
DORLE UND DIRK UNTERWEGS IN DER WELT


Unsere Kambodschareise beginnt in der Hauptstadt Phnom Penh. Wir kommen gerade aus Laos, waren dort zwei Wochen mit den Rucksäcken unterwegs (Link zum Reisebericht), und haben um Zeit zu sparen das Flugzeug gewählt.

Am International Airport geht´s hektisch zu, Unmengen von Leute wuseln hier quer durcheinander. Taxifahrer und Mopedfahrer bedrängen uns, jeder will uns zum Festpreis in die Stadt fahren. 7 US$ für das Taxi sind schon ein stolzer Preis, aber mit den großen Rucksäcken auf ein Moped reizt uns momentan auch nicht....
Wir lassen uns am Zentralmarkt absetzen, von wo aus die Busse in den Süden abfahren. Denn wir möchten erst mal nach Sihanoukville, an den Strand. Aber das sieht schlecht aus. Wir sind zwar früh genug da, der letzte Bus ist noch da, aber bereit voll. Nach der Ruhe und Gelassenheit in Laos wirkt Phnom Penh mit all dem Lärm und der Hektik auf uns
wie ein Tollhaus, hier wollen wir keinesfalls über Nacht bleiben, um morgen den ersten Bus zu nehmen. Dank unserer nicht übersehbaren Rucksäcke hält uns die "Tuck Tuck Mafia" hier wohl für Frischfleisch und verlangt Fantasiepreise. Schließlich finden wir einen anständigen Fahrer und lassen uns zum Sammelplatz für die Minibusse fahren. Aber das war auch keine gute Idee, auch hier wird´s irgendwie nichts mit der Fahrt in den Süden. Um uns herum ein Mob von mehr als 10 selbsternannten Führern und Taxifahrern, einer lauter als der andere. Fürchterlich - wo bitte ist die Stoptaste um das Theater anzuhalten? Irgendwann wird es uns zu viel, wir schnappen uns ein Taxi, und lassen uns in drei Stunden ans Meer fahren. Lieber geben wir jetzt etwas mehr Geld aus, als dass wir länger als nötig in diesem Chaos bleiben.
Die Fahrt ist recht langweilig, zu sehen gibt´s nicht wirklich viel Interessantes. Auf der Halbinsel Sihanoukville suchen wir einige Zeit herum, wir wollen zum Serendipity Beach, ein angeblich noch recht ruhiger und schönem Strand mit einigen Unterkünften.
Kurze Zeit später haben wir dann auch schon ein annehmbares Zimmer in Strandnähe, also ab zum Wasser. Füße in den Sand und an der ersten Strandbar die kommt gibt es erst mal leckere und frische Kokosnuss-Shakes. Im Anschluss gilt es dann die gute Portion frischer Scampis und frischem Tintenfisch vom Grill zu bezwingen - endlich sind wir da. Hier werden wir es mit Sicherheit ein paar Tage aushalten.
Am nächsten Morgen ziehen wir als erstes um, unser Zimmer war uns zu heiß und stickig, und wir bekommen ein paar Meter weiter einen tollen Stelzenbungalow mit Blick auf´s Meer im Cloud 9. Wirklich schöne Hütten, nur die irischen Besitzer könnten etwas offener und freundlicher sein. Deren Gesichter sehen immer aus als würde es gleich zum Regnen anfangen. Sehr einsilbige Gestalten, aber was soll´s....

