Costa Rica (2003)

Allgemeine Landesinfo
Costa Rica ist mit gerade mal 51.100 qkm ungefähr so groß wie Niedersachsen, und grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama. Es herrscht ein tropisch bis subtropisches Klima mit einer Trockenzeit von Dezember bis April und einer Regenzeit von Mai bis November. Die Landeshauptstadt ist San Jose und die Landessprache ist Spanisch. Eine grobe Verständigung mit Englisch ist aber meist auch möglich.
Einreisebestimmungen und Sicherheit
Aktuelle Informationen zu diesen wichtigen Themen entnehmen Sie bitte direkt der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) oder klicken auf einen der folgenden Links:
Informationen zu den Einreisebestimmungen
Informationen zur Sicherheit und politischen Lage
Reisewetter
Wie oben bereits erwähnt herrscht statistisch gesehen von Dezember bis April Trockenzeit. Es ist die Zeit mit den geringsten Niederschlägen, aber auch die Zeit mit den heißesten Temperaturen. Gerade der Nordwesten des Landes ist in dieser Zeit arg trocken und sieht teilweise trostlos aus.
Von Mai bis November herrscht dann die Regenzeit, was aber nicht heißt das es permanent durchregnet. So z.B. im Juli und September/ Oktober das Wetter an der Karibikküste relativ trocken und beständig, und die Landschaften sind überall saftig grün.
Reisebericht
Mit Fernweh im Bauch, vielen Fotofilmen und 5 Wochen Zeit im Gepäck machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Endlich mal wieder eine Rucksackreise wo wir nicht wirklich wussten was uns erwartet, denn es ist die erste Reise nach Zentralamerika.
Beim Check-In erfuhren wir dann gnädigerweise auch mal, dass wir zwar wie geplant erst nach Madrid, aber dann nicht direkt weiter in die Hauptstadt San Jose fliegen würden. Statt dessen müssen wir in Miami bei den Amis noch einmal Zwischenlanden. Bei unseren "Sympathien" für dieses durchgedrehte Volk (ja sicher es sind nicht alles so...) löste diese Botschaft auch nicht gerade Begeisterungsstürme aus.
Die Flüge verliefen ruhig und ohne Zwischenfälle, außer das einem die Crew von Iberia irgendwie immer das Gefühl gab, man müsse sich für seine Anwesenheit an Bord und der damit verbundenen Arbeit entschuldigen. Besonders auf dem Flug nach Miami waren Vokabeln wie Lächeln und Service gänzlich aus dem Wortschatz der Crew gestrichen worden. In Miami erwartete uns dann ein kleiner Hindernislauf, gesponsert von Iberia und den amerikanischen Sicherheitsbehörden. Denn dank deren Verfolgungswahn lies man all die Umsteigepassagiere erst einmal planlos herumirren, und wies uns an der endlich gefundenen Transitlounge ohne irgendwelche Begründung ab. Statt dessen mussten wir uns in der Endlosschlange der Einreisebehörde anstellen, bis wir nach einer sehr unfreundlichen Pseudo-Kontrolle (die Computer waren nicht an, man tat aber so) und einem Stempel auf dem Weiterflugticket endlich in die Lounge eingelassen wurden. Was das Ganze sollte wissen wir bis heute nicht, aber auf dem Rückflug trugen wir es mit mehr Humor...
Nach etwa 22 Stunden unterwegs sein hatten wir unser Ziel erreicht. Hundemüde aber ohne Probleme holten wir uns die Einreisestempel und unser Gepäck, und schon ging es ab nach Alajuela.
Hier hatten wir uns über´s Internet das erste Mal ein Zimmer im voraus gebucht. Oh welch ein Luxus, Jose (einer der Besitzer der Unterkunft) holte uns mit seinem Auto vom Flughafen ab, zeigte uns die Zimmer und gab uns ein leckeres Willlkommens-Bier.
Nach einer kräftigen Mütze voll Schlaf und dem ersten Gallo Pinto (Reis mit roten Bohnen), dem Frühstück der Ticos ging es auf in die große und fremde Welt.
Alajuela ist eine beschauliche kleine Stadt, die sich hervorragend zum Bummeln für den ersten Tag eignet. Wir versorgten uns erst mit Bargeld an der Bank und machten uns dann mit dem Bussystem des Landes vertraut. Schließlich wollen wir die nächsten 5 Wochen mit öffentlichen Verkehrsmitteln herumreisen. Als Reisekasse hatten wir Traveller-Schecks von American-Express ist US$ dabei. An Euros haben wir uns noch nicht herangetraut, und hatten mit unseren Schecks auch nie irgendwelche Probleme.
Am Mittag hatten wir aber bereits genug vom Herumbummeln, und so setzten wir uns in den Bus und fuhren Richtung Grecia. An den Toren des Serpentarios, der World of Snake, ließen wir uns rauswerfen. Der hohe Eintritt schmerzt zwar schon, aber die Führung die wir vom Besitzer Robert Meidinger (Österreicher) in deutsch bekamen war wirklich super. Er schloss viele Terrarien auf, und erklärte und zeigte uns sehr viel über die einheimische Schlangenwelt und auch andere faszinierende Reptilien. So hatten wir wenigstens schon mal ein paar der Tiere gesehen, die wir später auch gerne mal in der freien Natur sehen möchten.
Am Tag darauf fuhren wir morgens von Alajuela mit einem öffentlichen Bus hinauf zum 37km entfernten Vulkan Poas. Auf dem Weg hinauf denkt man manchmal man wäre daheim in den bayrischen Bergen, denn die Landschaft, das Klima und dazu noch die Milchkühe schaffen eine Szenerie, die man so nicht in Costa Rica erwarten würde. Hier in den höheren Regionen scheint das Klima auch wieder so gemäßigt zu sein, dass man überall auf Plantagen mit Schnittblumen und anderen Zierpflanzen stößt.
Beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir schon von Schwefelgeruch aber leider auch dicken Wolken empfangen. Diese hüllten den Wald in ein gespenstisches Licht und ließen die Landschaft manchmal schon unwirklich erscheinen. Dichter Bergnebelwald wuchs auf beiden Seiten des Weges empor, und außer Pflanzen sah man nichts. Als Pflanzenliebhaber aber kommt man hier voll auf seine Kosten, und man glaubt es kaum was hier alles an Pflanzen auf einen einzigen Baum passt. Neben unzähligen Moosen und Farnen wachsen auch immer wieder wunderschöne Bromelien aus dem Dickicht heraus.
