Malaysia (1999)

 

 

Allgemeine Landesinfo

Malaysia ist 330.000 qkm groß, liegt zwischen Thailand im Norden, Singapur im Süden, sowie im Westen und Osten zwischen Indonesien. Es herrscht ein feucht-heißes Tropenklima mit Nordost- und Südwest-Monsun, aber ohne deutliche jahreszeitliche Temperaturschwankungen. Die Landeshauptstadt ist Kuala Lumpur, die Landessprache Malaiisch. Jedoch sind auch Englisch, Chinesisch und Indisch als Sprachen weit verbreitet. Die 22,7 Millionen Einwohner des Landes bestehen hauptsächlich aus Moslems, der Islam ist in Malaysia auch Staatsreligion. Aber auch Budhisten, Christen und Hindus gibt es viele im Land.

 

Einreisebestimmungen und Sicherheit

Aktuelle Informationen zu diesen wichtigen Themen entnehmen Sie bitte direkt der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) oder klicken auf einen der folgenden Links:

Informationen zu den Einreisebestimmungen

Informationen zur Sicherheit und politischen Lage

            

Reisewetter

Auf der Halbinsel Malaysia gibt es drei Jahreszeiten, die sich allein durch die Niederschlagsmenge unterscheiden:

Von November bis März herrscht der Nordost-Monsun, und in dieser Zeit gehen über der gesamten Ostküste schwere Regenfälle nieder.

Von Juni bis August ist die Zeit des Südwest-Monuns. Abgesehen von Penang und einigen Gebieten in Nordwest-Malaysias kommt es in der gesamten Region zu relativ geringen Niederschlägen.

Die Monate April/Mai und September/Oktober sind normalerweise Monate mit recht starken Niederschlägen, die jedoch nicht von einem Monsun ausgelöst werden.

Ost-Malaysia ist von Oktober bis Februar mit Regen und kräftigen Nordostwinden an der Reihe, während an den Westküsten zwischen Juni und November die höchsten Niederschläge runterkommen. 

Aber auch hier in Malaysia können sich die Monsunzeiten um einige Wochen verschieben, und man sollte dies bei der Reiseplanung bedenken. ( Meine Quelle war hier das Reisehandbuch aus dem Stefan Loose Verlag)

 

Reisebericht

Zum dem asiatischen Land Malaysia fällt einem eigentlich als erstes dichter Urwald und herrliche Strände ein. Und bei beidem wird man in diesem tropischen Land nicht enttäuscht. Die Lage in Äquator-Nähe beschert diesem Land ein feucht heißes und tropisches Klima. Die Nachbarstaaten sind Thailand, Singapur und Indonesien.

Wer mit den gleichen Vorstellungen wie viele Thailandurlauber kommt, wird hier enttäuscht werden. Große Strandbars und lärmendes Nachtleben findet man in Malaysia noch nicht so oft wie im Nachbarland. Statt dessen kann man hier noch ungestört die Natur genießen, oder einfach ein paar ruhige Tage am Strand verbringen.

Zu unserer Zeit wütete an der Ostküste noch der Monsun, so dass wir die Westküste und das Inland bereisten. Als Verkehrsmittel zwängt sich in Malaysia förmlich der Bus auf. Die meist recht bequemen Reisebusse bringen einen mit Umwegen fast in jede Region des Landes. Nur leider ist das ganze Verkehrsnetz sternenförmig aufgebaut, mit Kuala Lumpur als Mittelpunkt. So kehrt man dann immer mal wieder bei seinen Busreisen unfreiwillig in die Hauptstadt zurück.

Die Hauptstadt dieses Landes wird meist nur kurz KL genannt, und ist irgendwie ganz anders als andere asiatische Großstädte. Es ist eine wilde Mischung zwischen Modernem und Altem, zwischen Ost und West. Zwischen Türmen aus Glas und Beton findet man auch immer wieder asiatische Gebäude, neben glitzerndem Reichtum auch viel Armut und Elend.

Kuala Lumpur

Vier und sechsspurige Straßen mit riesigen Shopping-Komplexen sind zu sehen, und einige Blocks weiter verrotten die Häuser halb. Hier in der Stadt gibt´s viel zu tun. Neben all den großen Gebäuden, die man sich anschauen kann, sind auch viele einzelne Viertel sehr interessant. So ist zum Beispiel Chinatown mit all seinem hektischen Gewühle und regem Treiben einen Besuch wert. 

Besonders faszinierend ist hier das Zusammenleben der verschiedenen Religionen. Die Staatsreligion ist hier zwar der Islam, doch sind die Menschen hier bei weitem nicht so weltfremd, wie wir es oft aus Europa von dieser Religion gewöhnt sind. Die jungen Frauen z.B. ziehen sich modern an, haben aber doch das typische Kopftuch auf. Die Menschen sind offen und freundlich und leben mit anderen Religionen eng zusammen. So sieht man oft gleich neben einer großen Moschee die bunt geschmückten Türmchen der hinduistischen Tempel.