Nach dem Frühstück düsen wir mit einem kleinen Moped quer über die Halbinsel, erkunden die Umgebung ein wenig. In der Innenstadt ist ordentlich was los, und da gerade Markt ist haben wir schon unser erstes Ziel. Hier hängen allerhand Leckereien herum, neben frischem Fisch gibt es auch wieder Frösche und den stinkenden Trockenfisch, das Angebot unterscheidet sich kaum von anderen asiatischen Märkten.
Auf der Halbinsel ist alles sehr weitläufig, mal eben irgendwo hinlaufen wird nichts. Aber dafür gibt es ja überall Mopeds zum Mieten, oder man lässt sich von einem der unzähligen Mopedtaxis herumfahren. Der Preis ist Verhandlungssache, aber die Fahrer sind meist recht nett und transportieren eigentlich alles.
Vom Tempel Wat Leu aus haben wir eine gute Rundumsicht über die Insel bis auf´s Meer, um den Tempel herum verstecken sich ein paar sehr schöne Tempelwächter und andere mystische Figuren im Halbdunkel des kleinen Waldes.
Uns gefällt es hier in Sihanoukville recht gut, aber die Unterschiede zu Laos sind sehr deutlich zu erkennen. So sind die Kambodschaner im Verkehr deutlich aggressiver, und auch im Umgang mit Touristen läuft es bei weitem nicht so ruhig ab wie im Nachbarland.
Der Serendipity Beach hat auch nichts mehr von seiner ruhig-vertäumten Atmosphäre. Überall herrscht Bauboom, eine Unterkunft reiht sich an die Nächste, höchstens von einem der ebenfalls unzähligen Restaurants unterbrochen. Doch trotz allem ist es ein schöner Platz zum Verweilen und relaxen, der Strand ist ewig lang und fällt flach ins warme Meer hin ab, fliegende Händler bieten neben Getränken und frischen Früchten auch leckere Scampis an, die neben einem frisch zubereitet werden. Fast jedes Guesthouse bietet hier Schnorchelausflüge usw. an, so dass einem auch kaum langweilig werden kann. Bei uns war die Sicht unter Wasser leider nicht die Beste, aber trotzdem ein schöner Trip.

Ein weiterer Ausflug der sich wirklich lohnt ist die Tagestour in den Ream Nationalpark. Dieser erstreckt sich auf über 210 qkm und umfasst Küstenlandschaften, Mangrovensümpfe und immergrüne Tieflandwälder.
Nach etwa 30min Fahrt im Minibus erreichten wir die Rangerstation, von dort ging es dann im Boot weiter, und hinein in die undurchdringliche Welt der Mangroven. Eine faszinierende Baumart, die im Grenzbereich zwischen Wasser und Land lebt, und je nach Wasserstand mal mehr mal weniger im Wasser steht, und dabei ein fast undurchdringliches Wurzelwerk bildet. Über uns fliegen immer mal wieder ein paar Nashornvögel vorüber, und auf dem breiten Kanal den wir durch das Dickicht befahren, treffen wir ab und an auf Wassertaxis oder ein paar Fischerboote. Nur sehr selten kommen wir noch an kleinen Ansiedlungen vorüber, die meiste Zeit ist nichts als dichtes und üppiges Grün um uns herum.

Irgendwann kommen wir dann aus dem undurchdringlichen Grün der Mangroven heraus, vor uns befindet sich jetzt das offene Meer. Wir fahren noch kurze Zeit dicht entlang der Küste, bis wir dann zu einem wirklich ansehnlichen Strand kommen, an dem große Mittagspause gemacht wird. Während wir im Wasser planschen oder den Strand erkunden (Bild), grillt unser Begleiter auf einem kleinen Grill Baracusa-Steaks, die es dann im Schatten der Bäume gibt. Einfach toll, an diesem idyllischen Fleckchen könnten wir es noch länger aushalten. Im Wasser ein paar neugierige Fische, am Strand ein paar Krebse (Bild) und dahinter gleich urwüchsige Wälder.
Den Rückweg treten wir zu Fuß an, es geht auf einer kleinen Wanderung auf schmalen Pfaden durch den dichten Wald hin zu einem kleinen Dorf, dass wir auf dem Hinweg mit dem Boot passiert haben. Hier leben die Menschen wirklich noch unter einfachsten Umständen, kein Strom oder Wasser, dafür aber eine eigene kleine Schule und ein paar Strohhütten auf Stelzen. Hier am Dorf geht es wieder ins Boot, und auf dem Rückweg begleiten uns immer wieder Fischschwärme, wo immer wieder einzelne in hohem Bogen aus dem Wasser springen, während über unseren Köpfen Seeadler ihre Kreise drehen.
Abends beim Essen am Strand fallen uns all die Bettler, kleinen Kinder und verstümmelten Menschen auf, die auf ihre Art etwas vom "Touristen-Kuchen" abbekommen möchten. Wer kann es ihnen schon übel nehmen?! Da wird einem erst wieder klar, wie arm Kambodscha eigentlich sein muss. Die bewegte und teils schreckliche Vergangenheit des Landes und seiner Bewohner ist noch nicht wirklich lang her, auf die Auswirkungen stoßen wir auch später noch öfter.
Den nächsten und für uns letzten Tag hier im Süden verbringen wir wieder mit dem Herumdüsen auf einem gemieteten Moped. Wir wollen zum ganz in der Nähe gelegenen Wasserfall Kbal Chhay. Den Tipp hat Dorle aus einer deutschen Reisezeitung, hier vor Ort wissen scheinbar die wenigsten Touristen davon, Ausflüge dahin werden zum Glück auch keine Angeboten.
Wir fahren stadtauswärts auf der National Route 4, Richtung Phnom Penh, bis zum KM 217. An einem grünen Blechschild geht´s hier links ab auf eine breite Schotter- und Lehmpiste. Anfangs führt die Piste durch aufgeforsteten jungen Wald, kurz drauf dann aber durch dichte und ursprüngliche Vegetation mit dichtem Unterholz. Wirklich schön hier, man hat immer wieder tolle Einblicke in kleine Sümpfe oder dicht bewachsene Lichtungen.
Nach etwa 4km auf dieser Piste kommt man dann zum Wasserfall. Es gibt einen bewachten und überdachten Parkplatz und ein paar Erfrischungsstände, ansonsten haben wir hier unsere Ruhe - toll.
Selbst jetzt in der Trockenzeit ist der Wasserfall ein lohnendes Ausflugsziel. Wir treffen kaum andere Touristen, und auch nur wenige Einheimische halten sich hier auf. Über verschiedene und teils wild zerfurchte Felsebenen rauscht hier das Wasser runter. Man kann sich herrlich abkühlen und im Wasserfall duschen, oder einfach darin herumklettern und alles erkunden.