Unser erster Anlauf am Krater des Vulkans war nichts, wir sahen nur Geröll zu unseren Füßen, Wolken und rochen die teils beißenden Schwefeldämpfe. Die einzige Abwechslung hier waren die großen Eichhörnchen, die recht zutraulich zwischen den Besuchern herumhüpften. Hier oben zahlte sich das Kommen mit dem normalen Bus aus. Während die Besucher der teuren Touren 10 Minuten oder nur wenig mehr zum Schauen Zeit hatten, konnten wir hier fast 4 Stunden herumdümpeln. Und so kam es, dass wir zur Mittagszeit bei unserem zweiten Versuch auch wirklich für´s Warten belohnt wurden.

Für etwa 10 Minuten zeigte sich der Krater von seiner schönsten Seite und wir konnten die zerklüftete Landschaft und die türkisfarben schimmernde Lagune am Grund des Kraters bewundern. Bei so grandiosen Ausblicken fehlem einem dann wirklich die Worte....
Abends hieß es dann Rucksäcke packen, denn am nächsten Morgen machten wir uns endlich auf den Weg Costa Rica mit dem Bus zu erobern. Unser nächster Stop führte uns in das kleine Städtchen Turrialba, inmitten des Berglandes und am Ostende des Valle Central gelegen. Ein kleiner aber geschäftiger Ort, der uns mit strömenden Regen begrüßte. Der Grund unseres Aufenthaltes hier war das Nationalmonument Guayabo, dass ein paar Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Hier führen einige kurze Wanderwege entlang der archäologischen Ausgrabungsstätten durch dichtbewachsene Feuchtwälder. Ein wirklich schöner Abstecher, denn man trifft kaum Besucher unterwegs und kann die schöne Natur ganz ungestört genießen. Auf den Wegen fanden wir auch die ersten Blattschneiderameisen, die ohne Unterbrechung Büsche kahl fressen, und auf großen Ameisenstraßen wieder im Dschungel verschwinden. Außerdem sahen wir hier viele der wunderschönen und blau leuchtenden Morpho-Schmetterlinge, unzählige kleine Echsen und sogar einen grünen Tukan.
Mit dem Wetter hatten wir auch Glück, denn vor und nach unserem Ausflug nach Guayabo schüttete es recht heftig. So machten wir uns auch gleich wieder auf die Weiterreise, denn Turrialba ist nun wirklich kein Ort zum länger verweilen. Voller Freude und der Hoffnung auf Sonne und schönen Strand machten wir uns auf den Weg an die Karibik-Küste des Landes. Nach einigem Umsteigen und Wechseln der Busse kamen wir schließlich im Badeort Cahuita an.
Nun ja, was hatten wir hier erwartet? Eigentlich nichts konkretes, wir wussten aus dem Reisehandbuch nur dass es eines der Zentren des Tourismus (überwiegend Rucksackreisende) an der Ostküste ist. Aber das erste was wir nach dem Aussteigen aus dem Bus sahen war ein bekiffter Jamaika-Man auf einer von Schlaglöchern durchzogenen Staubpiste. Dazu dröhnte aus der Bar nebenan irgendwelche Musik aus kaputten Boxen. Doch es war trotzdem absolut einen Besuch wert, denn hier gibt es einen kleinen aber genialen Nationalpark und für Abends eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Essen und Bierchen trinken. Leider war auch hier nichts mit Sonne, statt dessen bekamen wir noch die Endausläufer eines größeren Sturmes mit, dessen Auswirkungen wir die Tage zuvor schon im Bergland "genießen" durften.
Aber für unsere 7km lange Wanderung durch den Nationalpark brauchten wir ja auch nicht unbedingt strahlenden Sonnenschein. Am Parkeingang von Cahuita gibt man eine Spende von 1US$ pro Person, statt 6US$ am Haupteingang von der anderen Seite her. Der Weg führt immer entlang des Strandes, aber schön im Schatten der verschiedensten Bäume. Hier sollte man wirklich seine Augen und Ohren offen halten, denn wer hier keine Tiere sieht der schafft´s auch im Zoo nicht. Die Strände im mittleren Teil des Parks eignen sich wohl bei gutem Wetter recht gut zum Baden, wir nutzten sie aber nur um mal die Füße abzukühlen und die schöne Aussicht zu genießen.
Schon nach kurzer Zeit entdeckten wir an einem Baum einen großen grünen Leguan. Er ließ sich durch uns überhaupt nicht stören, und so konnten wir ihn in aller Ruhe betrachten. Etwas anders sah es da schon mit der Boa aus, die wir auf einem am Strand liegenden Baum fanden.

Sie war sehr angriffslustig und wir hielten lieber etwas mehr Abstand. Gleich daneben in einem hohen Baum hing ein Dreizehen-Faultier und schlief ruhig weiter. Es war wirklich genial zum Tiere beobachten, und man sollte sich für diese traumhafte Wanderung schon den ganzen Tag Zeit nehmen. Neben genügend Proviant sollte man auch gute Schuhe oder Sandalen die nass werden können mitnehmen, denn die Landschaft um einen herum ist sehr abwechslungsreich und reicht vom Mischwald bis zum Mangrovensumpf. Somit gibt es auch immer mal wieder sehr schlammige Abschnitte, und einmal muss man einen kleinen Fluss durchwaten. Über einen in den Bäumen sieht man immer mal wieder ein paar Kapuzineraffen oder auch mal ein Faultier. Wir sahen hier auch eine der grell-gelben Lanzenottern direkt neben uns am Wegesrand. Im hinteren Teil des Nationalparks sieht man im Wasser wie auch am mit Treibholz überfüllten Strand immer wieder Teile vom vorgelagerten Riff, und es ist eine Qual hier mit Sandalen unterwegs zu sein. Wir jedenfalls waren froh wie wir am anderen Ende des Parks die Straße zurück nach Cahuita erreicht hatten. Unsere Füße taten uns dermaßen weh, dass uns auch die einstündige Wartezeit auf den nächsten vorbeifahrenden Bus nicht sonderlich störte.
