Wanderwege, und auf Nachfrage kann man auch auf dem Gelände der Lodge selbst ein wenig herumfahren. Wir wollten hier aber mal eine geführte Safari (Game Drive) mitmachen, die morgens und abends angeboten werden. Und es war ein voller Erfolg. Nur wenige Minuten nach der Abfahrt am frühen Morgen sahen wir auch schon unseren ersten Geparden einige Meter entfernt unter einem Busch liegen. Ein tolles Erlebnis, einem Raubtier so nah gegenüber zu sein, und das ohne Gitter oder sonstwas dazwischen ist.
Ansonsten sahen wir auf der etwa vierstündigen Pirschfahrt große Herden von Springböcken, immer wieder kleinere Herden von Bergzebras und Oryxantilopen und auch sehr viele Giraffen (Bild) inmitten einer oft parkähnlichen Landschaft mit offener Buschsavanne und rotem Geröll. Aber auch die faszinierende Pflanzenwelt und eine Vielzahl an Vögel kamen dank des fachkundigen Führers nicht zu kurz.
Kurz vor der Palmwag-Lodge, gleich hinter dem Veterinär-Zaun gibt es auch noch einmal eine Möglichkeit zum Tanken, bevor es auf der nun immer schlechter werdenden Straße weiter gen Norden geht. Zu unserer Zeit wäre diese Strecke für PKW´s kaum noch befahrbar gewesen. Auch hier führt die Straße in stetigem Auf und Ab durch eine herrliche Landschaft mit viel Wild und abwechslungsreicher Pflanzenwelt, und dank der vielen Ausspülungen und dem oft groben Schotter ist man auch langsam genug um all das während der Fahrt noch genießen zu können.
An
der Khowarib-Schlucht konnten wir dann auch endlich mal mit
eigenen Augen sehen, dass vor den Revieren nicht umsonst immer wieder
gewarnt wird. Denn hier ist das Revier kurz vorher bei strahlendem
Sonnenschein mit braunen Wassermassen abgekommen, und es ging für etwa
4 Stunden gar nichts mehr. Ein besonderes Spektakel, vor allem weil ein
Touristenbus mitten im Fluss steckengeblieben war, und hier ein
durchkommen nur noch mit Geländewagen und 4x4 Antrieb oder mit hohen
Lkw´s möglich war. Wir haben uns die schlammige Durchfahrt (Bild)
natürlich auch nicht nehmen lassen, und sind zum Glück auf Anhieb gut
durchgekommen.
In Sesfontein gibt es dann wieder einen kleinen Supermarkt und eine Tankstelle, und das alte Fort mit seinem schönen Innenhof samt großem Pool laden zu einer größeren Rast oder auch Übernachtung ein. Auch Camping ist hier möglich. Die Weiterfahrt nach Opuwo führt einen durch ein malerisches und dicht bewachsenes Tal mit vielen bunten Vögeln, und manchmal sieht es entlang der Straße aus wie in einer Obstbaumplantage. Wie zuvor ist es auch hier eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke.
Opuwo selbst nutzten wir auf dem Hinweg nur zum Tanken, Einkaufen und Geldtauschen, denn es ist einer dieser Orte in denen man sich als Tourist nur ungern länger als nötig aufhält. Schon kurz vor der Stadt trifft man gelegentlich auf die stolzen Himbas, ein Volk von Halbnomaden, die auch heute noch fast wie in der Steinzeit leben. Besonders seltsam wirkt es, wenn man diese halbnackten Menschen mitten in der Stadt vor einem Supermarkt oder ähnlichem antrifft, wo die Gegensätze nicht deutlicher sein könnten.
Verlässt man die Stadt in Richtung Norden ist man schon sehr bald froh um den Geländewagen und die mitgeführten Ersatzteile. Denn die Piste (Bild) wird immer wilder und einsamer, und entlang der Pad trifft man höchstens noch auf ein paar Himbas (Bild), die hier oben im wilden Kaokoveld leben. Nach etwa 5 Stunden holpriger Fahrt durch meist dichtes Buschland erreichten wir dann direkt an der Grenze zu Angola die Epupa-Wassrfälle.