Auf der Rückfahrt am Nachmittag halten wir noch am Hotel und Restaurant "Snake House", das im Hinterland vom Victory Beach liegt. Hier zahlt man der Bedienung 1 US$ pro Person, bekommt dafür eine Coke o.ä. und kann sich dann in aller Ruhe all die Terrarien anschauen, die hier stehen. Darin befinden sich eine Vielzahl an kleinen und großen Schlangen, aber auch ein paar Schildkröten, Fische und ein Krokodil sind zu bestaunen.
Am nächsten Morgen lassen wir uns von zwei Moped-Taxis zum Busstop fahren. Den großen Rucksack zwischen den Knie, und je einen von uns hinten drauf düsen sie mit uns ruck zuck dorthin. Kaum abgestiegen rollt der Bus schon los, es sind zwar noch fast 20min bis zur eigentlichen Abfahrtszeit, aber der Fahrer hat´s eilig, will los. Na vielen Dank, ohne Frühstück und Proviant in den Taschen hocken wir nun auch noch ganz vorn bei dem Wahnsinnigen, und dürfen seine rücksichtslose Raserei mitanschauen. Immer wieder gibt es Adrenalinstöße und Schweißausbrüche, wenn er trotz Gegenverkehr und Fußgängern auf der Straße zum Überholen ansetzt. Ok, hier kotzt zwar keiner wie sonst vorher in Laos, aber beim nächsten Mal sitzen wir mit Sicherheit viel weiter hinten im Bus....! Damit uns nicht langweilig wird, dürfen wir uns während der Fahrt ein paar japanische Karatefilme und Karaoke-DVDs in voller Lautstärke anschauen - was gibt es schöneres?
Nach vier Stunden und einer kurzen Pause hat uns das hektische Phnom Penh wieder. Undurchschaubares Verkehrsgewimmel, Straßenlärm, ständiges Gehupe und Abgase ohne Ende - wirkliche Freude kommt bei uns beiden nicht auf. Wir sind einfach keine Großstadtmenschen.
Im Capitol Guesthouse, einer großen Backpackerbleibe in zentraler Lage, beziehen wir ein recht passables Zimmer, und machen uns auf die Großstadt zu erkunden. Es ist schwül-heiß, eine Mischung zwischen Backofen und Dampfbad, wir laufen zu Fuß Richtung Fluss.
In der Straße hinter dem Nationalmuseum sind wir auf der Suche nach ein paar schönen Souvenirs. Hier gibt es viele schöne Marmor- und Steinschnitzerein, aber kaum was aus Holz. Schade, denn wie bitte sollen wir solch schwere Marmorstücke per Rucksack durch´s Land transportieren. Den Nachmittag verbringen wir auf dem Gelände von Königspalast und der Silberpagode.