In Cahuita sollten wir eigentlich noch den witzigen Willi und sein kleines Tour-Unternehmen Willi-Tours (www.willies-costarica-tours.com) erwähnen. Er ist ein netter Kerl, bietet verschiedene Touren und den Transport nach Tortuguero an, und hilft einem auch so mit vielen praktischen Tipps vor allem für die Weiterreise nach Panama. Man findet ihn gegenüber von Cabinas Palmer neben dem Restaurant del Parquecito. Über ihn ließen auch wir den Transport zu unserem nächsten Ziel Tortuguero organisieren.
Los ging es so etwa gegen 10.00 Uhr vormittags mit einem Motorboot von Moin aus. Das ist ein kleines Nest direkt neben der Hafenstadt Puerto Limon, die man nach Möglichkeit nur kurz auf der Durchreise streifen sollte. Denn außer einer Bank zum Geldwechsel und dem großen Busbahnhof dürfte sie nicht viel mehr Interessantes für Touristen zu bieten haben.
Aber schon nach wenigen Metern Fahrt auf dem Kanal ist all das vergessen, und man taucht in eine andere Welt ein. Die Fahrt führt anfangs noch durch besiedeltes Gebiet, wechselt dann in Plantagen und schließlich in Wälder entlang des Ufers über. Auch hier sollte man zusammen mit dem Bootsführer die Augen offen halten, denn entlang des Weges gibt es schon eine ganze Menge zu entdecken. Neben Affen und Faultieren sieht man hier eine Vielzahl von Vögeln, und mit etwas Glück auch mal ein Krokodil auf einer Sandbank liegen.

Da sich die Fahrt bis Tortuguero ganz gut hinzieht (etwa 3 Stunden) sollte man auf keinen Fall eine Eintagestour unternehmen. Im kleinen Ort findet man problemlos ein sauberes kleines Zimmer zum Übernachten, und auch Sodas gibt es einige. Wir blieben zwei Nächte und hatten so einen vollen Tag um den Nationalpark unsicher zu machen. Mit der hier lebenden deutschen Biologin Barbara Hartung (www.tinamontours.de) machten wir eine tolle 6 stündige Tour durch die kleinen Kanäle. Da wir in einem lautlosen Kanu mit Paddel unterwegs waren, kamen wir natürlich sehr viel näher an manche Tiere wie sonst mit einem dröhnenden Motorboot. So konnten wir uns z.B. einmal einem Kaiman so weit nähern dass man ihn hätte streicheln können. Auf diese Art kann man auch all die Gerüche und Geräusche des einen umgebenden Dschungels sehr gut aufnehmen, und entdeckt immer mal wieder Basilisken, Eidechsen und eine Vielzahl an Reihern und Eisvögeln.
Unterwegs unternahmen wir auch eine kleine Wanderung, auf der uns Barbara viele interessante Dinge über die Pflanzen und Tiere dieser Region erklären konnte. Etwas abseits im Unterholz entdeckte sie sogar die sehr gut sichtbare Spur eines Tapirs, aber vom Tier selbst war leider nichts zu sehen. Dafür sahen wir hier eine Vielzahl der kleinen und bunt leuchtenden Pfeilgiftfrösche. Erst hört man sie nur, aber wenn man dann mal einen der Winzlingen entdeckt hat, dann findet man sie überall um einen herum. Barbara wollte uns an einem Termitenbau noch dazu überreden, die wirklich gut riechenden Insekten zu probieren, aber wir lehnten dankend ab, und beobachteten einige Meter weiter lieber den großen Strom an Treiberameisen. Entlang des Weges sieht man auch immer mal wieder ein paar exotische Blüten, die mit ihren kräftigen und leuchtenden Farben richtig aus dem halbdunkel des Waldes hervorstechen. Unterwegs mit dem Kanu sahen wir auch noch einmal eine recht große Flussschildkröte, die sich auf einem Baumstamm sonnte, und in einer kleinen Bucht konnten wir einen wirklich großen Fischotter beim Herumtollen beobachten.
Wir haben den Aufenthalt in Tortuguero sehr genossen, und würden auch jedem diesen Abstecher empfehlen. Nur sollte man aus Rücksicht auf die Tiere im Nationalpark auf eine etwas anstrengendere Kanutour (bei Tina) umsteigen, und die lauten und rücksichtslosen Motorbootfahrer links liegen lassen.
Von Tortuguero fuhren wir wieder zurück nach Cahuita, um von dort aus einen Abstecher nach Panama zu unternehmen. Von Willi dem bereits oben erwähnten Deutschen ließen wir uns noch ein paar Tipps zur geplanten Reise geben, und so ging es dann am nächsten Morgen mit dem 06.00 Uhr Bus los in Richtung Grenze. Man sollte die Reise wirklich schon so früh beginnen, denn erstens ist es dann noch nicht so heiß und zweitens kann man es dann wirklich bis zum frühen Nachmittag nach Bocas del Toro schaffen. Genau dieses kleine Inselarchipel an der Karibik-Küste von Panama war unser nächstes Ziel.
Doch vorher mussten wir uns noch gute zwei Stunden auf der sehr schlechten Straße bis zum Grenzort Sixaola durchschütteln lassen. Mit dem Bus angekommen sollte man sogleich den Bahndamm zur Rechten hinaufklettern, und in der dahinter stehenden Apotheke eine Ausreisemarke (Timbre) für 300 Colones kaufen. Erst mit dieser Marke in der Hand geht´s einige Meter weiter zur Grenzkontrolle von Costa Rica. Die Kontrolle ist hier schnell und unkompliziert, und man kann die Grenze auch am Wochenende ganz normal als Tourist passieren. In den derzeitigen Reise-Know-How Handbüchern steht es etwas anders und sehr ungenau drinnen. So lange die Grenze geöffnet hat bekommt man auch seine nötigen Ein- und Ausreisestempel. Das gilt für beide Seiten der Grenze!
Die hier auf einen wartenden Schlepper sollte man einfach ignorieren, denn außer Geld wollen sie eh nichts von einem. Man passiert zu Fuß die große Stahlbrücke und befindet sich dann auch schon in Panama. Hier haben wir einige sehr schöne Tage in der Inselwelt von Bocas del Toro verbracht, die wir in unserem Panama-Reisebericht natürlich mit Bildern beschrieben haben. Wer dort weiterlesen möchte kann es HIER gerne machen.....