Nach all den Tagen in den trockenen Weiten Namibias wirkt dieser wunderschöne und riesige Wasserfall doppelt schön. Jetzt in der Regenzeit war der Kunene-Fluss randvoll mit Wasser und teilweise auch über die Ufer getreten, und dementsprechend spektakulär vielen auch all die schönen Aussichten auf die breite Front der Wasserfälle aus. Die Fälle sind zwar "nur" 40 - 50m hoch, aber erstrecken sich auf einer Breite die man nur bei einer Wanderung in den umliegenden Hügeln wirklich erfassen kann. Überall tosen und wirbeln die Wassermassen (Bild), die bei der Hitze nur allzu einladend wirken. Aber wenn man nicht unbedingt als Krokodil-Futter enden möchte, dann sollte man aus den braunen Fluten herausbleiben.
Direkt am Fluss gibt es zwei einfache aber saubere Campingplätze mit Freiluft- Dusche und WC, und man hat direkt aus dem Zelt heraus tolle Sicht direkt in die Fälle hinein. Lediglich das Wasser aus der Leitung haben wir mit Vorsicht verwendet, denn es ist einfach nur Flusswasser, das mit einer Pumpe ans Ufer geholt wird.
Ab Einbruch der Dämmerung heißt es hier auch vermummen, denn dann kommen die summenden Plagegeister (Moskitos) auf der Suche nach willigen Opfern. Mir (Dirk) brachte ein solcher Stich 3 Tage mit Unwohlsein und ein wenig Schüttelfrost ein, und zur Sicherheit und Krönung des Ganzen folgte dann ein abenteuerlicher Besuch des Krankenhauses in Opuwo, um einen Malaria-Test machen zu lassen.
Auf dem Rückweg von den Wasserfällen nach Opuwo schauten wir uns auch noch eines der Himadörfer an, was schon faszinierend ist wenn man sieht wie primitiv und einfach diese Menschen auch heute noch leben. Leider haben sie das Betteln aber schon sehr gut gelernt, und unterwegs springen einem immer wieder Himbakinder halb vor´s Auto, weil sie Süßigkeiten usw. geschenkt haben möchten.
Neben meinem Verdacht auf Malaria kam unterwegs dann auch noch ein gebrochenes Radlager an der Hinterachse hinzu, dass wir nur durch Zufall bei einem kleinen Stop zwischendurch bemerkten.
So hatten wir bei unserer Ankunft in Opuwo gleich wieder volles Programm. Als erstes suchten wir uns eine Werkstatt, die wir neben der großen BP-Tankstelle auch fanden (Northern Field Service). Zum Glück war der Chefmechaniker ein deutschsprechender Namibier, der sich größte Mühe gab, unser Fahrzeug auch ohne passendes Werkzeug wieder flott zu machen. Nebenbei begab ich mich dann in die Höhle des Löwen, um im Krankenhaus einen Malariatest durchführen zu lassen. Zum Glück viel dieser dann negativ aus, denn in diesem Krankenhaus hätte ich mich nie und nimmer ernsthaft behandeln lassen, denn die Zustände da drinnen waren eine einzige Katastrophe. Nach etwa 9 Stunden in der Werkstatt und einer Zwangsübernachtung in Opuwo konnten wir dann aber am nächsten Vormittag wieder aufbrechen, das einzige was nun nicht mehr funktionierte war das ABS im Auto. Aber wer braucht das schon wirklich? Ich konnte dem Mechaniker leider nicht wirklich erklären was ABS sein soll, also konnte er es mit seinem großen Hammer (das Haupt-Werkzeug) auch nicht wieder einstellen.