Auf dem weitläufigen Gelände gibt es immer wieder was zu entdecken. Die im traditionellen Khmer-Stil errichteten Gebäude sind über und über reich verziert, die Dächer wie auch die Wandverzierungen sind für sich schon Kunstwerke. Wie schon so oft zuvor auf dieser Reise sind wir auch hier ruck zuck in ein Gespräch mit den Mönchen verwickelt. Diese Offenheit und natürliche Neugierde fasziniert uns immer wieder, bei uns daheim oft kaum vorstellbar.
Am Abend bummeln wir noch am Ufer des Tonle Sap entlang. Welch ein Rummel hier, Straßenhändler verkaufen allerhand essbares, für die Gläubigen werden Blumengestecke samt Räucherstäbchen und lebende Singvögel verkauft. Diese werden dann zusammen mit einem Gebet und Wunsch frei gelassen. Meist sind die Piepmätze aber schon so erschöpft, dass sie nur wenige Meter weit kommen, und von Kindern mit großen und klebrigen Stöcken arg unsanft wieder eingefangen werden, damit der Nächste mit dem armen Vogel seine frommen Wünsche auf die Reise schicken kann. Für uns ein faszinierendes Treiben, denn hier trifft sich Abends scheinbar die halbe Stadt.

Der Besuch des alten Foltergefängnis Toul Sleng war das Bedrückendste unserer Reise, aber wer sich vorab schon etwas intensiver mit der Geschichte des Landes beschäftigt hat, sollte sich den Besuch auf jeden Fall antun.
In dem alten Gymnasium wurden unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer von 1976 bis 1979 tausende Menschen gequält, verhört und ermordet. Unter dem Codenamen S-21 sorgte es für Angst und Schrecken besonders unter Beamten und Offizieren der alten Regierung. Aber auch Intellektuelle und abtrünnige Offiziere aus den eigenen Reihen kehrten nie wieder zurück, sobald sie hinter den Stacheldrahtverschlägen der ehemaligen Schule
verschwunden waren. Die Gefangenen wurden auf die Kachelböden der Klassenzimmer, an die Wände oder auf eiserne Pritschen gekettet, um dann oft mit einfachsten Mitteln gefoltert zu werden.
Menschen sind wirklich die brutalsten Tiere der Welt, spätestens beim Anblick all der Porträts der Folteropfer wird einem das klar. Die Gesichter dieser Menschen vergisst man nicht so schnell wieder.
Am Nachmittag wollen wir uns auf dem Russenmarkt (Psar Toul Tom Poung) auf andere Gedanken bringen und ein bisschen einkaufen und bummeln. Leider ist heute chinesisches Neujahr und somit haben die meisten Stände und Geschäfte geschlossen. Aber trotzdem ist es eine gute Ecke für handwerkliche Souvenirs zu guten Preisen.
Dafür können wir uns dann am Zentralmarkt noch in die Massen werfen. Vor allem in dem recht modernen Shopping-Center daneben verschlägt es uns die Sprache. Ein Gewusel wie in einem wildgewordenen Ameisenhaufen, und dazu ein Lärm dass man sein eigenes Wort kaum noch versteht. Trotzdem sollte man sich ganz nach oben durchkämpfen, denn dort gibt es eine Aussichtsterrasse von wo man eine gute Aussicht auf und in die Häuserschluchten der Umgebung hat.