Von Bocas flogen wir dann nach David auf der Pazifik-Seite des Landes, und reisten auf dem Landwege in Paso Canoas wieder nach Costa Rica ein. Die Grenzformalitäten haben wir im Panama-Bericht beschrieben, so dass wir sie hier nicht wiederholen wollen.
Direkt an der Straße bei der Grenzkontrolle fährt der Pendelbus nach Ciudad Neily vorbei, den man auf jeden Fall nehmen sollte. Denn von Ciudad Neily aus hat man wieder bessere Busverbindungen in den Rest des Landes, und man kann sich in einer der zwei Banken wieder mit Bargeld versorgen. Genau das machten auch wir, und nachdem wir wieder genügend Colones in der Tasche hatten fuhren wir mit einmal Umsteigen in Cortes bis Uvita durch.
Hier in Uvita wollten wir ein oder zwei Tage bleiben, da man hier angeblich sehr schön Schnorcheln und baden kann. Da wir erst nach Einbruch der Dunkelheit ankamen, sahen wir vom Ort nicht mehr sehr viel. Wir bekamen bei einem sehr wortkargen und unfreundlichen Amerikaner ein Zimmer nicht weit von der Hauptstraße entfernt, und freuten uns nach der staubigen Busfahrt in der Hitze erst mal auf eine erfrischende Dusche. Doch daraus wurde nichts, denn wie uns erst später gesagt wurde gibt es aufgrund der Trockenzeit in Uvita nur in den frühen Morgenstunden Leitungswasser.
Am nächsten Morgen dann kamen wir tatsächlich in den Genuss der versprochenen Dusche und schauten uns mal das Nest an, in dem wir gelandet waren. Hier ist das Pferd immer noch das Haupttransportmittel der hier lebenden Menschen, und so kommt man sich manchmal vor wie im wilden Westen. Bis zum Strand sind es von der Hauptstrasse aus etwa 3km auf einer sehr schlechten Straße ohne Schatten zu laufen, und dann muss man auch noch Eintritt zahlen. Denn der Strand von Uvita gehört schon zum Meeresnationalpark Ballena. Wirklich schön zum Baden fanden wir ihn aber auch nicht, denn der Strand besteht mehr aus Schlick und nassem Sand und es ist fast nirgendwo ein schattiges Plätzchen zu finden. Auch aus unserem Schnorcheltrip wurde nichts, denn für 2-3 Stunden Schnorcheln auf einer Insel, die wir vom Strand aus schon sehr gut sehen konnten, verlangen die hier stolze 35 US$ pro Person. Die haben doch ´nen Rad ab, denn einige Tage vorher bezahlten wir in Panama für einen Ganztagestrip zum Schnorcheln und Delphine gucken gerade mal 15 US$ pro Nase.
Nun ja, diese Umstände und auch der arrogante Ami mit seinen Zimmern ohne Dusche am Abend (es war am nächsten Abend wieder so) machten uns den Entschluss zu vorzeitigen Weiterreise nicht sehr schwer. Einzig den Wasserfall etwas Abseits vom Ort sollte man noch erwähnen. Er liegt sehr idyllisch in einer stark bewachsenen kleinen Schlucht, und bildet an einer Stelle einen herrlichen Naturpool in dem man sehr gut schwimmen kann.
Am nächsten Morgen standen wir kurz vor Acht an der Hauptstrasse und warteten auf den Bus nach Quepos. Der "nette" Ami hatte freundlicher Weise eine Liste der vorbeifahrenden Busse und den aktuellen Uhrzeiten am schwarzen Brett hängen. Wie aktuell sie waren, das erfuhren wir nun live und in Farbe. Denn unser Bus fuhr schon um 07.00 Uhr und der nächste erst so gegen 13.00 Uhr. Na Danke, nun auch noch so was. Da hier aber wirklich nichts zu tun war außer vielleicht mal ein Stopschild imitieren, fuhren wir gegen 09.00 Uhr mit einem Bus nach Dominical, in der Hoffnung von hier schneller weiterzukommen. Das einzige was uns das brachte, waren 4 Stunden warten an einer wirklich tollen Straßenkreuzung, bis dann der Nachmittagsbus endlich kam.
Dieser war zwar so voll dass ein Umfallen unmöglich gewesen wäre, aber wir erreichten dann ohne weitere Verzögerungen das nächste Ziel, die Stadt Quepos und den angrenzenden Nationalpark. Hier war nun schon deutlich mehr los und unsere Laune stieg um einiges. Die Straßen waren voll mit Geschäften, Souvenirläden und Restaurants, so dass wir auch mal wieder was anderes als Natur zu Gesicht bekamen. Jedoch war das Klima hier dermaßen drückend und schwül-heiß, dass wir den ersten Tag in der Stadt mit Nichtstun und Geschäfte bummeln verbrachten. Auch die Nächte brachten hier leider nicht die gewünschte Abkühlung, so dass man schon kurze Zeit nach einer Dusche wieder schweiß-nass war.
Aber der Hauptgrund unserer Reise hierher war natürlich der Nationalpark Manuel Antonio, der wunderbar mit einem öffentlichen Pendelbus erreichbar ist. Er eignet sich hervorragend für kleine Wanderungen und auch zum Baden. Denn die Strände im Park reichen von traumhaft schön bis zu schroffen Felsstränden. Genau an diesen sollte man sich aber mal genauer umsehen, denn weil dort nur wenige Menschen anzutreffen sind, sieht man auch immer mal wieder verschiedene Tiere.

Uns besuchte dort bei einer Pause ein wirkliches Prachtexemplar von Leguan. Es war ein Männchen der hier häufig anzutreffenden schwarzen Leguane. Nur meistens sahen wir die etwas kleineren Weibchen. Die Wanderwege im Nationalpark sind leicht zu begehen, und ist man erst mal vom Eingang und dem Badestrand weg, wird´s auch wieder ruhiger um einen. Denn die meisten Leute schaffen es kaum in die hinteren Regionen des Parks, so das man dort wieder in aller Ruhe Tiere suchen und beobachten kann. Wir sahen hier unter anderem Faultiere, Kapuzineraffen, Nasenbären, ein Aguti und sogar die wirklich hübschen Totenkopfäffchen.