Weiter ging es bei uns über das Örtchen Kamanjab Richtung Etoscha Nationalpark. Kamanjab ist ein kleiner Ort mit Tankstell, sehr gut sortiertem Supermarkt und Take Away (Imbiss) nebenan. Ein prima Ort um seine Vorräte und gleichzeitig den Bauch mal wieder richtig zu füllen. Anschließend ging es auf den Nebenstrecken D3248 und D2695 weiter bis kurz vor die Tore des Etosha Parks.
Hier übernachteten wir noch einmal außerhalb, bevor es dann am nächsten Morgen in das Paradies für Tierbeobachtungen ging.
Schon wenige Meter hinter dem Eingangstor bemerkt man den deutlichen Unterschied zu der Tierwelt außerhalb der Nationalparkgrenzen. Denn hier hat ganz deutlich das Wild Vorfahrt, und die Tiere wissen das auch. So machen sie oft keinerlei Anstalten die Hintern ein wenig von der Fahrbahn zu nehmen (Bild), so dass wir uns oft im Schneckentempo durch kleinere Tierherden mühen mussten.
Egal ob Springbock, Impala, Kudu, Oryx oder was auch immer, man kann die Tiere meist ungestört und in aller Ruhe beobachten, da sie sich an der Anwesenheit von Menschen und Autos überhaupt nicht stören. Nur muss man alles was man unterwegs braucht griffbereit auf den Rücksitz legen, da ein Verlassen des Fahrzeugs außerhalb der Camps streng verboten ist.
Wir sahen zwar immer mal wieder ein paar Helden die es besser wussten und ihren Mut oder eher ihre Schwachsinnigkeit unter Beweis stellen mussten, aber wir haben wegen all der Raubtiere hier im Park darauf dankend verzichtet. Denn diese Räuber sind hervorragend an die Umgebung angepasst und oft nur sehr schwer auszumachen. Neben einem Löwenpaar was dösend unter einem Baum lag (Bild) lief uns auch einmal ein Gepard in sicherer Entfernung neben dem Auto her, und spätestens dann weiß man wieder das um einen herum wirklich Wildnis und nicht ein befahrbarer Zoo ist.
Zwei
mal hatten wir auch das Glück Nashörner in freier Wildbahn beobachten
zu können. Zum Glück waren wir allein auf diesem Streckenabschnitt
unterwegs, so das wir diesen Moment in aller Ruhe genießen konnten. Der
graue Koloss beobachtete uns zwar argwöhnisch, blieb aber trotzdem
lange genug das wir ihn gut betrachten konnten.
An einer Stelle kann man sogar ein Stück in die Salzpfanne hineinfahren, und man hat tolle Aussichten in eine absolut lebensfeindliche Umgebung (Bild). Da es während unseres Aufenthalts hier im Park öfter Gewitter gab, waren die Pisten oft unter Wasser oder tief verschlammt, und durch das fahle Licht am Himmel herrschte oft eine sehr seltsame Stimmung (Bild). Auch beim Zeltaufbau in den Camps sollte man während der Regenzeit mitdenken, denn wir konnten aus unserem sicheren Dachzelt einmal miterleben, wie ein langanhaltendes Gewitter den ganzen Platz in kurzer Zeit in einen See verwandelte, und alle Bodenzelte die in einer Senke aufgebaut waren sind gnadenlos abgesoffen. Wenn es hier mal regnet dann richtig heftig.
Wir haben uns im Park vier Tage mit drei Übernachtungen aufgehalten, und hatten auch ohne Vorbuchungen keine Probleme mit dem Zelten innerhalb der Camps. Die Tierwelt ist hier wirklich so faszinierend und zum Greifen nahe, dass man sich für einen Besuch dieses Nationalparks ordentlich Zeit nehmen sollte. In den Camps gibt es auch überall einen kleinen Shop in dem es neben Fleisch auch noch andere Dinge des täglichen Bedarfs gibt, und erst hier sollte man sich eine der schönen Straßenkarten des Parks kaufen. Sie sind nicht nur billiger wie sonst wo, sonder mit vielen Tierabbildungen und Beschreibungen auch um einiges besser.
