
DORLE UND DIRK UNTERWEGS IN DER WELT


Dieses bei uns doch recht unbekannte Land ist landschaftlich absolut grandios. Es liegt auf dem nördlichen Teil des afrikanischen Kontinents direkt am Mittelmeer, und wird von den Staaten Tunesien und Algerien im Westen, Niger und Tschad im Süden sowie dem Sudan und Ägypten im Osten begrenzt.
Jedoch ist dieses Land durch seine Lage am Mittelmeer bei weitem kein Urlauberparadies zum Herumliegen am Strand. Die wahren Qualitäten zeigen sich erst weiter im Landesinneren, wo das große Sandmeer, die Sahara beginnt.
Wir bereisten dieses Land in einer kleinen Reisegruppe im November 2001. Die Reise in einer Gruppe durchzuführen war uns zwar nicht allzu recht, aber dieses Land ließ sich für uns anders nicht bereisen. Denn wir besitzen weder die Technik noch das Wissen, um in einer solch extremen Umgebung länger herumzureisen.
Los ging es für uns spät Abends, die Geländewägen wurden fertig beladen, und gegen Mitternacht machten wir uns auf den Weg nach Genua (Italien). Hier kamen wir todmüde gegen Mittag an, und warteten auf die Fähre. Die italienische Polizei veranstaltete ein sinnloses Chaos und führte sich total albern auf. Als wir von Ihnen alle nötigen Stempel hatten, konnten wir am Nachmittag auf die Fähre. Hierbei handelt es sich um eine recht bequeme Autofähre von Tunis-Ferries. Um auf die Fähre raufzukommen muss man fahren wie ein Idiot, absolut rücksichtslos sein, und den gelangweilt herumstehenden italienischen Polizisten ausweichen.
So wie der Wagen steht, muss man auch schon mit all seinen Sachen die man braucht aus dem Wagen springen, denn man wird von allen Seiten gnadenlos zugeparkt, und kommt sonst nur noch über´s Dach aus dem Auto. Auf dem Schiff kann man nichts machen außer schlafen und zu den festgelegten Zeiten Essen.
Nach einer ca. 22 stündigen Fahrt über das Mittelmeer kamen wir dann in Tunis (Tunesien) an. Hier kam das gleiche chaotische Gedrängel um aus der Fähre herauszukommen. Draußen erwarteten uns schon angenehm milde Temperaturen, so das die Jacken und Pullies erst einmal wieder verschwanden. Hier waren die Formalitäten schnell erledigt, und wir brausten mit Volldampf Richtung tunesischer Ostgrenze.

Unterwegs hielten wir für eine Nacht in der Stadt Kairouan, und gönnten uns noch einmal eine Nacht in einem Hotel mit richtiger Toilette und Dusche. Am nächsten Tag ging es dann über Gabes weiter zur Grenze. An den Straßen boten Händler neben Obst, Gemüse und den knallroten Chillies auch zweifelhaftes Benzin in Plastikkanistern an. Dieser Sprit ist vielleicht etwas billiger, aber wir fuhren doch lieber an die Tankstellen. Nahe der Grenze standen dann die Geldwechsler mit großen Bündeln von libyschen Geld am Straßenrand, und versuchten einen damit heranzuwinken. Bei einem hielten wir dann auch an und tauschten US-Dollar in libysche Dinar. Denn hier ist der Kurs um Einiges besser als wenn man erst in Libyen selber tauschen will. Außerdem gibt es im ganzen Land kaum richtige Banken, in denen man wirklich offiziell tauschen könnte.