Auch Insekten gibt es hier wieder viele zu entdecken. Am meisten waren wir von dem wunderschön und kräftig blau leuchtenden Morpho-Schmetterling fasziniert, den wir aber so nie auf ein Foto gebracht haben. Alles in allem sollte man diesen National Park auf jeden Fall besuchen, denn ist eine schöne Wanderung mit vielen Tieren, tollen Aussichten und schönen Stränden.
Wir machten uns nach ein paar Tagen in dieser schwülen Dauersauna auf den Weg in kühlere Regionen. Wir versuchten in das nicht wirklich weit entfernte Bergland rund um Monteverde zu kommen, was mit dem Bus aber eine volle Tagestour werden sollte. Denn erst mussten wir die Küste rauf nach Puntarenas und dort umsteigen, und dann ging das Geschaukel los. Nun erfuhren wir warum man bei Mietwägen in Costa Rica unbedingt einen Geländewagen nehmen sollte. Kaum runter von der großen Interamericana glich die Straße nur noch einem großen und teilweise sehr schlechten Feldweg. Bei den Busfahrern hier könnten unsere Geländewagenfahrer ruhig mal ins Fahrertraining gehen, denn manchmal kann man es kaum glauben wo die überall mit den großen und schweren Bussen durchdonnern. Echt faszinierend, und da man teils nur im Schritttempo vorwärts kommt, hat man genügend Zeit die schöne Landschaft zu bewundern. War es an der Pazifik-Küste eher trocken und braun, so wird es nun mit jedem Kilometer immer grüner.
Nach einer uns endlos vorkommenden Fahrt kamen wir durchgeschüttelt und staubig endlich in Santa Elena an. Dies ist der größte Ort und auch der beste Ausgangspunkt in der Region, denn es gibt einen Supermarkt, viele Unterkünfte und Sodas und vor allem Anschluss an die öffentlichen Busse. Auf das was uns hier bei der Ankunft erwartete waren wir nicht gefasst, denn bisher haben wir die Ticos als liebenswürdiges und zurückhaltendes Volk kennengelernt. Doch hier wird man nach bester asiatischer Manier beim Aussteigen aus dem Bus mit Angeboten für Unterkünfte und Touren glatt überrannt. Während einen vorne zwei oder drei Leute bequatschen, hängt hinten auch mindestens einer am Rucksack der ein besonderes Angebot für einen hat, wo man doch gleich mitgehen soll. Da hilft nur raus aus der Menge und bloß weg.......
Santa Elena ist ein netter und verschlafener Ort, in dem man eigentlich alles bekommt und auch das Klima im Gegensatz zur Küste unten wieder sehr angenehm ist. Wir hatten hier einige Meter außerhalb ein schönes großes Zimmer bei Tina ( Tinas Cabinas, Email:tinas_casitas@hotmail.com), einer Deutschen die hier schon länger lebt. Sie ist sehr nett und hilfsbereit, und bei ihr kann man alles Mögliche an Touren und Transporten buchen und organisieren lassen.
Wie immer zog es uns natürlich auch hier wieder in die Nationalparks. Statt dem von den immer lauten Amerikanern überlaufenen Monteverde machten wir uns auf den Weg in den Santa Elena Nationalpark. Flora und Fauna soll ja genauso schön sein, nur ist es eben nicht so voll und nicht so teuer wie in dem bekannteren Park. Wir haben es auch nicht bereut. Hin und zurück kamen wir mit einem privaten Sammelbus, den man überall im Ort buchen kann. Schon wenige Meter nach dem Eingang verschwindet man im Halbdunkel des dichten Nebelwaldes. Die Wege im Park sind gut markiert und auch in sehr gutem Zustand, jedoch sollte man auf gutes Schuhwerk nicht verzichten. Woher dieser Wald seinen Namen hat ist wirklich leicht zu erkennen, denn immer wieder ziehen Nebelschwaden durch die höheren Regionen des dunklen Waldes.
Größere Tiere außer ein paar Vögel sollte man wegen der sehr dichten Vegetation nicht erwarten, aber auch die kleinen Dinge können sehr schön und interessant sein. So kann man am Parkeingang oder auf sonnigen Lichtungen wunderschöne Blüten finden, an denen man auch immer mal wieder die kleinen Kolibris beobachten kann. Die Wege führen in einem angenehmen auf und ab durch den Nationalpark, und zwei Mal kommt man an Aussichtspunkten vorbei, wo man mit etwas Glück einen Blick auf den Vulkan Arenal erhaschen kann.

An einem Aussichtspunkt steht auch ein 12 Meter hoher Stahlturm, den aber nur wirklich Schwindelfreie erklimmen sollten. Auch einige Insekten kreuzten natürlich unseren Weg, so fanden wir zum Beispiel eine leuchtend bunte Raupe, die gute 10cm lang war. Die Vegetation ist hier wirklich der absolute Hammer. Wir wunderten uns immer wieder, wie viele verschiedene Pflanzen auf einem Stamm oder Ast tatsächlich Platz haben. So gibt es immer wieder derart überwucherte Äste, dass man von der eigentlichen Pflanze kaum noch was sieht. Wir verbrachten mit dem Erkunden des Parks einen ganzen Tag, und haben unterwegs kaum andere Menschen getroffen.
Am nächsten Tag ließen wir uns zur neuesten Attraktion der Region fahren. Es ist ein kleiner Privatpark, mit 8 teils riesigen Hängebrücken über tiefe Schluchten. Das ganze heißt Walk Ways und ist das derzeit längste Hängebrückensystem des Landes. Bei dem Rundgang bekommt man einen tollen Einblick in die Pflanzenwelt der Wipfelregionen der oft riesigen Bäume. Es ist schon beeindruckend wie viele Farne, Moose, Bromelien und sonstige Pflanzen an einem einzigen Baum leben können. Das Ganze leuchtet in den verschiedensten Farben und ab und an schaut auch mal eine prächtige Passionsblume hervor.
Der Bosque Eterno de los Ninos (internationaler Kinder-Regenwald) ist auch absolut einen Besuch wert. Er befindet sich in der Nähe des Monteverde Reservates und ist von Santa Elena aus gut mit einem Taxi zu erreichen. Für Wanderungen in dieser Gegend sollte man aber genügend Verpflegung dabei haben, denn zwischen dem Reservat Monteverde und dem Ort Santa Elena findet man fast nur noch Luxusherbergen und recht teure Pizzaläden. Ein günstiges Soda suchten wir leider vergebens.