Da das Capitol-Guesthouse ein eigenes Reisebüro mit eigener Busflotte (Capitol Tours) besitzt, ist es für uns nicht schwer mit dem wachsenden Gepäck (dank der handwerklichen Souvenirs) weiterzukommen. Direkt vor der Tür hält der Bus, der uns weiterbringen soll.
Wie immer gibt´s unterwegs einen Verpflegungsstopp, bei dem es hier neben dem Üblichen auch geröstete Heuschrecken als Knabberei gab. Nach 6 Stunden Fahrt kommen wir dann endlich in Siem Reap, unserer nächsten Station an.
Doch der Blick aus dem Fenster lässt Böses ahnen. Scharen
von Tuck Tuck Fahrern und Schleppern von Guesthouses schreien und gestikulieren schon wie die Wahnsinnigen, bevor überhaupt der Erste ausgestiegen ist. Nachdem die Bustür aufgeht bricht die Hölle los, es wird gebrüllt und geschupst was geht, von überall wird an einem gezerrt. Ohne Rücksicht auf Verluste wuchte ich beide Rucksäcke gleichzeitig durch das Gewirr von Menschen, und stürme Dorle hinterher, die sich schon in einen Kleinbus von Capitol Tours geflüchtet hat. Dieser bringt uns in einigen Minuten Fahrt in die Stadt, wo es deutlich ruhiger und gesitteter zugeht. Wir suchen uns eine Bleibe und einen netten Fahrer für den nächsten Tag, und erkunden den Rest des Tages noch den Ort mit seinen Geschäften und Marktständen.
Siem Reap ist ein recht netter Ort in dem es eigentlich alles gibt. Es gibt ein paar Banken zum Geldwechseln, unzählige Restaurants und Unterkünfte und am Psah Chah ein paar nette Marktstände mit teils schönen Schnitzereien zu guten Preisen. Überall im Ort wird man von Tuck Tuck Fahrern auf eine Angkor-Tour angesprochen. Die meisten boten für um die 10 US$ eine kleine oder große Rundtour an, wo man dann den ganzen Tag unterwegs ist, und der Fahrer einen von einer Tempelanlage zur Nächsten fährt.
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Genau so machten wir es auch, wir besorgten uns ein Dreitage-Ticket für stolze 40 US$ pro Person und machten an zwei Tagen erst die große und dann die kleine Tour.
Wie oft schon haben wir Bilder von den Angkor-Anlagen in Zeitschriften oder im Fernsehen bewundert?! Jetzt stehen wir davor, und es verschlägt einem glatt die Sprache. Gigantisch diese Ausmaße. Die Größe und die Masse an verbautem Stein, die Höhe und die detailreichen Verzierungen an jeder Ecke - wir kommen aus dem Staunen kaum raus. Selbst als bekennende Kulturbanausen sind wir hin und weg, die Erhabenheit der uralten Tempelanlagen zieht uns für die nächsten Stunden in ihren Bann.
Da man sich völlig frei in den Anlagen bewegen kann, fühlt man sich vor allem in den etwas einsameren Tempeln fast wie ein Entdecker, denn immer wieder stößt man auf etwas Neues, oder eine noch schönere Aussicht.

Unzählige Fresken und Gravuren zieren Säulen, Tür- und Fensterbögen, Wände und oft auch die Decke.
Einzig vor den Japaner-Massen sollte man sich in Acht nehmen. Steckt man erst Mal in solch einer Horde ist es vorbei mit der Mystik und Faszination, schwups fühlt man sich in einem Vergnügungspark der besonderen Art. Zum Glück kündigen sich diese Horden durch großen Lärm von weitem an, so dass man rechtzeitig flüchten kann.
Allgegenwärtig sind die Apsaras. Die himmlischen Nymphen lächeln einen von fast überall an, und wachen über die Anlagen.
Zum Glück gibt es alle paar Meter Stände wo gekühlte Getränke und andere Erfrischungen angeboten werden, denn die Hitze zwischen den alten Steintempeln ist oft kaum zu ertragen. Und wir können kaum so viel trinken wie wir ausschwitzen. Wandertag in der Sauna.
Ein Tempel ist schöner und beeindruckender als der Andere, aber vor allem die zerfallenen und arg verwitterten Tempel gefallen uns gut.
Faszinierend wie sich die Natur alles wiederholt, und selbst solch massive Bauwerke zurückerobert.
Riesige Urwaldriesen wachsen über Tempel hinweg oder durchbrechen diese und wachsen mitten raus. Oft überzieht dichtes Wurzelwerk die Mauern, und macht einem Bewusst wie vergänglich Menschen und ihre Bauwerke gegenüber der Natur sind.