Etwa 10 Autominuten von der Grenze entfernt schlugen wir uns dann das erste Mal in die Büsche um unser Camp aufzuschlagen. Denn so konnten wir morgens sehr früh an die Grenze, um den Spießrutenlauf hinter uns zu bringen. Leider wurde es auch genau so. Obwohl wir alle Papiere,
Übersetzungen und Visa dabei hatten, wurden unsere Fahrer von den libyschen Grenzbeamten munter schikaniert. Alles in allem brauchten wir für fünf Fahrzeuge etwas über 5 Stunden, um alle Formalitäten hinter uns zu bringen. Völlig entnervt von der ewigen Warterei in der prallen Sonne wurden noch schnell die für uns unlesbaren Kennzeichen an die Wagen angebracht, und dann versuchten wir so schnell wie möglich von dem Grenzübergang Ras Ajdir wegzukommen. Leider ist dies für uns Europäer derzeit die einzige Möglichkeit, um auf dem Landweg nach Libyen einzureisen. Doch auch wenn man den Grenzübergang passiert hat, so braucht man seine Papiere nie weit weg packen. Denn an den großen Straßen stehen immer mal wieder Straßensperren mit Militärposten, durch die wir aber immer recht schnell durchkamen.
Kaum im Lande, machten wir uns auch sogleich auf Richtung Süden. Über Sabrata und Nalut machten wir uns auf den Weg nach Ghadames. Diese Route bringt einen sehr schnell in die Sahara, und man kann sich Kultur und Städte auf dem Rückweg anschauen. Mit jedem zurückgelegten Kilometer werden Bewuchs und auch die Besiedlung des Landes weniger. Die Landschaft wird immer trockener und karger.

Die Fahrt auf der endlos scheinenden Asphalt-Straße ist sehr ermüdend, denn es geht eigentlich nur geradeaus, und landschaftsmäsig ist es auch nicht gerade abwechselnd.
Eine willkommene Abwechslung ist da die Ortschaft Nalut. Hier kann man wieder einmal herumwandern und die Ksar (Festung) des Ortes besichtigen. Innen bekommt man einen sehr guten Eindruck davon, wie die Menschen früher hier gelebt haben. Auf engsten Raum sind die kleinen Wohnungen über mehrere Stockwerke und wabenartig aneinandergebaut. Faszinierend ist hier auch die angenehme Kühle innerhalb der dicken Festungsmauern, im Vergleich zu draußen.
Im Anschluss fuhren wir weiter nach Ghadames, um uns hier auf dem Markt mit allem notwendigen einzudecken. Hier mussten wir auch zum ersten Mal libysches Wasser in unsere Kanister füllen, denn unser heimisches Wasser ging langsam zur Neige. Hierbei gingen wir während der ganzen Reise immer auf Nummer sicher, und behandelten das Wasser mit einem chlorfreien Mittel zur Desinfektion. Das beseitigt zwar keine Schwebestoffe im Wasser, aber man kann es trinken. Für die nicht ganz Anspruchslosen können wir hier auch dringend eine undurchsichtige Trinkflasche empfehlen, denn so sieht man die trübe Brühe nicht, die man manchmal in seinen Kanistern hat.
In der Stadt selbst war ein Besuch der Altstadt mit ihren verwinkelten und kühlen Gassen natürlich Pflicht. Wir bekamen hier einen fachkundigen Führer, der uns in englischer Sprache etwas über die Geschichte und Lebensweise der Menschen erzählen konnte. Nachdem wir all unsere Erledigungen getätigt hatten, ging es am nächsten Morgen ans Kilometer fressen.
Wir quälten uns und die Fahrzeuge auf einer nicht enden wollenden Piste über Darj und Gariyat nach Sabha. Dieses Teilstück unserer Tour war eine Zerreisprobe für die Nerven und die Sitzmuskulatur. Es ging über das Plateau Hamadat al Hamrah, eine Einöde, in der es absolut nichts zu sehen gibt. Das ganze Plateau ist bis auf einige Hügelketten flach und bis auf wenige Ausnahmen frei von jeglichem Bewuchs. Hier einen guten Rastplatz für die Nacht zu finden ist wirklich schwer, denn die Landschaft besteht nur aus herumliegenden Steinen.

Abends jedoch fühlten wir uns in dieser Weite so richtig gut. Keinen Zivilisations-Überfluss mehr, sondern nur noch unser kleines Lager und die wenigen Habseligkeiten die wir mithatten. Leider bemerkten wir aber hier schon, dass einige unserer Gruppenmitglieder echte "Outdoorfans" waren, und sich überhaupt nicht im Klaren waren wo wir überhaupt sind. Denn ansonsten muss man sich hier wohl kaum die Füße waschen, um dann wieder im Staub und Sand herumzuspazieren.