Im Park waren wir nahezu allein unterwegs, und konnten mit der am Eingang erhältlichen Wegeskizze die verschiedenen Pfade erkunden. Obwohl in unmittelbarer Nähe der Bergnebelwälder sieht es hier doch wieder ganz anders aus. Das Unterholz ist oft nur sehr spärlich, wir fanden immer wieder wunderschöne und auffallend leuchtende Blüten, und man hat oft hervorragende Möglichkeiten um Nasenbären, Agutis oder auch Affen zu beobachten. Es ist schon ein tolles Erlebnis, wenn es mitten im Wald plötzlich um einen herum überall das Rascheln anfängt, und man dann inmitten einer Gruppe weiblicher Nasenbären steht. Die putzigen Tiere ließen sich auch absolut nicht von uns stören, und wir konnten sie in aller Ruhe bei der Nahrungssuche beobachten. Entlang der Wege sahen wir auch immer mal wieder Würgefeigen beim Erobern eines Baumes und verschiedene Bambusarten.

Auch die Finca Ecologica unterscheidet sich in der Pflanzenwelt von den Bergnebelwäldern, und bietet wie auch der Kinderwald gute Möglichkeiten zum Tiere beobachten. Schon am Eingang konnten wir eine hier lebende Gruppe von Nasenbären beobachten, und unterwegs bietet ein Aussichtspunkt einen schönen Blick in das vor einem liegende Tal. Auch kann man noch einen recht steilen Weg zu einem schönen Wasserfall hinabsteigen, wo wir uns die gequälten Füße abkühlen konnten.
Wir haben die Tage hier im kühlen Bergland sehr genossen, denn die üppige Vegetation mit all den riesigen Baumfarnen und sonstigen tropischen Pflanzen unterscheidet sich doch deutlich von dem was wir im Tiefland bisher gesehen haben. Auch die lange Hose und das lange Hemd haben wir so wenigstens nicht ganz umsonst mitgeschleppt, denn abends nach Sonnenuntergang wird es hier doch recht kühl. Nur sollte man auch in einem solch kleinen Nest die nötige Vorsicht nicht außer Acht lassen, denn uns wurden über Nacht frisch gewaschene Socken direkt von der Leine vor der Tür gestohlen. Zum Glück war es aber auch das Einzige, was in den ganzen Wochen abhanden gekommen ist.
Nun machten wir uns auf den Weg nach Fortuna, dass am Fuße des Vulkan Arenal liegt. Neben dem öffentlichen Bus mit 2 x Umsteigen gibt es noch eine tolle Alternative. Und zwar kann man sich per Jeep-Boat-Jeep direkt von Santa Elena nach Fortuna bringen lassen. Es lohnt sich wirklich, denn wir sparten nicht nur einen halben Tag an Zeit, sondern wir sahen auch viel mehr von der Landschaft. Zuerst geht es etwa 2 Stunden auf den üblen Ruckelpisten hinunter zum Arenal-See, den man dann in etwa 15 Minuten mit einem Boot überquert. Auf der anderen Seite wartet dann auch schon wieder das nächste Fahrzeug, und so ist man in etwa 3 Stunden in Fortuna.

Die Stadt ist ein kleiner und verschlafener Ort am Fuße des Vulkans, aber es gibt eine gute Auswahl an Sodas und Unterkünften. Tagsüber sieht man überall die kalkweißen und mit Schmuck überhangenen Luxus-Touristen aus den Luxusressorts die außerhalb liegen, aber gegen Abend hat man dann seine Ruhe. Dann schlendern nur doch die übriggebliebenen Rucksackreisenden und ein paar Einheimische durch die ruhigen Straßen.
Von Fortuna aus werden überall für den Nachmittag Halbtagestouren zum Vulkan angeboten. Eine solche sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen, aber dabei wegen der vielen Betrügereien unbedingt im eigenen Hotel oder bei einer richtigen Tour-Agentur buchen. Als erstes gingen wir auf der nicht aktiven Seite des Vulkans für etwa 2 Stunden in den Regenwald. Das ist vor allem für Leute mit wenig Dschungelerfahrung eine tolle Sache, aber auch wir fanden es ganz nett. Der Führer zeigte und erklärte uns die verschiedensten Pflanzen entlang des Weges, und war immer bemüht, einen der vielen Tukane oder Affen aufzutreiben. Wenn dann die Sonne untergeht wird man zur aktiven Seite des Vulkanes zu einem Aussichtspunkt gebracht. Hier hockten wir dann umgeben von vielen gierigen Mücken und warteten auf das man am Vulkan etwas von der glühenden Lava sehen kann.
Wir hatten mehrfaches Glück, und sahen immer mal wieder kleinere Ausbrüche an der Flanke des Vulkans, wo große rotglühende Lavabrocken herausgeschleudert wurden. Im Anschluss ging es dann noch für 2 Stunden in die Baldi Therme, die etwa 5 km außerhalb von Fortuna liegt. Hier gibt es umgeben von Wald und tropischen Pflanzen mehrere große Steinbecken, in denen die Wassertemperatur von 32 Grad bis hin zu 67 Grad Celsius geht. Und ja, es ist tatsächlich möglich in alle Becken zu steigen. Wer nicht schon im vorletzten Becken mit etwa 50 Grad verglüht ist, der sollte den Sprung ins letzte Becken ruhig wagen. Man muss nur wirklich schnell ins Becken rein, sich ruhig auf den Beckenboden setzen und sich dann die ersten Sekunden stark zusammenreißen. Denn bei 67 Grad kommt man sich anfangs wie ein Hummer im Topf vor. Das vergeht aber innerhalb kürzester Zeit, und dann verspürt man nur noch ein angenehmes Kribbeln am ganzen Körper. Aber eben nur solange man sich absolut nicht bewegt. Ich schwitzte eine Stunde später immer noch wie in der Sauna, aber es war trotzdem ein tolles Gefühl.