Gerade hier ist neben dem Kulturellen noch eine Menge in der Natur zu entdecken. Überall huschen kleine Echsen um uns herum, die verschiedensten und teils bunten Spinnen lauern auf Beute, aber auch die Pflanzen selbst lassen einen immer wieder Neues und von daheim aus dem Blumenmarkt bekanntes entdecken.
Insgesamt verbrachten wir zwei volle Tage in Angkor, wobei wir nur einen Bruchteil von dem gesehen haben, was es zu entdecken gäbe. Aber uns hat es gelangt, vor allem da uns die drückende Hitze arg zu schaffen gemacht hat, und wir oft unterwegs aussahen als wenn wir mit Kleidung geduscht hätten. (in unserer Fotogalerie haben wir 42 Bilder aus Angkor)
Nur wenige Kilometer von Angkor entfernt gibt es ein kleines Landminen-Museum, betrieben von Mr. Aki Ra. Er musste selbst als Kind am Krieg teilnehmen, ließ sich später von den Blauhelmtruppen als Minensucher ausbilden und ist heute noch aktiv am Suchen und Entschärfen in der Provinz Siem Reap.

Alle im Museum ausgestellten Minen hat er selbst im Laufe vieler Jahre entschärft, und möchte auch ausländische Besucher auf die täglichen Gefahren der Landbevölkerung aufmerksam machen. Denn immer noch werden täglich Menschen von den grausamen Überresten des Krieges in Kambodscha getötet oder verstümmelt. Wenn man mit eigenen Augen sieht wie klein die meisten Minen eigentlich sind, kann man sich gut vorstellen das die Menschen kaum eine Chance gegen die oft gut versteckten Personenminen haben.Um dies zu veranschaulichen hat er ein paar der gängigsten Minen in einem kleinen "Waldstück" so versteckt, wie es für gewöhnlich von Soldaten gemacht wird.
Wem dies immer noch nicht langt, der kann sich die in mehrere Sprachen übersetzte Geschichte des Mr. Aki Ra gegen eine kleine Spende mitnehmen und in Ruhe durchlesen - erschreckend und schockierend.
Da unser Urlaub langsam aber sicher zu Ende geht, machen wir uns
nach zwei interessanten Tagen in Angkor und Siem Reap mit dem Bus auf den Weg Richtung thailändische Grenze. Dicht zusammengepfercht in einem kleinen Minibus geht es auf die staubige und mit Schlaglöchern durchzogene Nationalstraße 5. Die "Straße" verdient diesen Namen nicht, afrikanische Buschpisten bieten mehr Komfort und weniger Wellblech. Mit zwei Pausen und einem platten Hinterreifen kommen wir gegen Mittag an der Grenze in Poipet an.
Wie so oft ist auch dieser Landübergang unübersichtlich und künstlich in die Länge gezogen. Nach einigem Hin und Her sind wir aber durch, und nach kurzer Suche haben wir auch den Anschlussbus nach Bangkok gefunden. Zum Glück ist dieser ein sehr komfortabler Doppeldecker-Bus.
Die Hauptstadt Thailands erreichen wir nach etwa 10 Stunden Busfahrt völlig erschöpft, aber immer noch gut gelaunt. Die letzten zwei Tage verbringen wir mit Einkaufen und Bummeln, bis es wieder zurück in die kalte Heimat geht.
Reisedauer: 24.01.06 - 06.02.06 (vom 09.01 - 24.01 waren wir in Laos unterwegs)
Dieses Reisehandbuch von Dumont weckt vorab schon Fernweh und Vorfreude auf die Reise. Neben den üblichen Informationen beschreibt es vieles in anschaulicher und nicht ganz so sachlicher und trockener Art und Weise, und bietet so manchen Tipp für Ausflüge. Wir empfanden dieses Buch als tolle Ergänzung zum sehr sachlichen Loose-Handbuch.
Wie gewohnt von Loose-Handbüchern ist auch dieses klar strukturiert, bietet eine Fülle an nützlichen Informationen, Unterkunftstipps, gute Karten usw. Da es die gesamte Mekong-Region beinhaltet ist es eine prima Gewichts- und Platzersparnis, wenn man wie wir nicht nur ein Land bereisen möchte. Lediglich bei den Vorbereitungen war es uns zu sachlich und trocken geschrieben, aber unterwegs ist es jeden Cent wert.
(durch das direkte Bestellen unterstützen Sie uns ein wenig im Unterhalt dieser Homepage)
Infos im Internet
Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Kambodscha gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de
Ebenfalls eine sehr gute Übersicht über Land und Leute mit einer Vielzahl an Infos gibt es unter http://wikitravel.org/de/Kambodscha
Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.
Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Kambodscha gibt´s auf www.willgoto.com.
Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.pervan.de und www.reiseträume.de gibt es noch mehr zum Thema Marokko zu finden. |
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