Von Shwayrif an gestaltet sich die Gegend schon sehr viel interessanter. Das Plateau ist nicht mehr eben wie eine Platte, sondern es kommen immer mal wieder Berge in Sicht, und
man sieht neben flachen Büschen auch immer mal wieder große Akazienbäume. An diese sollte man sich mit Zelt und Auto nicht zu dicht heranwagen, denn Akazien sind voll von sehr robusten Dornen, die einem schnell zum Verhängnis werden können.....
So faszinierend die Landschaft oft auch ist, wenn man durch Ortschaften kommt, dann fragten wir uns oft wovon die Menschen hier leben. Ackerbau ist aufgrund des Wüstenklimas nicht möglich, und außer Kamel- und Ziegenherden ist auch kaum Viehzucht auszumachen. Auch Industrie oder Ähnliches haben wir nicht entdecken können. Doch obwohl die Städte und Dörfer meist dreckig und heruntergekommen sind, sind die Menschen darin ein zurückhaltendes und freundliches Volk. Wir wurden nie bedrängt oder gar angebettelt, wie es im Nachbarland Tunesien ständig der Fall ist. Entlang der großen asphaltierten Straßen bemerkt man schon einige Kilometer vorher, dass bald ein Ort kommen muss. Denn entlang der Straßenränder schwillt der Müll bis kurz vor den Orten zu richtigen Müllkippen an.
Irgendwo zwischen Tekerkiba und Ghat ging es dann endlich runter von dieser eintönigen Straße, auf der man fast nie auf Gegenverkehr stößt. Unterwegs haben wir an den Tankstellen, die nicht gerade trocken und somit leer waren, all unsere Reservekanister voll Diesel getankt, und waren somit gerüstet für die nun folgenden Tage fern ab jeder Straße und Tankstelle. Mit Volldampf ging es mitten hinein in das Akakus-Gebirge. Da man für das Bereisen der gesamten Region eine Genehmigung und Führer benötigt, stießen hier drei Tuareg mit zwei Toyota-Geländefahrzeugen zu uns.

Dieses Gebirge ist die absolute Schau, und könnte kaum abwechslungsreicher sein. Ein riesiger Irrgarten aus hohen, wild zerklüfteten Felsen und Bergen, üppig bewachsenen Wadis, hohen Sanddünen und bizarren Canyons. Hier nun machten sich auch endlich unsere Geländefahrzeuge nützlich. Mal quälten wir uns durch riesige Geröllfelder, um dann im Anschluss mit Vollgas über weite Sandebenen driften zu können. Nun waren wir endlich mitten im Abenteuer Sahara.
Die riesigen Schluchten des wild zerklüfteten Akakus wirkten im Abendlicht oft wie eine unwirkliche Filmkulisse. Nur die Sandböen die durch die Canyons fegten erinnerten einen dann schnell wieder daran, wo man eigentlich gerade war. Denn
den Sand, der oft so fein wie Staub war, hatte man wirklich überall. Egal ob im Zelt und Schlafsack, am Körper oder im Essen.
Hier nun machte sich die Sahara mit ihren Witterungseinflüssen auch stark bemerkbar. Denn Tagsüber war es angenehm warm bis heiß, aber sobald die Sonne am Horizont unterging gab es einen regelrechten Temperatursturz, und man holte schnell Pullover und Jacke hervor.
Die Fahrt durch dieses Gebirge ist wirklich beeindruckend. In fast jedem Tal zeigten uns unsere Tuareg-Führer steinzeitliche Malereien und Gravuren. Pflichtbewusst wurde natürlich jede einzelne bestaunt, aber bei einigen kamen schon große Zweifel über deren Echtheit auf. Denn einige sehen irgendwie alles andere als alt und verwittert aus, und manchmal entdeckte man auch Kreidereste vom Nachzeichnen der Konturen.
Einige besonders schöne Gravuren gibt es im Wadi Mathendous zu betrachten. Jedoch ist der Weg dort hin fast aufregender wie das kleine eingeschnittene Tal selbst. Denn es liegt inmitten einer riesigen Geröllwüste, und die Piste dorthin ist wirklich anstrengend zu befahren.