Was wir noch erwähnen möchten ist der 38m hohe Wasserfall Cascada La Fortuna, der etwa 5 km außerhalb des Ortes liegt. Er ist wirklich schön, und ein steiler Abstieg von etwa 15 Minuten bringt einen hinunter, wo es auch eine gute Bademöglichkeit im herrlich kalten Wasser gibt. Jedoch muss man den happigen Eintrittspreis von 6$ pro Nase dafür zahlen, und der Weg von Fortuna zum Wasserfall ist überwiegend ein staubiger Feldweg ohne Schatten, so dass man zumindest eine Strecke mit dem Taxi zurücklegen sollte.
Es gibt auch die Möglichkeit selbst und ganz ohne Führer an den Vulkan heranzukommen. Dazu sind wir in den Nationalpark zu Füßen der aktiven Seite des Vulkan Arenal gefahren. Hier führen einige Wanderwege immer entlang des Vulkanes durch die verschiedensten Landschaftsformen. Anfangs liefen wir über eine Ebene die mit meterhohen Gräsern bewachsen ist, und sich immer mal wieder schöne Aussichten auf den Vulkan ergeben. Später dann tauchten wir in das Halbdunkel eines Tieflanddschungels ein, um dann plötzlich vor einem riesigen Lavafeld zu stehen. Dieser Lavafluss, der von einem großen Ausbruch von 1992 stammt, kann auch überquert werden. Jedoch sollte man hierbei aufgrund der scharfen und spitzen Steine sehr vorsichtig sein, und sich viel Zeit dabei lassen. Denn hier oben im Lavafeld hat man eine prima Aussicht auf den umliegenden Dschungel, und mit etwas Geduld und Glück kann man eine Vielzahl an Vögeln beobachten. Wir konnten von hier eine große Anzahl verschiedenster Tukane beobachten. Hier zu Füßen des Vulkanes merkt man auch erst so richtig dass es sich um einen aktiven Vulkan handelt. Denn wir hörten ständig ein Rumpeln und Zischen aus dem Berg, und wenn mal freie Sicht war, dann sahen wir auch immer mal wieder Geröll und Lava den Berg hinabdonnern.
Bei unserer Abfahrt von Fortuna in Richtung Liberia wurde uns ein Privattransfer mit einem Minibus angeboten. Kurz bevor der öffentliche Bus eintreffen sollte kam ein Mann und bot uns und den anderen herumsitzenden Rucksack-Reisenden einen direkten Transfer nach Liberia an. Da wir nur noch drei Tage bis zum Rückflug hatten, waren wir nicht böse über diese bequeme und zeitsparende Möglichkeit zum Weiterreisen. Also ging es mit dem kleinen Minibus und einer lustigen Truppe Gleichgesinnter in kürzester Zeit nach Liberia.
Die Stadt selbst hat nicht wirklich viel zu bieten, und unser einzigster Grund um hierher zu kommen war natürlich der Nationalpark Rincon de La Vieja.

Dieser ist von der Stadt aus mit einem Sammeltaxi, das in vielen Unterkünften gebucht werden kann, gut zu erreichen. Die Abfahrt ist um 07.00 Uhr und zurück geht es dann um 16.00 Uhr. Nach einer wieder mal recht holprigen Fahrt konnten wir uns am Nationalparkeingang beim sehr netten Ranger die neuesten Infos und eine Wegeskizze der begehbaren Pfade geben lassen.
Wir wanderten einen Tag im südlichen Teil des Parks, der ein sehr aktives vulkanisches Gebiet ist, und eben vom Nationalparkeingang gut zu erreichen ist. Man sollte hier unbedingt Sonnen- und Insektenschutz und vor allem so viel Trinkwasser wie man tragen kann mitnehmen. Denn teilweise liefen wir durch trockene Grassteppen, wo wir uns von der Luft und Temperatur wie in einem Backofen vorkamen. Der Weg führt dann ohne jeglichen Schatten im leichten auf und ab durch hohe Gräser und kleine Dornenbüsche, während im Hintergrund immer die trocken-braunen Hänge des Vulkans zu sehen sind.
Auf dem etwa 5km langen Weg zum wirklich schönen Wasserfall La Cangreja kamen wir auch immer wieder durch dichten Wald, wo wir uns ein wenig von der Sonne erholen konnten. Zu Füßen des Wasserfalls fanden wir einen großen und recht tiefen Naturpool, in dem wir ausgiebig im kühlen aber schön klaren Wasser gebadet haben. Eine prima Entspannung nach dem anstrengenden Weg hierher. Innerhalb der kleinen aber dicht bewachsenen Wälder sollte man unbedingt die Augen und Ohren offen halten, denn hier sahen wir immer mal wieder die verschiedensten Tukane, Nasenbären und Affen sehen. In den Agavenfeldern, wo diese Pflanzen riesige Ausmaße mit über 2m erreichen, sahen wir auch eine Menge an kleinen Echsen, die sich hier anscheinend recht wohl fühlen..
Wenn man nach den doch recht anstrengenden 10km vom Wasserfall wieder zurück an der Rangerstation ist, sollte man aber auf jeden Fall noch den Rundweg Las Pailas in Angriff nehmen. Auf diesem sahen wir was es neben Lava und dampfenden Kraterseen noch an Aktivitäten an einem Vulkan zu sehen gibt. Schon lange bevor wir einen der zahlreichen blubbernden und zischenden Schlammtümpel sahen, konnten wir den teils üblen Schwefelgeruch riechen, der aus diesen Bodenöffnungen strömt. An manchen Stellen ziehen dichte schwefelhaltige Nebelschwaden durch das Unterholz, so dass wir eigentlich gar nicht mehr näher hin wollten. Hier führt der Weg zumeist durch dichte Buschlandschaft und lichte Wälder, aber Tiere bekamen wir hier kaum zu Gesicht. Wir hörten wohl immer mal wieder das Getöse der Brüllaffen, und einmal zogen ein paar Klammeraffen in einiger Entfernung durch die Baumwipfel, aber das war auch schon alles. Die eigentlichen Höhepunkte dieses Weges sind die immer wieder auftauchenden blubbernden Schlammtümpel, die teilweise in allen möglichen Farben schillern.
Nach diesem Tag im Nationalpark machten wir uns mit einem Bus wieder auf den Weg Richtung Alajuela, wo wir den letzten Tag vor dem Abflug verbringen wollten. Da wir die Hauptstadt San Jose bisher nur einmal beim Umsteigen ganz am Anfang unserer Reise besucht hatten, machten wir uns nun ohne Gepäck noch einmal auf den Weg in die Stadt.