Nach unseren tierischen Tagen im Etoscha Nationalpark ging es wieder auf Strecke, und wir düsten mit einem Mittagsstop in Tsumeb hoch in den Nord-Osten nach Rundu. Tsumeb ist ein wirklich nettes Städtchen in dem man überraschen viel geboten bekommt (Biergarten, Bäcker, Supermarkt, Tankstelle, Internet usw.) Die B8 zwischen Grootfontein und Rundu ist fast durchgehend aspahltiert und gut zum Strecke machen, denn entlang der Straße gab es abgesehen von einigen Dörfern nichts wirklich interessantes zu sehen. Die einzige Abwechslung auf dieser Strecke war ein kleines Chamäleon, dass seine Kräfte mit unserem Geländewagen messen wollte (Bild). Der "Kampf" ist aber unentschieden ausgegangen, und beide haben den Vorfall unbeschadet überlebt.
Für Rundu haben wir uns entschieden, weil wir eigentlich ein paar Krokodile und vielleicht sogar ein paar Flusspferde bei einer Bootstour auf dem Kavango beobachten wollten. Außerdem hofften wir so den Ausflüglern zu entkommen, die wegen der Osterfeiertage die weitere Umgebung von Windhoek in Beschlag genommen haben. Auch hier oben am Kavango hat die dieses Mal sehr heftig ausgefallene Regenzeit deutlich ihre Spuren hinterlassen, und der Kavango ist stellenweise so arg über die Ufer getreten, dass es mehr nach einer Seenlandschaft aussah, und viele Anwesen direkt am Fluss unter Wasser standen. Wir suchten uns hier einen netten Campingplatz direkt an den braunen Wassermassen, und feierten mit einem netten schweizer Pärchen dass wir unterwegs schon öfter getroffen hatten, mit Rüblisalat und Popcorn Ostern. Nur aus unseren Tierbeobachtungen ist nichts geworden, denn die Krokodile sind hier nur noch selten zu sehen, und wegen der Wassermassen zur Zeit kaum auszumachen, und Hippos gibt´s hier wohl schon lange nicht mehr. Einfach schade, denn so war der Abstecher nach Rundu für uns komplett überflüssig. Denn unsere 5 Wochen neigten sich nun deutlich dem Ende zu, und wir hatten leider keine Zeit mehr um weiter in den Caprivi-Zipfel zu fahren.
So düsten wir die B8 wieder hinunter, und fuhren ab Grootfontein auf Nebenstrecken zum Waterberg Plateau Park. Der Weg dorthin führt wie so oft durch dichte Buschsavanne, und entlang der Pad sahen wir immer wieder große Pavian-Herden.
Im Park gibt es einen netten Campingplatz mit sauberen und großen Sanitäreinrichtungen, und eine Menge an kleinen aber schlecht markierten Wanderwegen, wo man sich auf die Pirsch begeben kann. Wirklich schön, denn der Weg führte uns unter anderem durch einen kleinen Wald von baumhohen Aloen (Bild), und später dann durch eine schmale Felsscharte hinauf auf das rot leuchtende Plateau des Waterberg.
Auf dem Weg nach oben sahen wir Unmengen von großes Mistkäfern (Bild), die wie kleine Geschosse total unkontrolliert während ihrer Flüge in die Felswand einschlagen, aus den Felsen heraus beobachteten Klippschliefer neugierig unseren mühsamen Aufstieg, und einmal erblickten wir sogar ein Dik Dik ganz aus der Nähe (Bild).