Die Landschaft auf dem Weg ist so unwirklich, so ähnlich könnte es eigentlich auch auf dem Mond aussehen. Doch plötzlich kommt dann ein Einschnitt in diese Gerölllandschaft, und man steht inmitten dieses schmalen grünbewachsenen Tals. Hier wachsen dann wieder Gräser und Akazien, obwohl im Umkreis von etlichen Kilometern kein Leben zu entdecken war.
Tiere bekamen wir in der Sahara kaum zu Gesicht. Wohl mal ein paar Vögel, Kamele und Erdhörnchen und mal eine große Eidechse, aber ansonsten sahen wir nur Spuren im Sand. Hobby-Archäologen könnten sich hier aber gut austoben, denn Skelette fanden wir doch einige.
Hier mitten in der Wildnis gefiel es uns richtig gut. Den ganzen Zivilisationsmüll wie Telefon, Termine und Stress hatten wir schon nach kürzester Zeit vergessen, und man besinnt sich endlich wieder auf das Wesentliche. Erst hier merkt man zum Beispiel, wie wichtig einem eigentlich Wasser ist. Denn gerade inmitten einer solch lebensfeindlichen Umgebung wo es fast kein Wasser gibt, weis man sauberes Trinkwasser erst wieder richtig zu schätzen. Aber gerade hier ist beim Wasserauffüllen wirklich Sorgfalt notwendig. Es gibt hier zwar einen Brunnen, aber das Wasser von dort sollte man nicht unbedingt ohne chemische Nachbereitung genießen. Wir mussten die Pumpanlage auch erst wieder richten, bevor wir dann am nächsten Tag genug Trinkwasser aufnehmen konnten, um unbesorgt weiterreisen zu können.
So nach und nach wandelte sich dann die Landschaft, die Felsen wurden langsam weniger und der Sand immer mehr. Hier kamen wir doch manchmal schon ins schwitzen, denn die Überquerung der Dünen war nicht immer einfach. Irgendwann bewegten wir uns nur noch durch ein Dünenmeer, wo es dann nichts anderes mehr gab außer Sand. Für unsere Fahrer war es manchmal recht problematisch, denn man konnte nicht einfach anhalten wo man wollte. Denn oft war der Sand so weich, dass man Kreise fahren musste satt anzuhalten, um auf die Anderen zu warten. Da wir vorher schon kräftig Luftdruck aus den Reifen gelassen hatten, mussten auch nur selten Fahrzeuge wieder freigeschaufelt werden.

Die Campplätze waren einer schöner als der Andere. Lediglich das Zelt aufbauen war wegen dem starken Wind oft nicht so einfach. Denn außer richtige Sandheringe und unser Gepäck hielt hier nichts die Zelte am Boden. Nun war es für uns langsam wieder an der Zeit in die Zivilisation zurück zu kehren, und so machten wir uns auf den Weg nach Ghat.
Dieser Ort ist die einzige größere Oase im Südwesten Libyens, und für uns optimal zum Vorräte auffrischen. An Sehenswürdigkeiten hat die Stadt nicht viel zu bieten. Wenn man die verfallene Altstadt besuchen möchte, sollte man irgendeinen der vielen Seiteneingänge benutzen. Denn obwohl die Altstadt mit ihren Gerüchen und Anblick mehr an eine Kloake erinnert, läuft hier tatsächlich jemand herum, und versucht Touristen mit angeblichen Eintrittsgeldern über´s Ohr zu hauen. Da das oberhalb der Altstadt liegende Fort Koukemen keine militärische Zone ist, kann man da hinaufsteigen und hat eine schöne Übersicht über Ghat und die Umgebung. Wie gesagt, die Stadt hat nicht viel zu bieten, und so verdrückten wir uns auch schnell wieder in die Weiten der Sahara.
Etwas außerhalb von Ghat konnten wir noch einmal die bizarren Konturen des Bergmassivs Idinen (oder auch Geisterberg genannt) bestaunen, bevor wir wieder in der Wildnis verschwanden. Die erste Zeit fuhren wir wieder durch teilweise sehr felsiges Gelände, aber mit der
Zeit wurde es immer sandiger.