Als Gebäude sollte man bei dieser Stadt auf jeden Fall die Twin Towers und den Fernsehturm erwähnen. Auf den Fernsehturm kann man als Tourist auch hinauf, und man genießt eine super Aussicht auf die ganze Stadt. Neben solch modernen Prachtbauten findet man aber auch viele kleine Tempel, oder Gebäude im Stil der Kolonialzeit.

Die Unterkünfte sind hier in Kuala Lumpur weit verstreut, und man muss sich ein wenig umschauen bis man was Anständiges findet. Wir kamen bei einem sehr netten Chinesen unter, der ein paar Zimmer zu vermieten hatte. Am besten orientiert man sich an den Adressen in seinem Handbuch, und lässt sich mit einem Taxi herumfahren, bis man was gefunden hat. Wir hielten uns nicht allzu lang in der Stadt auf, machten aber von hier aus einige Ausflüge in die nähere Umgebung. Einer davon führte uns zu den sehr beeindruckenden Batu Caves.

Eingang zu den Batu Caves

Dies ist ein recht großes Höhlensystem inmitten steiler Kalkfelsen, nördlich der Stadt gelegen. Die Höhle ist eine zentrale Kultstätte der malayieschen Hindus, und voll mit kleinen Schreinen und unzähligen Pilgern und Besuchern. Hier muss man sehr auf seine Sachen aufpassen, besonders auf alles Ess- und Trinkbare. Denn rund um die Höhle wimmelt es von halbzahmen und teils sehr aggressiven Makaken. Am besten lässt man Lebensmittel im Rucksack, und macht einen großen Bogen um diese Mistdinger. Mir versuchten sie mit Gewalt eine Getränkedose aus der Hand zu reißen.

Nach den Erlebnissen rund um Kuala Lumpur ging unsere Reise weiter. Nach einer schier endlosen Busfahrt mit ohrenbetäubender indischer Musik und eben solchen Liebesfilmen, und einer kurzen Überfahrt mit einer Fähre kamen wir an unserem nächsten Ziel, der Insel Langkawi an. Diese liegt an der Westküste des Landes, direkt an der Grenze zu Thailand.

Hier auf der Insel wollten wir einfach nur ein bisschen baden und relaxen. Aber leider wurde daraus nichts. Denn die ganze Insel ist sehr touristisch, und gute aber auch günstige Strandbungalows sind keine mehr aufzutreiben. Dazu kamen noch irgendwelche kleinen Viecher (Wasserflöhe?) die über einen herfielen, so bald man ins Wasser ging. Dennoch gefiel es uns recht gut hier, denn die Landschaft und die Strände waren wundervoll. Wir mieteten uns eines dieser berühmt berüchtigten Asien-Mopeds und erkundeten damit die Insel.

Einmal quälten wir uns damit den 890m und auch höchsten Berg der Insel rauf. Mit etwas Glück soll man auf dem Weg nach oben Affen und Nashornvögel beobachten können. Wir hatten Glück, und konnten einige dieser tollen Vögel tatsächlich in freier Wildbahn beobachten. Unterwegs hatte man auch immer wieder sehr schöne Ausblicke auf die Insel und die vorgelagerten Inseln.

Etwa 30 km süd-östlich von Langkawi gibt es einen kleinen Marine-Park, zu dem Tagesausflüge angeboten wurden. Hier kann man in traumhafter, tropischer Umgebung ungestört schwimmen und schnorcheln, und dabei die Unterwasserwelt bewundern. Wenn man mit einem Stück Brot ins Wasser sprang wurde man eng umlagert von allerlei bunten Fischen. Neben all den kleinen Fischen traf man aber auch immer wieder auf etwas unangenehmere Zeitgenossen, die hier aber völlig harmlos waren. Denn es wagten sich immer mal wieder ein paar Haie nahe an einen heran.

Aber auch über Wasser war einiges zu sehen. Neben der Landschaft gab es auch einiges an Insekten und auch Warane zu entdecken. Einer ließ sich sogar mit Hühnchenstücken von uns füttern. Leider darf man in diesem Marine-Park nicht übernachten, und so mussten wir dieses kleine Paradies am Abend wieder verlassen.

Eigentlich wollten wir nach unserem Aufenthalt auf Langkawi weiter in den Süden von Thailand, aber dummerweise hatten wir unser Reisehandbuch "Thailand" daheim liegen lassen. Also machten wir uns auf ins Hochland von Malaysia.