Als Abschluss unserer 5 wöchigen Namibiareise campten wir noch mal auf der Düsternbrook Gästefarm, etwas nördlich von Windhoek gelegen. Hier machten wir neben einem wirklich schönen Game-Drive mit Giraffen, Oryx, Gnus, Wasserböcken usw. auch je eine Raubtierfütterung bei Leoparden und Geparden (Bild) mit. Dazu fuhren wir mit einem Führer in einem offenen Geländewagen in das große Freigehege der Tiere, die angelockt durch den Geruch von Blut und rohem Fleisch auch nicht lange auf sich warten ließen. Ein unvergessliches Schauspiel, diese wilden Muskelpakete beim Zerreißen der Fleischstücke zu beobachten.

Abends gab es dann noch ein leckeres und recht üppiges 3 Gänge Menü zusammen mit dem Hausherren, und beim Verlassen des Farmgeländes liefen uns zum Abschied noch ein paar Warzenschweine über den Weg. Aus unserer Sicht ein wirklich gelungener Abschluss einer tollen Reise.
Den letzten Tag verbrachten wir dann in Windhoek mit dem Kaufen von Kleinkram, einer kurzen Stadtbesichtigung und der Abgabe unseres mittlerweile liebgewonnenen Geländewagens. Irgendwie schade das wir schon wieder nach Hause müssen.
Alles in alle, hat uns Namibia mehr als gut gefallen, seine unbeschreiblichen Weiten, die abwechslungsreiche und faszinierende Flora und Fauna und dazu die immer wieder grandiosen Landschaften haben es nie langweilig werden lassen. Auch die Menschen mit denen wir in Kontakt gekommen sind waren überwiegend freundlich und dank der weit verbreiteten deutschen Sprache konnten wir uns sehr gut verständigen, ohne auf Fremdsprachen ausweichen zu müssen. Auch war die Anmietung eines großes Geländewagens eine kluge Wahl, denn wer Namibia nur entlang der Hauptrouten mit einem PKW bereist, der verpasst das Schönste. Nur waren 5 Wochen leider absolut zu kurz, so dass wir mit Sicherheit noch einmal in dieses wunderschöne Land zurückkehren werden, um den Rest nachzuholen.
Reisedauer: 11.03.2004 - 16.04.2004
Als Buchtipp können wir das Handbuch Namibia aus dem Stefan Loose Verlag anführen, das mit vielen Infos, Karten und Beschreibungen für Durchblick sorgte.
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Aber auch das Reisehandbuch vom Reise-Know-How war wieder mit dabei, wobei das mit seiner arg umständlichen Gliederung nach Touren sehr gewöhnungsbedürftig war. Dennoch war es eine gute Ergänzung zum Loose-Handbuch.
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Das schönste von allen war aber das Touren-Manual aus dem Touren-Manual Verlag. Es ist mehr ein dicker Bildband mit hervorragenden Streckenbeschreibungen, die schon im Vorfeld für Vorfreude und Reisefieber sorgen. Und Dank der vielen Bilder kann man sich auch ungefähr vorstellen was einen landschaftlich erwartet.
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Es ist zwar kein Muss, aber wo bitte kann man dieses Buch besser lesen als am Rande der Namib-Wüste, wo sich die wahre Geschichte tatsächlich ereignet hat? Eine wirklich packende Reiselektüre, deren Überreste man in Namibia auch wirklich noch besuchen kann.
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(durch das direkte Bestellen unterstützen Sie uns ein wenig im Unterhalt dieser Homepage)
Straßenkarten
Hier kommt es ganz darauf an was man wo machen möchte. Wir hatten als Hauptkarte die aktuelle Version der kostenlosen Touristenmap vom Fremdenverkehrsamt dabei, wo eigentlich alle Straßen und Pisten mit zugehörigen Nummern und Kategorien drauf sind.
Für unseren Abstecher in den oft unwegsamen Norden kauften wir uns unterwegs die Shell Map of Kaokoland, die auch keine Wünsche mehr offen lässt.