Zu den absoluten touristischen Highlights in Libyen gehört wohl auch der Abstecher zu den Mandara Seen. Allein die Fahrt dort hin ist schon beeindruckend. Bereits nach kurzer Zeit hat einen das große Dünenmeer komplett verschluckt, und man hat ohne Hilfsmittel kaum noch die Möglichkeit sich zu orientieren, um auf der Piste zu bleiben.
Um so weiter man hinein kommt, um so wilder werden oft auch die Dünen die man überqueren muss. Wir mussten hier doch ab und an mal die Schaufeln auspacken, um ein festgefahrenes Fahrzeug frei zu bekommen. Die manchmal doch rasant-steilen Auf- und Abfahrten erinnerten schon ein wenig an Achterbahn fahren, und machten allen großen Spaß. Wir brauchten für die Durchquerung der Dünen gute 3 Stunden, die auch recht anstrengend waren. Jedoch hat sich die Fahrt mehr als gelohnt. Denn auf einmal erscheinen mitten im Dünenmeer vor einem Dattelpalmen, Schilf und dann noch dazu ein See. Man kommt sich vor wie in 1001 Nacht, denn genau so stellt man sich eigentlich doch Oasen in der Wüste vor.

Wir konnten absolut nicht genug von der traumhaften Landschaft hier bekommen. Alle liefen aufgeregt herum, und machten eine Unmenge an Fotos. Dieser See mit den dahinter steil aufragenden Sanddünen ist ein Anblick wie im Märchen. Angeblich soll er bis zu 9m tief sein, und somit eigentlich gut geeignet für ein ausgiebiges Bad. Da das Wasser aber stark salzhaltig ist und überall Mücken auf einen lauern, traute sich bei uns keiner ins Wasser hinein. Wegen diesen kleinen, stechenden Plagegeistern verzogen wir uns am Abend dann auch etwas in das Hinterland, und genossen von einer der vielen Dünen aus den Sonnenuntergang am Um el Ma.
Am nächsten Tag quälten wir uns dann wieder durch das nicht enden wollende Dünenmeer zurück nach Terkiba. Hier beluden wir unsere Fahrzeuge wieder vollständig, denn alles überflüssige Gepäck hatten wir hier gelassen um besser durch die Dünen zu kommen. Nun hieß es für uns Abschied nehmen von den sandigen und felsigen Weiten der libyschen Sahara, denn wir mussten wieder gen Norden aufbrechen. Uns standen wieder hunderte von langweiligen Kilometern auf den kaum befahrenen Straßen des Südens bevor. Ab und an gab es mal etwas zum Schmunzeln, wie z.B. die Art des Viehtransportes hier in Libyen. Denn hier werden Kamele einfach auf den Ladeflächen von irgendwelchen Fahrzeugen transportiert.
Bei einer unserer Übernachtungen irgendwo im Busch wurden wir früh am Morgen von einer Herde Kamele "überfallen". Wir waren davon natürlich sehr begeistert, denn es bot mal wieder etwas Abwechslung. Alles in Allem verlief die Rückfahrt bis zur Grenze problemlos. Wir kamen durch all die Straßensperren ohne Probleme durch, und schauten uns oben an der Küste natürlich auch noch die Ruinen von Sabrata an. Die Ausgrabungsstätten hier sind von der UNESCO unter Schutz gestellt worden, wovon man aber nicht allzu viel merkt. Ein Bummel durch die Ruinenfelder dieser einstigen Handelsstadt ist aber auch für Kulturmuffel lohnenswert, denn einige Gebäude lassen den Prunk von damals noch recht gut erahnen.
Die letzte Nacht in Libyen wollten wir direkt am Strand des Mittelmeeres verbringen. Doch von Idylle und Ruhe waren wir weit ab. Statt dessen war der Strand und das Hinterland wie leider so oft in der Nähe libyscher Behausungen mit Dreck überhäuft, und die ganze Nacht hindurch kläfften und jaulten irgendwelche Hunde. Nach dieser nicht wirklich romantischen Nacht am Strand ging es dann zum Glück ohne größere Probleme und auch recht zügig über die Grenze Ras Ajdir nach Tunesien.