In den Cameron Highlands wollten wir ein wenig in dem dort gemäßigten Klima wandern gehen. Hier ist es tatsächlich ca. 10 Grad kühler wie im Rest des Landes. Wir bekamen im Ort Tanah Rata ein kleines Zimmer, und machten von hier aus viele kleine Touren. Hier im Hochland wimmelt es von Chinesen, die hier leben und arbeiten. Abends ist in den Restaurants das Gericht Steambort der absolute Renner, eine Art Fondue ganz ohne Gewürze. Wir ließen die Finger davon.

Im Gegensatz zu den feucht-heißen Tieflandwäldern ist es hier sehr angenehm. Es ist zwar auch feucht, aber bei weitem nicht so drückend heiß. Die Pflanzenwelt ist auch gänzlich anders. Das Unterholz ist nicht mehr ganz so undurchdringlich, und man sieht immer mal wieder große Baumfarne, viele kleine Farnarten und manchmal sogar fleischfressende Pflanzen.

Zu den Pflichtbesuchen gehören hier die Boh-Tea-Plantage, wo man in der Fabrik auch den einheimischen Tee probieren kann. Leider ist die Teekultur hier kaum vorhanden, und so versuchen die einem doch tatsächlich Teebeutel anzudrehen. Durch unseren Urlaub im Land des Tees (Ceylon) sind wir eh sehr verwöhnt, und waren gar nicht zufrieden mit dem Zeug hier. Aber trotzdem ist die Führung interessant, und die Ausblicke auf die riesigen Plantagen einen Besuch wert.

Ein weiterer Pflichtbesuch ist der Sam-Poh-Tempel.

farbenprächtiger Tempel

Dieser buddhistische Tempel beeindruckt durch seine Größe und Pracht. Neben vielen verschiedenen Buddhadarstellungen auf Fliesen u.ä. stehen in einer Halle 5 riesige, goldschimmernde Tempelwächter.

Dazu gibt es in der Umgebung noch viele andere Ziele, die man aber eigentlich an einem Tag abhaken kann. So machten wir uns wenige Tage nach unserer Ankunft schon wieder auf den Weg.

Unser nächstes Ziel war Natur pur, und zwar im Taman Negara. Dieses Dschungelgebiet in Zentral-Malaysia ist 130 Millionen Jahre alt, und ein absoluter Höhepunkt unter den Sehenswürdigkeiten des Landes. Er kann sogar teilweise allein erkundet werden, denn es wurden kleine, markierte Pfade angelegt, und man muss sich so nicht um die üblichen Dinge wie Führer, Proviant usw. kümmern.

Als Anreise nimmt man von Kuala Tembeling ein Boot. Man braucht aber gutes Sitzfleisch, denn es ist nicht sehr bequem und regnet immer mal wieder. Dann geht es fast 60 km Flussaufwärts, bis zu der kleinen Siedlung Namens Kuala Tahan. Hier findet man im Ort der Einheimischen ein paar einfache aber gute Zimmer, oder bei Bedarf im Parkressort auf der anderen Flussseite etwas mehr Luxus. Essen kann man recht gut in einem der hier auf dem Fluss schwimmenden Restaurants.

schwimmende Restaurants im Taman Negara

Neben der Natur an sich gibt es hier den Canopy Walkway, den man unbedingt einmal ausprobieren sollte. Er führt einen in 20-30m Höhe auf etwa 400 Metern über lange und schwankende Hängebrücken durch die Wipfelregion des tropischen Regenwaldes. Wir machten hier viele schweißtreibende Wanderungen, auf denen wir aber leider außer Pflanzen und Insekten nichts zu sehen bekamen. Warnen möchten wir nur kurz vor der kleinen Höhlenwanderung in der "Gua Telinga". Nicht nur das man arg dreckig wird dabei, sondern man klettert auf sehr scharfkantigen Felsen im Halbdunkel herum, und beschmiert sich dabei immer mal wieder mit Fledermauskot. Wirkliche Höhepunkte dürften hier auch keine zu erwarten sein, so dass man sich den Besuch wirklich gut überlegen sollte.

Alles in allem hat uns Malaysia als Reiseland zwar gefallen, konnte uns aber von der Landschaft nicht allzu sehr begeistern. Denn zu oft fährt man stundenlang durch Palmölplantagen oder durch riesige Gummibaumfelder. Die Menschen dieses Landes aber sind auf jeden Fall eine Reise wert. Wir trafen immer wieder auf sehr liebenswerte und hilfsbereite Menschen, von denen wir Europäer uns einiges abschauen könnten.

Reisedauer: 02.02.1999 - 28.02.1999

Buchtipp

 

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Infos per Internet

Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Malaysia gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de

Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.

Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Malaysia gibt´s auf www.willgoto.com.

Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Malaysia zu finden.