Da uns aber weder Museen noch Großstädte so recht begeistern können, waren wir am späten Nachmittag aber auch schon wieder zurück in unserer Unterkunft, und hatten alle Zeit der Welt zum Packen. Mir schweren Herzen ging es dann am nächsten Vormittag zum internationalen Flughafen Juan Santamaria, um uns wieder auf den Rückweg ins kalte Deutschland zu begeben. Jedoch haben wir einen Haufen sehr schöner Erinnerungen an dieses faszinierende Land und seine liebenswürdigen Bewohner im Kopf, und eine Menge voll geknipster Fotofilme im Gepäck.
Kaum in der Luft wartete aber noch der letzte und unerwartete Höhepunkt unserer Reise auf uns. Hatten wir 5 Wochen vorher schon einmal Glück, und konnten einen tollen Blick in den Krater des Vulkan Poas werfen, so wiederholte sich nun das Ganze nur aus einer ganz anderen Sichtweise.

Ein riesiges und dickes Dankeschön an den Piloten unseres Iberia-Fliegers, der aufgrund der guten Sicht eine Schleife um den Vulkan flog, so das jeder im Flieger über die Tragfläche hinweg einen gigantischen Blick in den Krater werfen konnte.
Die Flüge verliefen zum Glück wie immer ohne Zwischenfälle, die Iberia-Crew war immer noch so unfreundlich wie auf dem Hinflug und auch die arroganten Amerikaner in Miami enttäuschten uns nicht. Dieses Mal wussten wir ja was auf uns zu kam, und so nahmen wir es mit Humor.....
Insgesamt gesehen war die Reise super schön. Denn die Ticos sind wirklich so freundlich wie es überall beschrieben wird, obwohl sie es mit den Horden an Amerikanern im Land nicht wirklich einfach haben. Dazu kommt noch das super funktionierende Bussystem im ganzen Land, die tollen und sehr abwechslungsreichen Landschaften und die Vielzahl an Tieren. Auf all unseren Reisen bisher haben wir noch nie so viele wilde Tiere so einfach beobachten können.
Reisedauer: 05.02.03 - 10.03.03
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Zwar kein Reisehandbuch, aber ein
Buch das sehr schön auf die bevorstehende Reise einstimmt. Sehr viele
hervorragende Bilder, aber auch einiges an Infos und Berichten zu Flora,
Fauna und ein paar praktische Tipps.
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(durch das direkte Bestellen unterstützen Sie uns ein wenig im Unterhalt dieser Homepage)
Das Reisehandbuch vom Reise Know-How Verlag wird zusätzlich noch über das Internet "Last Minute" aktualisiert. Zu finden auf der offiziellen Homepage www.reise-know-how.de
In Alajuela hatten wir eine wirklich nette Unterkunft bei Humberto und Carmen, einem netten Tico-Pärchen und einem Kuba-Amerikaner als Besitzer. Das Vida Tropical ( www.vidatropical.com ) ist eine prima Anlaufadresse für Beginn und Ende einer Costa Rica Reise, und man bekommt viele gute Tipps mit auf den Weg. Der Flughafentransfer ist bei Übernachtung gratis dabei, und die Zimmer können vorab per Email unter vidatrop@racsa.co.cr reserviert werden.
In Cahuita sollte man nach dem Deutschen mit Namen Willi fragen. Er arbeitet als Besitzer des kleinen Tourunternehmens "Willies Tour´s" direkt im Ort, und kann nicht nur vieles organisieren sondern kennt sich auch wirklich gut mit den Formalitäten und Neuigkeiten zum Thema Grenzübergang nach Panama aus. Auch ihn kann man per Internet erreichen: www.willies-costarica-tours.com
Eine Top-Adresse bei Interesse an der Natur des Nationalparks Tortuguero ist die deutsche Biologin Barbara Hartung, die man mit etwas Nachfragen direkt in Tortuguero auftreiben kann, da sie dort lebt. Sie zeigt und erklärt mit Begeisterung und viel Initiative die Flora und Fauna dieses Nationalparks, und kann auch per Email unter tinamon@racsa.co.cr erreicht werden. Auch auf ihrer Homepage www.tinamontours.de kann man sich schon ein erstes Bild machen. Wer es etwas einfacher mag kann sich den Transport samt Tour aber auch von Willie in Cahuita organisieren lassen.
Eine wirklich gute Seite über ihre Reise durch Costa Rica haben Elizabet und Nils ins Internet gestellt. Zu finden ist sie unter www.costarica-reisebericht.de. Dort gibt es einige sehr schöne Bilder, ein Urlaubsvideo, einen gut geschriebenen Reisebericht sowie viele Infos zu Land und Leuten.
Eine weitere ebenfalls schön gestaltete Seite mit vielen guten Infos und sehr schönen Bildern zu Land und Leuten ist unter www.costarica-dreams.de zu finden. Fast schon ein Internet-Reiseführer, der Fernweh weckt.
Mittlerweile hat diese Homepage noch ein Costa Rica Forum als Ableger, das unter www.forum.costa-rica.eu zu finden ist.
Auf der Seite von Willi Schnitzler gibt es Infos von A bis Z rund um Costa Rica in kompakter Form. Wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte ist hier gut aufgehoben: http://www.willischnitzler.de/reiselaender/costa_rica.html
Wichtige und gute Informationen für eine Reise nach Costa Rica gibt es auf der Homepage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Von allgemeinen Infos zum Land bis hin zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise, zu finden unter www.auswaertiges-amt.de
Zum Thema Reisemedizin können wir hier die Seite www.travelmed.de empfehlen. Von Impfungen bis hin zur Liste guter Ärzte und Apotheken ist da allerhand zu finden.
Allgemeine Landesinfos, Wetter, Landkarten, aber auch eine Sammlung weiterer Reiseberichte zu Costa Rica gibt´s auf www.willgoto.com.
Und zum Schluss noch ein Tipp für weitere Reiseberichte und Bilder: Auf den Seiten www.die-reise.de , www.pervan.de, www.reiseträume.de , www.derreisetipp.de und www.reiseberichte.com gibt es noch mehr zum Thema Costa Rica zu finden.