In Tunesien selbst machten wir nur einen großen Stop in der Stadt Kairouan. Hier übernachteten wir seit langem mal wieder in einem Hotel, und genossen den Luxus von fließendem Wasser, einer richtigen Toilette und einer ausgiebigen Dusche. Nun wurden auch die letzten sauberen Kleidungsstücke hervorgewühlt, damit wir uns auch wieder unter Menschen trauen konnten.
In den Straßen der Altstadt herrschte ein quirliges und buntes Treiben, jedoch fühlten wir uns nach den ruhigen und fast einsamen Tagen in den Weiten der Sahara hier alles andere als wohl. Ein gutes Stück zu unserem Unwohlsein trugen auch die Tunesier mit ihrer Art bei. Denn sie sind das genaue Gegenteil von den höflichen und zurückhaltenden Libyern. Ständig zerrten die Verkäufer an uns herum, und versuchten uns lautstark ihren Krempel anzudrehen. Am nächsten Morgen machten wir uns von Kairouan aus direkt auf den Weg nach Tunis auf unsere Fähre.
Natürlich herrschte wieder das gleiche Chaos beim Rauffahren wie auch schon auf der Herfahrt. An Bord gönnten wir uns dann zum Abschluss noch das mehrere Gänge umfassende Menü, wo wir uns mal wieder so richtig die Bäuche voll schlugen. Denn zum Schluss konnten wir das Zeug aus unseren Verpflegungskisten schon nicht mehr sehen. Zum Leid einiger unserer Gruppenmitglieder gerieten wir Abends auch noch in einen ordentlichen Sturm, und so fühlten sich einige veranlasst, die Fische des Mittelmeeres zu füttern.
Einigermaßen ausgeschlafen hieß es für uns dann in Genua Abschied nehmen. Denn hier trennten sich die Ersten von der Gruppe. Der Rest von uns quälte sich noch viele Stunden auf der Autobahn gen Norden, bis auch wir endlich daheim waren.
Insgesamt gesehen war diese Reise der absolute Hammer. Denn dass die Wüste so abwechslungsreich ist, konnten wir uns vorher nicht vorstellen. Libyen, das Land und seine Menschen sind absolut eine Reise wert. Jedoch darf man keinen Luxus erwarten, sondern sollte sich eher auf einige Strapazen einrichten.
Reisedauer: 20.10.2001 - 10.11.2001
Dieses Buch ist ein absolutes Muß für alle denen beim Wort Wüste etwas mehr wie nur Sand einfällt. Ein wirklich toller Bildband mit viel Wissenswertem zu dieser faszinierenden Landschaftsform. Der Autor Michael Martin bereiste alle großen Wüsten der Erde mit dem Motorrad, und man merkt diesem Buch seine Liebe zur Wüste an.
Dieser einzigartige Bildband lässt alle Wüsten Afrikas lebendig werden. Eine tolle Ergänzung/ Erweiterung zum oben bereits erwähnten Band „die Wüsten der Erde“.
Da wir auf dieser Reise lediglich Tour-Teilnehmer waren, brauchten wir auch nicht all das Spezialwissen, welches man für eine solche Reise sonst benötigt. Deshalb können wir hier auch nicht wie sonst bei uns üblich wirkliche Reisehandbücher empfehlen.
Durch das direkte Bestellen unterstützt Ihr uns ein wenig im Unterhalt unserer Homepage.
Infos im Internet
Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Libyen gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de
Ein recht gutes Forum zum Thema Sahara und Libyen findet man auch vom Afrika-Spezialisten Därr unter www.das-globetrotter-forum.de
Auf der privaten Homepage von Claus Possberg gibt es einige wirklich tolle Bilder seiner Motorradreise durch Libyen, zu finden unter www.possi.de
Das Reisehandbuch vom Reise Know-How Verlag wird zusätzlich noch über das Internet "Last Minute" aktualisiert. Zu finden auf der offiziellen Homepage www.reise-knwow-how.de
Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.
Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Libyen gibt´s auf www.willgoto.com.
Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Libyen zu finden. |
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