Für den Etosha National Park sollte man sich unbedingt wie oben bereits beschrieben eine der wirklich reich bebilderten Straßenkarten in einem der staatlichen Restcamps des Parks kaufen. Dort gibt es die schönsten und dort sind sie auch günstiger wie anderswo. Und man hat gleich noch einen kleinen Tierführer dabei.
Ansonsten haben uns auch die Detailkarten in den Reiseführern oft gute Dienste erwiesen, aber trotz allem hilft manchmal nur ausprobieren und ein wenig Orientierungssinn. GPS und sonstige Spielereien brauchten wir auf unserer Tour nicht, denn große und lange Offroad-Touren abseits aller Pisten haben wir nicht gemacht, und wir gehören eben noch zu der aussterbenden Rasse derer, die Karten noch lesen können ;-))
Namibia hat ein Fremdenverkehrsamt mit deutschsprachiger Homepage und Sitz in Frankfurt. Auf der Seite gibt es einige gute Infos, Bilder usw. Zu finden unter http://www.namibia-tourism.com/
Das Reisehandbuch vom Reise Know-How Verlag wird zusätzlich noch über das Internet "Last Minute" aktualisiert. Zu finden auf der offiziellen Homepage www.reise-knwow-how.de
Unseren Geländewagen samt Dachzelt und Campingausstattung haben wir über das kleine Unternehmen Nature Trekking gebucht. Die waren im Vergleich zu anderen recht günstig, und bei eventuellen Problemen hätten wir so einen Ansprechpartner in Deutschland gehabt (samt Gerichtsstand in Deutschland). Zu finden unter www.nature-trekking.com, Email: service@nature-trekking.com
Den Bootsausflug von Walvis Bay aus machten wir mit dem Unternehmen Levo Tours. Wir buchten die Tour einen Tag vorher in der Touristeninfo von Swakopmund, aber sie sind auch unter www.levotours.com und Email: levo@iway.na zu erreichen.
In Swakopmund machten wir einen sehr schönen Rundflug über die Skelettküste mit dem deutschsprachigen Piloten und Besitzer von Bush Bird. Sie haben direkt in der Innenstadt ein kleines Büro, in dem man sich als Vorgeschmack schon mal ein paar Bilder von den Rundflügen anschauen kann. Sehr nett und freundlich, und unter www.bushbird.net und per Email: bushbird@iway.na zu erreichen.
Eine der besten privaten Seiten rund um Namibia ist wohl die Informationssammlung von Thomas Richter (www.thomasrichter.de/namibia/). Hier gibt es neben einem Reisebericht und Bildern vor allem eine wirklich gute Übersicht über Campingmöglichkeiten in Namibia, genau das was in all den Reisehandbüchern oft zu kurz kommt. Da diese Übersicht ständig erneuert und aktualisiert wird ist sie wirklich eine Top-Empfehlung, uns war sie während der Reise eine große Hilfe.
Auf der privaten Homepage von Claus Possberg gibt es einige wirklich tolle Bilder seiner Motorradreise quer durch Afrika, unter anderem natürlich auch von Namibia. Zu finden unter www.possi.de
Surft man www.touring-afrika.de vorbei, findet man eine Menge Info´s zu Land und Leuten, dazu noch Reisetipps und weitere Reiseberichte.
Auch die Seite von Willi Schnitzler bietet Infos von A bis Z rund um Namibia in sehr kompakter Form und sehr übersichtlich unter www.topreiseinfos.com/namibia.html
Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Namibia gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de
Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.
Herzlich willkommen auf TransAfrika, hier finden Sie aktuelle Informationen für ihre Reise oder Safari in Afrika, von reisepraktischen Hinweisen bis hin zu Hintergrund-Informationen über Kultur und Natur Afrikas. Des weiteren werden in zahlreichen Galerien Afrika-Bilder gezeigt, die einfach Lust auf´s Reisen machen. http://www.transafrika.org/
Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Namibia gibt´s auf www.willgoto.com.
Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Namibia zu finden.
